Kaufland: Mitarbeiter befinden sich auf Jobsuche

Betriebsrat spricht nach Schließung von "unfairen Angeboten"

Crimmitschau.

Der Großteil der 58 Kaufland-Mitarbeiter schlittert nach der Schließung des Marktes im Crimmitschau-Center in die Arbeitslosigkeit. Das haben Mitglieder des Betriebsrates im Gespräch mit "Freien Presse" zum Ausdruck gebracht. Sie berichten, dass es vom Unternehmen in den letzten Monaten keine fairen Angebote zur Übernahme an anderen Kaufland-Standorten in Meerane, Glauchau, Werdau oder Zwickau gegeben habe. Der Einkaufsmarkt in Crimmitschau war gestern zum letzten Mal geöffnet.

"Den Kollegen wurden meistens nur Stellen mit einer deutlich geringeren Arbeitszeit angeboten. Die Leute sind gefrustet und enttäuscht", teilte ein Mitglied des Betriebsrates mit. Die Frau will allerdings ihren Namen nicht in der Zeitung nennen, weil sie Nachteile bei der künftigen Jobsuche befürchtet. Das Durchschnittsalter der Kaufland-Mitarbeiter in Crimmitschau würde bei rund 49 Jahren liegen. Ein Großteil sei seit mehr als 20 Jahren im Unternehmen beschäftigt gewesen.

Aufgrund der Plakate, mit denen Kaufland künftig zum Einkauf in die modernisierte Filiale nach Meerane einlädt, hätten viele Stammkunden vermutet, dass es auch für die Verkäuferinnen am Standort in der Nachbarstadt weitergeht. "Dadurch ist ein falscher Eindruck entstanden", heißt es vom Betriebsrat. Zuletzt war ein Teil der riesigen Plakate im und vor dem Markt überklebt gewesen.

Die Frage der "Freien Presse", wie viele der 58 Mitarbeiter in andere Filialen in der Region wechseln können, ist von den Kaufland-Verantwortlichen bisher nicht beantwortet worden. Die Unternehmenskommunikation teilte dazu nur allgemein mit: "Um für die Mitarbeiter eine sozial verträgliche Lösung zu finden, hat Kaufland gemeinsam mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich und Sozialplan erarbeitet."

Das Unternehmen hatte im Januar über die Schließungspläne informiert. Der Schritt wurde mit der Geschäftsentwicklung und dem hohen Investitionsbedarf begründet. Der Mietvertrag läuft am Ende des Jahres aus. In den letzten Wochen verabschiedeten sich bereits etliche kleine Geschäfte aus dem Crimmitschau-Center.

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