US-Army gräbt nach altem Bomber

1945 stürzte bei Oberlungwitz ein amerikanisches Flugzeug ab. Jetzt suchen Soldaten nach Teilen der Maschine. Aber auch nach menschlichen Überresten.

Oberlungwitz.

Es ist ein hochbrisantes Projekt. Das US-Militär wollte der "Freien Presse" gestern keine Erlaubnis erteilen, darüber zu berichten. Die Sicherheit der Soldaten sei dann nicht mehr gewährleistet. Außerdem würden zu viele Schaulustige angelockt, die die Arbeit gefährden würden. Erst nach längeren Verhandlungen gab die US-Behörde grünes Licht. Reporter der Zeitung durften gestern Nachmittag dabei sein, wie Soldaten der US-Army nach Überresten ihrer Kameraden suchten, die auf einem Feld bei Oberlungwitz vor 70 Jahren abgestürzt waren. Auch eventuell noch vorhandenen Wrackteilen, die sich in die Erde eingegraben haben könnten, galt das Interesse. Seit drei Wochen sind die Amerikaner mit einer großen Ausrüstung an Spezialwerkzeugen auf dem Feld. Es war auch eine Reise zurück in eine Zeit des Schreckens und der Angst.

Wir schreiben das Jahr 1945. Der Zweite Weltkrieg liegt in seinen letzten Zügen, trotzdem bringt er noch Leid und Verderben, für die Deutschen, aber auch für die Alliierten. Am 31. März, so berichten es Heimatforscher wie Friedrich Bachmann aus Hohenstein-Ernstthal, war eine Flugzeug-Staffel der amerikanischen Armee auf dem Weg nach Zeitz in Sachsen-Anhalt, um dort einen großen Angriff zu fliegen. Mindestens eine Maschine kam dort aber nie an: nämlich jene, die in Oberlungwitz auf ein Feld stürzte, abgeschossen von der deutschen Luftabwehr. Bei ihr handelte es sich um eine Boeing B-17G, eine 23 Meter lange Maschine mit sechs Tonnen Bomben an Bord und 13 Maschinengewehren zur Abwehr von Angriffen. Eine fliegende Festung.


Bachmann forscht seit längerer Zeit, befragte Augenzeugen und fand heraus, dass der Bomber schon über Hohenstein-Ernstthal getroffen einige Runden drehte, über dem Zillplatz ein Teil verlor. Ein anderer Augenzeuge berichtete Bachmann, dass der Pilot des Bombers nicht rechtzeitig abspringen und sich retten konnte. "Ein Bauer hat die Leiche mit einem Wagen zunächst auf den Oberlungwitzer Friedhof gebracht. Dann kam der Tote aber an den Friedhof am Bethlehemstift, wo sich ein Lazarett für Kriegsgefangene befand", erzählt der Heimatforscher. Einige Besatzungsmitglieder haben sich offenbar gerettet, sind mit ihren Fallschirmen wohl über Leukersdorf und zwischen Mittelbach und Ursprung abgesprungen. Doch sie wurden verraten. "Es gibt Zeitzeugen", sagt Bachmann. "Aber keiner will sich erinnern."

70 Jahre später sind wieder US-Soldaten hier. "Es ist ein hohes Ideal, keine Soldaten auf einem Schlachtfeld zurückzulassen", erzählt Dane. Er ist der Archäologe im Team und der einzige Zivilist. "Deshalb sind wir auf der Suche nach den Vermissten." Die GIs haben tiefe Furchen in das Feld gezogen, laufen mit einem Metalldetektor hindurch, in der Hoffnung, auf irgendetwas zu stoßen. Sechs Hektar ist das Gebiet groß. An einem Gestell aus Holz hängen Rüttelsiebe. Hier wird die Erde nach Gegenständen durchsucht, die mit dem Absturz zu tun haben könnten. Die Soldaten finden Münzen aus dem 17. Jahrhundert. Und tatsächlich: auch ein Wrackteil, das auf die Tragödie von 1945 hinweist. Von toten US-Soldaten an dieser Stelle aber bisher kein Spur.

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35Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    0
    aussaugerges
    19.08.2015

    Der eine macht es aus friedlicher Überzeugung.(Antikriegsegner)
    Der andere weil er monatl.300 € zusatzlich bekommt.?

  • 0
    0
    hkremss
    18.08.2015

    @aussaugerges: Wessen Brot Sie essen, ist hinlänglich bekannt.

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    0
    aussaugerges
    18.08.2015

    S-hannes:::Wessen Brot ich esse dessen Lied ich singe.

  • 3
    1
    Schinderhannes
    30.07.2015

    So so, Herr "berndieschulzi, somit sind Sie gar nicht so begeistert, dass die USA dem Bündnispartner Großbritannien zur Seite gesprungen ist und Westeuropa vom Faschismus befreit hat. Wissen Sie, wieviel GI's schon alleine am D-Day gestorben sind, damit Sie heute in einer Demokratie leben können?
    Wenn Ihnen unsere Gesellschaftordnung zu erbärmlich ist, so siedeln Sie doch nach Russland, China oder den Sudan um und nehmen den "aussaugerges" und Herrn "kartracer" gleich mit.

  • 1
    3
    berndischulzi
    30.07.2015

    Schon richtig , Schinderhannes. Und weil die Amis so extrem von den Deutschen und Italienern in Amerika bedrängt worden sind, haben sie dann die zweite Front auf gemacht. Das ist echt überzeugend. Mal die himmelblaue Brille putzen.

  • 0
    1
    Freigeist14
    29.07.2015

    ".....deshalb die zweite Front."Hat hier jemand den Westfeldzug April 1940 vergessen?

  • 5
    3
    Schinderhannes
    29.07.2015

    @ "berndieschulzi":

    5 Sezten. Auch falsch. Deutschland und Italien haben den Vereinigten Staaten am 11.12.1941 zuerst den Krieg erklärt. Deshalb die zweite Front.
    Sie begeben sich auf das Niveau von "aussaugerges".

  • 3
    2
    Schinderhannes
    28.07.2015

    @kartracer:

    …und damit den 2. Weltkrieg sowie den Krieg gegen das faschistische Japan, welches die Vereinigten Staaten zuerst angegriffen hat, beendet und somit noch unzähligen Kriegsopfern zuvorgekommen.
    Haben sie Ahnung von Geschichte? Und auf welcher Seite stehen Sie und ihre Gesinnungsgenossen eigentlich? Auf der Seite der Faschisten, Kommunisten oder Diktatoren wie Putin??? Sie haben sich nach der Wende gründlich verirrt, Herr kartacer!

  • 4
    1
    Pixelghost
    28.07.2015

    @kartsacer, das glaube Sie doch wohl selbst nicht. Und es ist noch dazu völliger Quatsch.

    Diejenigen Soldaten der US- bzw. russischen (sowjet.) Streitkräfte die sich damals in der Nähe von Torgau die Hand gaben würden es GENAUSO wollen und die Bergung der Kameraden NIEMALS gegenseitig ablehnen.

    UND: Die Soldaten BEIDER Streitkräfte respektieren ihre Veteranen und Gefallenen gegenseitig und deren Traditionen.

    Wir Deutschen haben dabei jedoch gar nichts zu melden, weil wir die Ursache für das massenhafte Sterben dieser Soldaten waren.

    Stumpfsinnige, besserwisserisches, platitüdenartiges Geschwurbel aus der untersten Schublade der Rotlichtbestrahlung sind hier komplett unangebracht.

  • 6
    0
    hkremss
    28.07.2015

    @kartracer: So ein Käse, den Sie da labern. Informieren Sie sich doch einfach mal über den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, seine Arbeit und Partnerorganisationen im Ausland - auch in Russland! Natürlich werden auch heute noch jährlich tausende Gefallene und Vermisste der Weltkriege gesucht und umgebettet.

  • 3
    5
    kartracer
    28.07.2015

    hkremss, einmal weil es nach nunmehr 70 Jahren
    erst geschieht, und wenn das Alle Beteiligten des
    zweiten Weltkrieges das machen würden dürfte mehr
    als die Hälfte Europas umgegraben werden.
    Außerdem bin ich mir sicher, wenn die Russen das
    möchten, dürfte das wohl in einer klaren Ablehnung
    enden, unter Vormundschaft der Amis!

  • 7
    0
    hkremss
    28.07.2015

    Schlimm, dass beim Versuch, Opfer eines Krieges zu bergen, so eine Debatte entbrennt. Die jungen Männer in dem Flugzeug hatten Namen, Geschichten und Familien. Sie haben im Krieg ihr Leben verloren wie Millionen andere. Alles was man will ist, Sie nun nach 70 Jahren nach Hause zu holen und den Hinterbliebenen einen Ort zum Trauern zu geben. Warum kann man das nicht einfach respektieren und schweigen?

  • 3
    2
    Pixelghost
    28.07.2015

    Und das alles, weil die Amis in Grand Old Saxony Teile eines alten Bombers und eventuelle Gebeine ausgraben wollen...

    Warum frage ich mich, dürfen dann Deutsche in Frankreich die Gräber ihrer Opas besuchen?

    Ach ja, WIR sind ja jetzt demokratisch.

  • 6
    4
    kartracer
    28.07.2015

    Zu Amerika und Gott, als die Amis die beiden
    Atombomben auf Japan warfen, öffneten die Piloten die Luken,
    mit dem Spruch " GOTT STEH UNS BEI "!
    Im übrigen haben nur die Amis bisher Atombomben auf
    bewohnte Gebiete geworfen, das sollte bitte KEINER
    vergessen!

  • 4
    3
    fp2012
    28.07.2015

    @berndischulzi:
    Für jemanden, der es nicht zu schätzen weiß, ist es Propaganda, für andere schlicht die Wahrheit :-)

  • 2
    3
    berndischulzi
    28.07.2015

    Die Amis haben die zweite Front eröffnet, um ihren Einfluß in Europa zu sichern, mit Erfolg wie man sieht. Und die wollten keinen Kolchos in Frankreich, schon richtig. Aber ansonsten hat Schinderhannes zuviel Propaganda genascht. Und Gott schütze es, aua.

  • 4
    6
    gelöschter Nutzer
    28.07.2015

    @Schinderhannes: Und weil das "gute Amerika" so "ganz allein" vor 70 Jahren Europa befriedet hat darf es seit dem also Alles und Jeden auf der Welt dominieren, gegen ihn nach belieben Krieg führen, Menschenrechte verletzen, Völkerrecht brechen und das alles im Namen Gottes?
    Was hat das mit Demokratie zu tun? Wo ist ihr Demokratieverständnis verortet?
    Die USA sind die größte Scheindemokratie der Welt. Mehr aber auch nicht.

  • 6
    1
    Hanomag
    28.07.2015

    @FP...Es war auch eine Reise zurück in eine Zeit des Schreckens und der Angst... Hierzu fallen mir die Berichte über das Leid der Zivielbevölkerung Afghanistans ein, wer hat denn überhaupt eine "Weiße Weste" ?

  • 0
    2
    aussaugerges
    27.07.2015

    Bei dem monatlichen Geldseegen kann man gut hetzen.

  • 4
    6
    Schinderhannes
    27.07.2015

    An alle, welche die Amerikaner hassen:

    Wenn diese nicht gewesen wären, dann würdet Ihr heute im Nazideutschland leben und es wären immer noch KZ's vorhanden oder Ihr würdet in sowietischen Knobelbechern über die Kolchose rennen und könntet Euch in einem Gulag verdingen.
    Amerika hat uns die Demokratie gebracht und Gott schütze es.
    Nennt mir ein Land auf der Erde, wo es sich besser oder demokratischer leben lässt, welches nicht die Vereinigten Staaten als Bündnispartner oder Freund hat.

  • 6
    1
    Pixelghost
    27.07.2015

    @saftpresse, ich bin in der DDR geboren und habe in dieser gelebt und gearbeitet. Erzählen SIE mir bitte nichts über Pressefreiheit und Maulkorb.

  • 1
    5
    gelöschter Nutzer
    27.07.2015

    @Pixelghost: Wer es bis hierher nicht verstanden hat wird es auch nicht mehr verstehen!
    Stichwort: Maulkorb und Pressefreiheit!?

  • 3
    2
    Pixelghost
    27.07.2015

    Was hier vollkommen vergessen wird: Die Amis kamen mit ihren Flugzeugen hier her, weil sie in der Allianz mit den Russen die deutschen Nazis besiegen wollten.

    Was hat die Suche nach Trümmern und eventuellen Leichenteilen damit zu tun, ob die Amis sich heute als Demokraten sehen oder nicht.

  • 1
    4
    gelöschter Nutzer
    27.07.2015

    @fp2012: Der "lupenreine Demokrat" hat zumindest nie von sich behauptet einer zu sein. Die Amis behaupten das aber gerne von sich und sie stimmen treudoof in diesen Gesang ein.

  • 1
    1
    fp2012
    26.07.2015

    @Pixelghost:
    Na, den Daumen runter nach zu urteilen, müssen Sie ja glatte Lügen verbreiten. Solche Horrorgeschichten glaubt Ihnen doch kein Mensch und sind sicher frei erfunden :-)

  • 3
    3
    fp2012
    26.07.2015

    *schenkelklopf*. Saftpresse philosophiert über Pressefreiheit. Erzählen Sie uns mehr!
    Wir sollten uns sicher ein Beispiel am lupenreinen Demokraten nehmen, der weiß, wie sowas geht :-)

  • 5
    2
    Pixelghost
    25.07.2015

    Ich kenne bzw. kann mich nur an folgende Russen (ob Ukrainer, Letten, Esten, Aserbaidschaner, Georgier, Taschketen, Kirgisen...war egal, waren alles "die Russen") erinnern:

    - an die Geschichten meines Vaters, der als Kind die Russen sah als sie nach Berlin marschierten - mit Panjewagen -

    - Sie klauten aus unserem Garten das Obst,

    - wenn sie wegen Diebstählen aus Gartenhäusern oder Gartenkneipen festgenommen wurde (und das geschah häufig) kannten die ihren Geburtstag nicht - keiner wusste wie alt die Kerle wirklich waren;

    - Soldaten die an unserem Gartentor Poljot-Uhren verkaufen wollten,

    - Soldaten, die auf der Zschopauer Str. - damals Juri-Gagarin-Str. - zum Ehrenmal marschierten und aussahen, als ob sie gerade erst aus der Heimat her marschiert waren

    - und die Geschichten eines Kollegen, der mit seinem "Mossi" durch die Sowjetunion gefahren war - bis Taschkent - und dabei durch Gebiete kam, wo die Leute 14 Tage lang auf einen Eimer Benzin warteten (1988)

    - wenn man mit der Kommandantur zu tun hatte: die Offiziere lächelten nur verschmitzt, sammelten ihre Soldaten ein und hauten ab - Kommentar: keiner, Auskünfte : keine

    Was sich also über die Amis aufregen. Die Russen haben es bis 1994 nicht anders getrieben.
    Und Presseberichte über deren Streitkräfte oder Machenschaften?
    Also jetzt muss ich mich mal laut ausschütten vor Lachen.

  • 3
    5
    aussaugerges
    25.07.2015

    Der Spiegel hat auch schon viele Enten produziert. H.Tagebücher
    Und wenn die Russen endlich auch mal eine gute Propaganda haben so ist das in Ordnung.
    Der Vietnamkkrieg und der Irakkrieg sind nur durch Lügen entstanden.
    Bucht von Toonking und fahrbare Chemielaster.
    (((Eines Tages wird das gerichtet. SICHER
    Ich kenne Rußland sehr gut und werde es immer verteidigen.)))

    DAS IST ALLES 10000 MAL IN allen Medien festgestellt worden.

    Diese Kriege sind die Auslöser von den Flüchtlingsströmen.

  • 5
    1
    HuiBui
    24.07.2015

    "aussaugeres" fällt sogar auf die russische Propaganda rein :-) da war wohl nix mit Waffen aus den USA.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/ukraine-angebliche-stinger-raketen-aus-den-usa-sind-propaganda-a-1045110.html

  • 1
    5
    aussaugerges
    24.07.2015

    Die hätten 1000 Jahre zu tun wenn sie ihre Todesvögel suchen würden.

    Sogar im Flughafen von Dozek haben sie ein USA Waffenlager gefunden.

    STINGER Flugabwehrwaffen,Panzerabwehrraketen,usw.
    Sind alles nicht tödliche Waffen.hi,hi.

  • 4
    1
    finnas
    24.07.2015

    Was ist hier hochbrisant, welche Soldaten sind gefährdet? Das ist wohl doch bißchen hoch gestochen.
    Ich gehe mal davon aus, dass die Amerikaner die entsprechenden Genehmigungen der deutschen Behörden für die Grabungen haben, oder genügt das, wenn sie ein Absperrband ziehen und die Fläche zu ihrem Hoheitsgebiet erklären. Anders kann man sich das Verhalten der Presse gegenüber eigentlich nicht erklären. Das wäre aber dann doch eine Art Okkupation.
    Ich hätte mich als Journalist nicht auf Verhandlungen über die Berichterstattung eingelassen und um Pressefreiheit gebettelt.
    Was die gefundenen Münzen betrifft, die Freunde wissen bestimmt, dass es in Sachsen ein staatliches Schatzregal gibt.
    Ich kenne übrigens noch eine andere Absturzstelle, aber da konnte der Pilot m.W. noch abspringen.

  • 3
    0
    HuiBui
    24.07.2015

    Grabungen werden in Deutschland oft bis zum Ende geheim gehalten, um potenzielle Raubgräber usw. nicht anzulocken.

  • 4
    1
    kartracer
    24.07.2015

    Ob die Russen auch so problemlos buddeln dürfen,
    die haben sicher auch genug abgestürzte Flugzeuge
    auf deutschem Boden!???

  • 6
    1
    gelöschter Nutzer
    24.07.2015

    Bemerkenswert, die Freie Presse muß bei den Amerikaneren um Erlaubnis fragen ob sie berichten darf.
    Wo leben wir dennn eigentlich? Welche US Behörde hat hier Befugnis und Weisungsrecht gegenüber der deutschen Presse? Ist das Pressefreiheit auf amerikanisch?

  • 3
    3
    Josch
    24.07.2015

    Aber hätten die Amis nach 70 Jahren nicht noch warten können, bis das Feld abgeerntet ist?



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