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Kollegah (rechts) und Farid Bang. Die Rapper stehen in der Kritik, der Vorwurf: Eine ihrer Liedzeilen soll antisemitisch sein.

Foto: Jörg Carstensen/dpaBild 1 / 2

Echo-Skandal: Werdauer fordert Konsequenzen

Die Echo-Affäre um die Rapper Kollegah und Farid Bang wird größer: Künstler geben ihre Preise zurück, und auch der Werdauer Musikproduzent und Echo-Juror Thomas Martin findet deutliche Worte.

Annegret Riedel
erschienen am 17.04.2018

Werdau. Nach der umstrittenen Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang fordern immer mehr Menschen aus der Musikbranche Konsequenzen. Auch Thomas Martin, Musikproduzent aus Werdau, findet deutliche Worte: "So etwas darf definitiv nicht auf die Bühne", sagt er über die umstrittene Liedzeile. Die beiden Künstler Kollegah und Farid Bang hatten am vergangenen Wochenende den Musikpreis erhalten und sich auf der Bühne einen Schlagabtausch mit ihrem Kritiker Campino, dem Frontmann der "Toten Hosen", geliefert. Hintergrund: Eines ihrer Lieder enthält die Zeile "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen". Seitdem tobt in der Öffentlichkeit ein Streit über Antisemitismus und Kunstfreiheit. 

Thomas Martin ist nicht irgendein Musikproduzent, er war als Juror bei der Verleihung vergangene Woche in Berlin dabei. Seine Idee: Er fordert die Gründung eines Gremiums aus Vertretern der Musikbranche, aus Textern, Produzenten und Künstlern, das künftig genau prüft, welche Inhalte und Aussagen eingereichte Titel beim Musikpreis Echo haben. 

Die Nominierung der beiden Rapper  für den Echo war im Vorfeld von einer Ethik-Kommission geprüft worden. Ihr Ergebnis: Ein Grenzfall, aber ein vertretbarer. "So etwas darf definitiv nicht auf die Bühne. Da muss es künftig einen weiteren Vorfilter geben, der solche menschenverachtenden und diskriminierenden Auftritte wirksam verhindert", sagt Thomas Martin, der sich unter anderem auf der Veranstaltung mit Peter Maffay und Pur-Sänger Hartmut Engler über den Eklat und seine Konsequenzen unterhalten hat.

Das Problem bei den derzeitigen Wertungsmodalitäten sei auch, dass die Platzierung der Titel in den Charts eine zu große Rolle spielt. "Und die waren nun mal sechs Monate Platz eins. Was auch etwas über das Käuferklientel aussagt."

Trotzdem gibt Thomas Martin dem Echo eine Chance. "Diese Veranstaltung darf nicht sterben. Künstler für ihre Arbeiten, ihr Lebenswerk und solides, kreatives Schaffen zu ehren, ist an sich eine gute Sache", so die Meinung des 60-Jährigen. 

Die Echo-Affäre um die Rapper Kollegah und Farid Bang wird immer größer. Nach dem Notos Quartett und Klaus Voormann hat mittlerweile auch der deutsch-russische Pianist Igor Levit seine Auszeichnung zurückgegeben.

 
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