"Lebensbaum" wächst an Seniorenheim

Mehr als 20 Jahre schlummert das Kunstwerk eines Werdauer Ehrenbürger im Verborgenen. Jetzt wird es wieder ans Tageslicht geholt.

Werdau.

Fast schien es schon so, als ob ein von Heinz Lanzendorf geschaffenes Kunstwerk für immer im Depot des Werdauer Museums verschwindet. Jetzt wurde ein passender Standort für das Werk gefunden. Befestigt wird das fast zehn Meter lange Emaille-Relief "Lebensbaum" noch in diesem Jahr an der Fassade des neu entstandenen altersgerechten Wohnhauses am Brühl.

"Das Kunstwerk passt ideal zum Charakter des Hauses", sagt der Eigentümer des Objektes, Jürgen Rehse. Was derzeit noch fehlt, ist das Gestell, auf dem das Kunstwerk befestigt wird. "Das kostet rund 4000 Euro und muss erst noch angefertigt werden. Dazu werden in den nächsten Tagen die erforderlichen Absprachen getätigt", sagt der Geschäftsmann, der die Zusatzkosten aus seiner eigenen Tasche bezahlt. Das Gebäude hat Rehse, der zugleich einer der beiden Geschäftsführer des Seniorenzentrums am Brühl ist, 2011 erworben und in ein altersgerechtes Wohnhaus umbauen lassen. "Die Wohnungen sind bereits alle bezogen. Die Nachfrage war weitaus größer als im Vorfeld gedacht", sagt der Unternehmer. Bis auf die Gestaltung der Außenanlagen und der Montage des Kunstwerkes sind die Arbeiten abgeschlossen.

Ob das Kunstwerk nach Einbruch der Dunkelheit auch angestrahlt wird, so wie ursprünglich geplant, steht noch nicht fest. "Das werden wir erst in den nächsten Tagen entscheiden, eventuell auch erst, wenn das Werk montiert ist", sagt Rehse.

Begleitet wurde der Umbau des Hauses eine Zeit lang von Norbert Lanzendorf, Sohn des Werdauer Ehrenbürgers, als Bauleiter. Der zeigt sich mit der Entscheidung zufrieden. "Der Standort ist gut gewählt."

Geschaffen hat das Kunstwerk Heinz Lanzendorf, der im Oktober seinen 96. Geburtstag feiern kann, in den 1980er-Jahre. Gedacht war es ursprünglich als Zierde für die Kaufhalle in der Werdauer Sorge. Mit dem Abriss des Gebäudes wurde das Kunstwerk demontiert und im Museum eingelagert. Dass es nicht für immer dort bleiben muss, freut auch den Chef der Einrichtung, Hans-Jürgen Beier. "Aufgrund der Größe des Reliefs war es gar nicht so einfach, einen geeigneten Standort zu finden." Das Kunstwerk ist insgesamt neun Meter lang und zwei Meter hoch und besteht aus 36 Einzel- teilen. "Der Zustand ist noch sehr gut. Lediglich an einigen Stellen ist die Emaille etwas abgeplatzt. Die Schadstellen lassen sich mit Spezialfarbe sehr gut ausbessern", sagt der Museumschef.

In der Vergangenheit gab es mehrere Pläne, die dann ad acta gelegt wurden. 2010 sollte das Kunstwerk von Heinz Lanzendorf, der aufgrund seines künstlerischen Verdienstes am 22. Oktober 1985 zum Ehrenbürger der Stadt Werdau ernannt wurde, an der Wand des Kaufland-Parkdecks an der Uferstraße befestigt werden. Damit wollte man dem Künstler zu seinem 90. Geburtstag ein Geschenk bereiten. Der Standort wurde von der Familie abgelehnt.

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