Nach plötzlichem Tod: K 11 am Sachsenring wird zur Waldmann-Kurve

Die Region am Sachsenring gedenkt ihres verstorbenen Publikumslieblings. Für die ehemalige Lebensgefährtin wird es ein schwerer Gang.

Hohenstein-Ernstthal.

Es wird ein bewegender Augenblick: Am nächsten Freitag (22. Juli) wird die Kurve 11 auf dem Sachsenring den Namen des im März dieses Jahres völlig überraschend verstorbenen Motorrad-Rennfahrers Ralf Waldmann erhalten. Das teilten der ADAC Sachsen und die Sachsenring-Rennstrecken-Management- GmbH am Donnerstag mit. Die feierliche Zeremonie findet innerhalb der ADAC-Sachsenring-Classic statt.

An dieser nahm Ralf Waldmann, der 1997 und 1999 Vizeweltmeister in der Klasse bis 250 ccm und einer der prominentesten Fürsprecher des Grand Prix auf dem Sachsenring war, 2017 als Aktiver teil. Seine Lebengefährin Heike Teschner hatte ihn wie so oft begleitet. "Ich verbinde mit vielen Orten Erinnerungen. Deshalb habe ich auch etwas Angst, an der Feier am Sachsenring teilzunehmen. Denn es ist noch sehr schmerzhaft", sagte sie im Gespräch mit der "Freien Presse". Aber sie weiß, dass sie auf Freunde treffen wird, die viele schöne Geschichten über ihren Partner erzählen können.

Ralf Waldmann war am 10. März in seinem Elternhaus in Ennepetal (Nordrhein-Westfalen) bei Reparaturarbeiten vermutlich an Herzversagen gestorben. Für viele war das eine besondere Tragik: Trotz Stürzen überstand er seine Rennfahrer-Laufbahn schadlos. "Ralf hat immer gesagt: Du musst die Gefahr ausblenden, sonst kannst du aufhören mit dem Motorsport", erinnert sich Heike Teschner. Die ehemalige Lebengefährtin erzählt weiter, dass Ralf stolz wäre, würde er von der Ehrung wissen, die ihm jetzt am Sachsenring zuteilwird.

Ralf Waldmanns Tod mit nur 51 Jahren war für die Fans ein großer Schock. Peter Weidinger, Vorstand Sport des ADAC Sachsen, würdigte den Rennfahrer als einen Mann, der sich stets für den Erhalt des Motorsports in der Region eingesetzt hat. Weidinger: "Ralf war ein einzigartiger Charakter." Die K 11 gilt als besonders gefährlich, wird heftig diskutiert. Auf diese Rechtskurve angesprochen, sagte Ralf Waldmann einmal zur "Freien Presse": "Es gibt nun einmal Kurven, in denen man stürzt. Wenn man eine Rennstrecke haben möchte, auf der keiner stürzt, ist das am Ende eine Gerade."

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