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Das städtische Krankenhaus in Crimmitschau mit den Gebäudeteilen von 1935 und 1875.

Foto: Sammlung Heimatverein/PF Bild 1 / 2

Ehemaliges Krankenhaus wird zu Seniorenheim "Am Park"

Wie sich Crimmitschau und seine Ortsteile verändert haben. Heute: Krankenhaus (Folge 6)

Von Holger Norden
erschienen am 10.02.2018

Crimmitschau. Die heutige Ansichtskarte gewährt einen Blick auf das städtische Krankenhaus Crimmitschau im Jahr 1936. Von den beiden Birken etwas verdeckt ist der Gebäudeteil des Erweiterungsbaues aus dem Jahr 1875 zu sehen und links daneben der moderne Neubau von 1935 mit dem Haupteingang.

Den Bau des städtischen Krankenhauses beschlossen die Gremien der Stadt etwa 1845. Durch Meinungsverschiedenheiten in den Ausschüssen der Stadt kam es erst am 21. August 1848 zur feierlichen Grundsteinlegung oberhalb der Mummertschen Brauerei. Die Einweihung und Übergabe des Krankenhauses fand am 1. Juni 1850 statt. Die Bausumme war mit 7189 Talern geplant und betrug letztlich zur Übergabe 8289 Taler. Das Gebäude besaß insgesamt elf Krankenzimmer und die dafür notwendigen Einrichtungen und Arztzimmer. Schon im ersten Jahr behandelten die Ärzte des Krankenhauses 581 Patienten. Auf Grund der steigenden Zahl der Patienten war eine Erweiterung 1875 notwendig und die Bettenzahl stieg auf 68.

Trotz ständiger Baumaßnahmen, wie einen weiteren Anbau 1910, trat fortwährend Raumnot ein. Seit 1928 bewegte dieser Anlass die Stadtverordneten immer wieder, den Bau eines weiteren Seitenhauses anzustreben. Am 26. Oktober 1933 wurde dann der Anbau beschlossen, der erste Spatenstich erfolgte bereits am 31. Januar 1934 sowie am 17. Juli 1935 die Übergabe des Erweiterungsbaues. Mit den Einrichtungen kostete der neue Seitentrakt 521.873 Reichsmark. Die chirurgische und innere Abteilung sowie Kinderabteilung umfasste nun 200 Betten. Für Patienten und Personal wurde gleichfalls in dieser Phase ein 6,5 Hektar großer Krankenhauspark angelegt.

Auch in DDR-Zeiten erfuhr das Krankenhaus ständige Verbesserungen am Baukörper sowie an medizinischen Geräten. Allein im Zeitraum von 1974 bis 1982 floss circa eine Million Mark in die Sanierung. In den Jahren nach der Wiedervereinigung investierte das Gesundheitswesen von 1990 bis 1992 drei Millionen Mark in das Crimmitschauer Krankenhaus. Laut Obermedizinalrat Dr. Tützer ein Erfordernis, wegen des "großen Nachholbedarf sowohl in baulicher Hinsicht, als auch in der medizinischen Geräteausstattung". Für 1993 gab es schon einen Plan für einen modernen Krankenhausneubau im Park für insgesamt 90 Millionen Mark, davon 9 Millionen Ausstattungskosten. Vorzuzeigen war bereits ein Modell und nach Genehmigung durch die Landesregierung sollte dieses bereits 1998 Wirklichkeit werden. Aus dem alten Gebäude hätte ein Altenheim werden können. Es kam jedoch teilweise anders. Das Aus für das Crimmitschauer Krankenhaus kam mit dem Beschluss des Kreistages Werdau vom 7. September 1995. Da half auch der kommunalpolitische Widerstand der Stadt Crimmitschau im Vorfeld nichts. Kurz vor seinem 150-jährigen Jubiläum war das Krankenhaus Crimmitschau am 19. Juni 1999 leer gezogen und Werdau hatte an der Ronneburger Straße einen Krankenhausneubau, die Pleißentalklinik. Im Juli 2000 begann die Entkernung des Crimmitschauer Bauwerkes und der Abriss des Gebäudes schaffte Platz für ein neues Bauvorhaben.

Die Crimmitschauer trauerten ihrem Krankenhaus lange nach. Doch das Senioren-Pflegeheim auf diesem Gelände ist bestimmt nicht die schlechteste Lösung. 1998 kaufte und übernahm die Sozialunternehmerin Münch das Pflegeheim in der Westbergstraße 65. Dieses Heim nach Mindestvorgaben zu sanieren stellte sich als nicht lösbar heraus. So entstand die Überlegung zur Realisierung eines Neubaus auf dem ehemaligen Krankenhausgelände. Hierzu nahm Rita Münch das Angebot von Kommune und Landkreis zum Kauf des Areals an und es begannen 1999 die Planungsmaßnahmen. Im Jahr 2001 erfolgte der Abschluss der Planung. Die beantragten Fördermittel wurden vom Regierungspräsidium Chemnitz bewilligt. Die Gesamtkosten für den Neubau lagen bei 6,45 Millionen Euro, wovon die Bauherrin Rita Münch 1,64 Millionen Euro trug.

Die Grundsteinlegung zum Pflegeheim "Im Park" erfolgte am 11. Mai 2001 in Anwesenheit des sächsischen Sozialministers. Bereits am 21. November war das Richtfest gefeiert worden. Nach weiteren neun Monaten Bauzeit waren die 64 Einzelzimmer, 8 Doppelzimmer und Gemeinschaftsräume sowie die erforderlichen Betriebsräume fertiggestellt. Die 80 Bewohner des alten Heimes zogen im September 2002 in das Senioren-Pflegeheim "Im Park" um. Ihr Mittagessen nahmen sie schon in der neuen Pflegeeinrichtung Mannichswalder Straße 67 ein. Jetzt hatten sie das Glück, unter verbesserten Bedingungen ihren Lebensabend zu genießen.

Quelle: Crimmitschau - Geschichte einer Stadt

 
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