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Auf einem Bahnsteig am Zwickauer Bahnhof ereignete sich der Vorfall.

Foto: Ralph Koehler/propicture

Außer Kontrolle bei der Kontrolle

Eine Schwarzfahrerin attackiert eine Fahrscheinkontrolleurin auf dem Zwickauer Bahnhof. Kein Einzelfall, wie es aussieht.

Von Uta Pasler
erschienen am 08.02.2018

Zwickau. Wegen Körperverletzung sollte sich gestern eine 29-jährige Frau vor dem Zwickauer Amtsgericht verantworten. Die Schwarzfahrerin war einer Fahrkartenkontrolleurin auf dem Zwickauer Bahnhof mit ihrem Rad über den Fuß gefahren. Die Kontrolleurin erlitt eine Prellung.

Dabei handelt es nicht um einen Einzelfall, wie es bei der Deutschen Bahn heißt. Mit besonderer Sorge beobachtet das Unternehmen die steigende Anzahl von Übergriffen gegen eigene Mitarbeiter. Im Vorjahr waren es rund 2300 Vorfälle bundesweit und damit erneut 27Prozent mehr als noch 2015, so Unternehmenssprecher Jens-Oliver Voß. Ernste Verletzungen seien noch die Ausnahme, dennoch gebe es eine Zunahme an Aggressionen.

Nicht nur die Kontrolleure der Bahn AG werden attackiert. Erst am Dienstag wurde nach Polizeiangaben eine 51-jährige Kontrolleurin in einem Linienbus der Chemnitzer Verkehrsbetriebe von einem 37-Jährigen verletzt. Auch in den Straßenbahnen in Zwickau geht es zunehmend rauer zu, sagt eine Frau, die seit mehreren Jahren für die Städtischen Verkehrsbetriebe die Tickets der Fahrgäste kontrolliert, aber anonym bleiben möchte. "Die Respektlosigkeit wird größer", sagt sie. Kontrolleure werden beschimpft, geschubst, gezerrt. "Schlampe", "Drecksau", "Ich weiß, wo du wohnst" sind Sprüche, die keine Seltenheit seien. Auf der Linie 4 habe kürzlich eine mit Beuteln bepackte Frau wild um sich geschlagen, weil sie ohne Fahrschein ertappt wurde, berichtet die Kontrolleurin. Vorfälle häuften sich, wenn wie bei Stadtfesten oder Sportveranstaltungen viel Alkohol im Spiel ist. Auffällig: die Respektlosigkeit einiger Migranten gegenüber Kontrolleurinnen. "Wir gehen immer zu zweit, aber manchmal sind wir auch zwei Frauen. Das akzeptieren einige nicht." Anders als die deutschen Schwarzfahrer melden die sich dann aber pünktlicher als Deutsche im Kundenbüro, um die Strafe abzuzahlen, so ihre Erfahrung.

Der Amtsrichter gestern stellte, nachdem die Angeklagte nicht erschienen war, das Verfahren ein. Das ist laut Strafprozessordnung möglich, wenn ein Urteil in angemessener Frist nicht zu erwarten ist und eine Strafe, die ein Angeklagter wegen einer anderen Tat zu erwarten hat, ausreichend erscheint. Die Radfahrerin ist als Schwarzfahrerin bekannt. Die Bahn AG zeigt konsequent jede Tat an, die gegen die Hausordnung verstößt. Kontrolleure der Verkehrsbetriebe rufen immer die Polizei hinzu, wenn sich ein Schwarzfahrer nicht ausweisen kann.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
1
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 09.02.2018
    10:27 Uhr

    Pixelghost: Bei derartigen gerichtlichen Entscheidungen braucht man sich über diemzunahme der Respektlosigkeit nicht zu wundern. Draufaddieren, nichts anders wäre meine Entscheidung, von wegen eine andere zu erwartendende Strafe reiche aus.

    0 1
     

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