Die letzten Plattenbauten fallen

Mit dem Abriss der zwei Wohnhäuser an der Otto-Stichart-Straße in der Sorge beendet die kommunale Wohnungs- gesellschaft ihr Rückbauprogramm in Werdau.

Werdau.

Eine Straßensperrung und Baufahrzeuge haben es angekündigt: Für den Abriss der beiden Wohnblöcke an der Stichartstraße laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. "Hier musste im Auftrag der Stadtwerke im Vorfeld eine Fernwärmeleitung neu verlegt werden, damit auch nach dem Rückbau das Wohngebäude neben dem Netto-Markt mit Wärme versorgt werden kann", erklärt der Geschäftsführer der kommunalen Gebäude- und Grundstücksverwaltung (GGV), Klaus Müller, das Geschehen.

Im dritten, spätestens aber im vierten Quartal dieses Jahres rückt dann endgültig der Abrissbagger an. Die Ausschreibungen für diese Arbeiten laufen. Das kommunale Unternehmen bekommt den Abriss mit 70 Euro pro Quadratmeter finanziell gefördert. Sechs Mieter wohnen derzeit laut Klaus Müller noch in den insgesamt 80 Wohnungen. Sie müssen zum 30. Juni raus. "Mit ihnen sind wir im Gespräch. Aber nicht für alle konnten wir eine optimale Umzugslösung finden", sagt der Geschäftsführer und verweist auf die vietnamesischen Mieter, die gerne im großen Familienverband umgezogen wären. "Das war leider nicht möglich. Wir haben keinen passenden Wohnraum für alle gleichzeitig und außerdem noch in unmittelbarer Nähe finden können."

Wenn die beiden Plattenbau- blöcke verschwunden sind, werden auf dem Areal weitere Eigen- heimgrundstücke entstehen. Rund 20 Plätze kommen auf diese Weise noch einmal zu den bereits bestehenden in den Werdauer Sorge hinzu. "Die Nachfrage nach den für die hiesige Region preislich günstigen Bauplätze ist weiterhin ungebrochen", sagt Müller. Für diesen zweiten Bauabschnitt werden derzeit die Aufträge für die Erschließung mit Abwasser und Trinkwasser vergeben. Mitte Juli sollen diese Arbeiten beendet sein und sich die Häuslebauer dann noch im Sommer auf ihren Grundstücken ans Werk machen können.


Abrissbauprogramm in Werdau läuft über 14 Jahre

Im Jahr 2002 hat die Gebäude- und Grundstücksverwaltung Werdau (GGV) mit ihrem Rückbauprogramm begonnen. Beendet wird es dieses Jahr mit dem Abriss in der Otto-Stichart-Straße in Werdau. Insgesamt sind dann laut Klaus Müller 676 Wohnungen verschwunden. "Damit sind wir der größte Akteur in Sachen Stadtumbau in Werdau, haben das bestehende Überangebot an Wohnraum reduziert."

Allein im Plattenbaugebiet Werdau-Sorge hat die GGV neun Blöcke mit 480 Wohnungen abgerissen. Außerdem wurden in den vergangenen Jahren 37 Mehrfamilien-Wohnhäuser im Stadtgebiet zurückgebaut. Derzeit verwaltet das kommunale Unternehmen 1800 eigene Wohnungen und außerdem rund 500 für Dritte. (rdl)

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