Wird der Kreisverkehr in Lichtenstein bald so aussehen?

Die Stadt hat mit der Neugestaltung des geplanten Kreisels ihr großes Thema - und Bauplaner Jan Bellmann einen neuen Entwurf ins Rennen geschickt. Er soll nur halb so teuer sein wie die anderen.

Lichtenstein.

Man kann nicht sagen, dass Geld in Lichtenstein keine Rolle spielt. Die Haushaltslage der Kommune ist so, dass sie ein straffes Sparprogramm durchziehen muss. Da haben Projekte oder Entwürfe, die preiswerter sind als andere, die besseren Chancen.

Möglicherweise sieht es bei den Modellen für die Neugestaltung des Kreisverkehrs in der Innenstadt von Lichtenstein ähnlich aus. Bauplaner Jan Bellmann (46), der als sogenannter sachkundiger Bürger mit im Technischen Ausschuss des Stadtrates sitzt, hat einen neuen Entwurf ins Rennen geschickt (siehe Bild): eine große Standuhr in etwas historischem Flair, umrundet von einer Grünfläche mit Blumen. "Angelehnt ist die Idee an die Persiluhr, die in Oelsnitz auf dem Rathausplatz steht", sagt Bellmann. Nach ersten Schätzungen würde "seine" Uhr auf der hochfrequentierten Kreuzung rund 8000 Euro kosten. Bellmann gestern zur "Freien Presse": "Damit ist sie nur ungefähr halb so teuer wie die preiswerteste Variante der Entwürfe, die bisher bekannt sind."

Auf der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses wurden fünf Vorschläge von Studenten der Schneeberger Fakultät für angewandte Kunst der Westsächsischen Hochschule Zwickau vorgestellt. "Freie Presse" hatte sie unmittelbar danach zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit präsentiert und zur Diskussion eingeladen. Das Echo war gespalten, Gegner und Befürworter der futuristischen Modelle wie ein großer, beleuchteter Zylinder oder ein metallener Baum hielten sich die Waage. Immer wieder wurde aber auch auf die möglichen Kosten hingewiesen. Inzwischen ist bekannt, dass sich die Preise für die Studenten-Entwürfe zwischen 15.000 und 30.000 Euro bewegen würden. Bauplaner Bellmann: "Lichtenstein ist ja eine gebeutelte Stadt. Der beliebte Unionhof ist zu, es gibt große Probleme mit dem Daetz-Centrum. Da passt ein extravaganter Kreisverkehr nicht ins Stadtbild."

Auch andere Lichtensteiner setzen auf eher Schlichtes. Julia Franke schrieb der "Freien Presse": "Viele Bürger wünschen sich eine simple Gestaltung des Kreisverkehrs. Gerade in Zeiten, in denen das Geld knapp ist." Vieles in der Stadt sei teurer geworden, da käme sich der Bürger doch veräppelt vor, wenn ein kostspieliges Meisterwerk an diese Stelle käme, schrieb sie weiter. Am 5. März soll der Stadtrat über die Varianten abstimmen.

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