Krach auf der Skater-Anlage: Nachbarn fordern Lärmschutz

Ein Callenberger Jugend-Projekt schaffte es bis zu den "Sternen des Sports" nach Berlin. Doch jetzt nervt die Skateboard- Anlage die Anwohner.

Callenberg.

Annett und Jörg Püschel aus Callenberg lebten in ihrem Haus an der Nordstraße gleich neben dem Sportplatz bisher ruhig. "Wenn im Sportlerheim gefeiert wurde oder Veranstaltungen auf dem Platz waren, ging es schon mal lauter zu. Aber das ist mit dem, was wir seit einigen Wochen erleben, nicht zu vergleichen", sagt Jörg Püschel. Nur 35 Meter entfernt vom neuen "Village Bike 'n' Skate Park" steht das Haus des Ehepaares. "Die Dirtbiker hören wir kaum. Aber das Krachen der Skateboards ist inzwischen unerträglich, das hört man sogar im Keller", klagt Annett Püschel.

Seit Mitte August ist der Skate-Park in Betrieb - ein Jugendprojekt aus Skateboard- und Dirtbikeanlage, das von allen Seiten gelobt wurde. Viele Jahre hatten die Jugendlichen um Oliver Feldmann für den Bau der Anlage gekämpft. Für die Eröffnung des rund 130.000 Euro teuren "Village Bike 'n' Skate Park" ist sogar Ministerpräsident Stanislaw Tillich nach Callenberg gekommen.

"Was die Jungs da auf die Beine gestellt haben, verdient wirklich Anerkennung. Aber der Krach von früh bis abends zerrt an den Nerven. Wir haben keine ruhige Minute mehr", sagt Jörg Püschel. Das Ehepaar wünscht sich wenigstens einen Tag Ruhe in der Woche. Der Sonntag wäre ihnen am liebsten. "Ich meine, wenn ich am Sonntag mit dem Rasenmäher durch den Garten fahre, würde beizeiten das Ordnungsamt vor der Tür stehen. Aber die Skateboardfahrer dürfen das." Je mehr es auf den Winter zugeht, klären Wetter und Dunkelheit das Problem. "Doch das nächste Frühjahr kommt bestimmt", so Püschel.

CDU-Gemeinderat Carsten Mader kann die Anwohner verstehen. "Ganz klar, wir müssen etwas unternehmen." Die Gemeinde reagierte auf die Klagen der Anwohner mit Öffnungszeiten. Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr geöffnet, am Wochenende war für zwei Stunden, von 12 bis 14 Uhr, Ruhe geblasen. Das wurde noch einmal geändert. Jetzt gilt an Sonn- und Feiertagen Skatboard-Betrieb nur von 8 bis 12 Uhr.

Eine endgültige Lösung soll das aber nicht sein. In Auswertung eines Emissionsgutachtens will der Gemeinderat noch einmal über Lärmschutzmaßnahmen reden. Bürgermeister Daniel Röthig (CDU): "Das wird auf eine Lärmschutzwand oder andere geeignete Maßnahmen hinauslaufen. Ich habe schon mal vorsorglich Mittel im Haushalt 2018 eingestellt."

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