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Die Spinnerei, die bisher nur bei geführten Rundgängen besichtigt werden kann, soll künftig der zentrale Ort für Besucher der Tuchfabrik werden. Foto: Thomas Michel

Foto: Thomas MichelBild 1 / 2

Hier zieht bald Leben ein

Die Tuchfabrik an der Leipziger Straße in Crimmitschau ist einer der Schauplätze während der Landesausstellung. Dafür wird die Spinnerei umgestaltet. Ein erster Schritt in Richtung Museum.

Von Uwe Mühlhausen
erschienen am 15.05.2018

Crimmitschau. Im Oktober des Vorjahres weilte Sachsens Ministerin für Kunst und Kultur, Eva Maria Stange, in Crimmitschau und besuchte die ehemalige Tuchfabrik Gebr. Pfau. Im Gepäck hatte die SPD-Politikern einen Fördermittelbescheid über 500.000 Euro. Mit dem Geld soll der Komplex an der Leipziger Straße fit gemacht werden für die Landesausstellung 2020. Diese steht unter dem Motto: "Mensch, Kultur und Industrie". Zentraler Ort wird dabei Zwickau sein. Crimmitschau ist einer der Nebenschauplätze mit dem Schwerpunkt Textilindustrie.

Seit dem Besuch von Stange ist gut ein halbes Jahr vergangen. Optisch ist bisher nicht viel passiert. Doch der Eindruck täuscht. "Wir liegen im Plan. Die Stadt wird zu dem Geld vom Freistaat 125.000 Euro an Eigenmitteln beisteuern, sodass insgesamt 625.000 Euro für die Realisierung des Projektes zur Verfügung stehen. Damit haben wir eine sehr gute Ausgangsposition und ein solides finanzielles Fundament", sagt Oberbürgermeister André Raphael (parteilos). Das Vorhaben der Kommune: Aus der Tuchfabrik, die momentan den Status eines technischen Denkmals hat, soll ein richtiges Museum werden. "Die Landesausstellung ist dafür quasi der Startschuss. Wir sind bereits auf einem guten Weg dahin", sagt das Stadtoberhaupt. Bei der Verwirklichung des Vorhabens würden die Kommune, der Stadtrat, der Zweckverband Sächsisches Industriemuseum und der Förderverein an einem Strang ziehen. Dazu gehöre beispielsweise auch, dass Anfang des Jahres mit Jana Kämpfe die Tuchfabrik wieder eine hauptamtlich tätige Leiterin habe, die beim Zweckverband angestellt ist. "Ein klares Bekenntnis zum Haus."

Kämpfe hatte unlängst vor dem Stadtrat die Pläne vorgestellt, wie die Tuchfabrik zur Landesschau aussehen und wofür das Geld verwendet werden soll: Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Spinnereigebäude. Im Erdgeschoss soll sich künftig der zentrale Eingangsbereich des Museums befinden - mit Garderobe, Kasse, Empfangstresen und Sitzmöglichkeiten. Als ersten Schritt dafür wurde im Februar eine behindertengerechte Toilette eingeweiht, realisiert und finanziert durch den Förderverein. In der ersten Etage sollen künftig Ausstellungen zu sehen sein, die sich mit der Entwicklung der Textilindustrie in Crimmitschau und Sachsen befassen wird. "Für diese Vorhaben reicht das zur Verfügung stehende Geld. In diesem Jahr erfolgen die Planungen und Ausschreibungen und 2019 die Umsetzungen der einzelnen Vorhaben", erklärt Jana Kämpfe den Ablauf.

Das Stadtoberhaupt geht noch einen Schritt weiter: Ihm geht es um die Nachhaltigkeit. "Die Investitionen sind ein erster Schritt in diese Richtung. Weitere Maßnahmen müssen und werden folgen", sagt der Oberbürgermeister. Für konkrete Aussagen dazu sei es aber noch zu früh. Eine wichtige Frage bei der Ertüchtigung des alten Spinnereigebäudes spiele unter anderem der Brandschutz, irgendwann wären auch die Fenster fällig. "Wir müssen den gesamten Komplex im Auge behalten und zugleich eine Lösung für den Fortbestand der historischen Sammlung finden. Das Ganze ist ein umfangreiches Gebiet. Wir arbeiten an einer Lösung", sagt Raphael.

Er hat zu der ehemaligen Tuchfabrik einen persönlichen Bezug. "Als Schüler habe ich damals in den Ferien in der Färberei gearbeitet und mein Taschengeld aufgebessert. Dabei habe ich erfahren, wie schwer und unter welchen Bedingungen einst die Beschäftigten in der Fabrik arbeiten mussten", sagt das Stadtoberhaupt. Ihm ist wichtig, dass sich auch die Crimmitschauer noch mehr zu ihrer Tuchfabrik bekennen. "Die ehemaligen Beschäftigten haben mit ihrer Arbeit und ihrem Fleiß den Reichtum der Stadt mit erarbeitet. Darauf kann jeder von ihnen, und dabei meine ich besonders die Frauen, stolz sein. Diesen Gedanken gilt es, wieder verstärkt im Bewusstsein der Crimmitschauer zu festigen. Das betrifft auch die Jugend und die folgenden Generationen. Mit der Landesausstellung und dem künftigen Museum wollen wir einen Beitrag dazu leisten."

 
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