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Max Kappler kurz nach dem Zieleinlauf beim Finale der IDM 2017.

Foto: Felix WießmannBild 1 / 3

Max gibt bald wieder richtig Gas

Der 20-Jährige aus Oberlungwitz ist 2018 der einzige Rennfahrer aus der Region, der an einer WM teilnimmt. Wie hat Kappler den schweren Sturz aus dem Vorjahr weggesteckt?

Von Erik Kiwitter
erschienen am 11.01.2018

Oberlungwitz. Es war mehr als nur eine Schrecksekunde. Es war ein richtiger Schock. Die Rede ist von dem schweren Sturz, der Max Kappler (20) im vergangenen Jahr passiert ist. Jetzt bereitet sich der junge Rennfahrer aus Oberlungwitz auf die Supersport 300-Weltmeisterschaft vor. Am Wochenende präsentiert er sich in Dresden mit seinem Team, dem Freudenberg KTM World Supersport Team. Da verschwendet Max Kappler im Moment nur wenig Gedanken an das große Malheur.

Trotzdem wird er immer wieder mal auf den Sturz angesprochen, der sich Ende Juli 2017 in Schleiz bei der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft ereignet hat. "Ja, ich habe großes Glück gehabt", sagte er gestern bei einem Gespräch in der Redaktion der "Freien Presse". Es war in einer sogenannten Vollgaskurve, als der sechste Gang seiner Maschine in den fünften sprang und sich die Geschwindigkeit abrupt um 20 Sachen auf ungefähr 180 Stundenkilometer verringerte. Kappler lag in führender Position - und ein Verfolger krachte mit Volldampf auf ihn drauf. "Ich flog mit durch die Luft und landete auf einem Hang am Streckenrand. Zum Glück befand sich dort auf einer Länge von vielleicht acht Meter keine Leitplanke. Das ist so, als wenn du gegen eine Mauer knallst", erzählte der Rennfahrer gestern. "Das war kein Spaß."

Er hat sich damals ein paar Prellungen zugezogen, musste zwei Tage ins Krankenhaus. Der Rennfahrer erholte sich schnell, war nach einer Woche wieder fit. Kappler gestern: "Ich habe das alles gut weggesteckt. Wichtig war für mich, dass die Ursache des Sturzes schnell herausgefunden wurde. Das beruhigt schon etwas, wenn man weiß, an was so ein Sturz genau gelegen hat. Das kann man dann das nächste Mal vermeiden." Es war nicht der erste Sturz, in den Kappler verwickelt war. Aber vielleicht war es der gefährlichste.

Im April beginnt die neue Saison, seine neue Maschine, eine nigelnagelneue, schwarz-orangene KTM RC 390 mit 44 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 210 Stundenkilometern, bekommt Kappler Ende Februar/Anfang März. Der Oberlungwitzer fährt nun nicht mehr IDM, sondern gewissermaßen eine Liga höher. Er ist der einzige Motorrad-Rennfahrer aus der Region, der in diesem Jahr an einer Weltmeisterschaft teilnimmt. 38 Fahrer haben für das Championat gemeldet, gefahren wird in Spanien, Frankreich. Großbritannien, Tschechien, Portugal und Italien. Ziel: Kappler will mindestens einen Platz unter den Top 15. Vielleicht, so sagte er gestern in der Redaktion, reicht es sogar für die Top 10.

Max Kappler ist quasi ein Kind vom Sachsenring. Schon mit sechs Jahren saß er zum ersten Mal auf einem Motorrad, natürlich auf einem kleinen. Mit acht wurde er Deutscher Meister auf einem Pocket-Bike. Mit so einer Maschine fährt man auch schon 60 oder 70 Sachen. Mit 12 war er bei Nachwuchs-Rennen in Spanien dabei. Drei Mal durfte er mit einer Wild Card beim Grand Prix auf dem Sachsenring mitfahren. "Vor fast 100.000 Zuschauern. Das vergisst du nie", erzählte er. Der große Wurf glückte ihm aber bisher nicht. Da redet der kleine Mann, der mit einer Körpergröße von 1,63 Meter und einem Gewicht von 60 Kilogramm Idealmaße für den Motorsport mitbringt, auch nicht um den heißen Brei herum. Bei der Junioren-WM musste er Lehrgeld bezahlen. Kappler: "Deshalb sind wir 2017 mit der Teilnahme an der IDM ja gewissermaßen einen Schritt zurück." Dort wurde er Deutscher Vizemeister - und gewann die Freude am Motorsport zurück.

Kappler ist noch jung, er könnte noch viele Jahre Rennen fahren. Aber er will das nur dann, wenn es sinnvoll ist: "Man muss ja viel investieren. Und ungefährlich ist es auch nicht ..." Er muss nichts erzwingen. 2015 hat er nach dem ersten Halbjahr der 11. Klasse am Lessinggymnasium in Hohenstein-Ernsthal mit der Schule aufgehört. Jetzt macht er in Grüna an der Fortis Akademie das Fachabitur. Kappler will einmal Bauingenieur werden, hat im Moment einen Mini-Job in einem Planungsbüro.

 
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