34-Jähriger zeugt Kind mit leiblicher Tochter

Staatsanwältin fordert Höchststrafe für Crimmitschauer

Zwickau/Crimmitschau.

Wegen des schweren sexuellen Missbrauchs seiner zwölfjährigen Tochter ist gestern vor dem Amtsgericht Zwickau gegen einen Crimmitschauer verhandelt worden. Dem Schichtarbeiter wird vorgeworfen, 2016 mit seiner leiblichen Tochter ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, bei dem ein Kind gezeugt wurde. Der kleine Karl kam im Frühjahr 2017 zur Welt, verstarb aber nach nur fünf Tagen im Krankenhaus an schweren inneren Missbildungen. Ein DNA-Test hatte zweifelsfrei die Vaterschaft des 34-Jährigen bestätigt, der insgesamt sechs Kinder hat.

Der Facharzt für Rechtsmedizin am Institut für Rechtsmedizin Gera-Zwickau, Hans-Peter Kinzl, belegte gestern in seinen detaillierten, anderthalbstündigen Ausführungen, dass es auszuschließen sei, dass der Crimmitschauer von der Zeugung des Kindes nichts mitbekommen haben will. Der 34-Jährige hatte in den Vernehmungen geschildert, dass seine Tochter sein Glied manipuliert habe, sich dann darauf setzte und es so zur Zeugung des Jungen gekommen sei. Er habe dabei fest geschlafen und konnte sich nach dem Aufwachen an nichts erinnern. Die Zwölfjährige hatte diese Aussagen vor der Ermittlungsrichterin bestätigt. Grund für Verteidiger Uwe Dietrich, Freispruch für seinen Mandanten zu fordern. "Er sagt, er hat es nicht getan. Das Kind sagt, er hat es nicht getan." Das sah Staatsanwältin Cornelia Heiner anders. Sie forderte für den 34-Jährigen die Höchststrafe von fünf Jahren Haft, weil eine besondere Schwere der Schuld vorliege. Sie führte an, dass das Mädchen heute noch unter dem Vorgefallenen leide. Jeden Tag gehe sie auf den Friedhof, um den kleinen Karl zu betrauern. Ihre schulischen Leistungen hätten stark nachgelassen, so belegten es Aussagen der Mutter, bei der das Mädchen wieder lebt. Ein protokollierter Whatsapp-Schriftverkehr zwischen der Zwölfjährigen und ihrem Vater ließe auf eine intime Liebesbeziehung schließen. Strafmildernd wirke es sich trotzdem nicht aus, dass der Verkehr einvernehmlich stattgefunden haben muss. "Sie haben die Verliebtheit des Mädchens ausgenutzt und das Opfer zur Täterin gemacht." Die Verhandlung wird übermorgen fortgesetzt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...