Sauerei geht weiter: Erneut Windeln entsorgt

Stadt und Wasserwerke treffen sich heute zur Beratung - Suche nach dem Verursacher läuft

Werdau.

Ein Umweltskandal sorgt derzeit nicht nur in Werdau für reichlich Gesprächsstoff, sondern nach Bekanntwerden auch in den sozialen Medien. Seit geraumer Zeit entsorgt ein bisher noch Unbekannter vermutlich Windeln für Erwachsene in größeren Mengen illegal in einem unterirdisch verlaufenden Kanal, der in Höhe der Brücke am Brühl in die Pleiße mündet und dort den mit einem Gitter versehenen Zulauf verstopft. Nachdem die "Freie Presse" darüber am vergangenen Mittwoch berichtete, reagierten die Wasserwerke unverzüglich und beseitigten die Reste.

Nur wenige Tage später dasselbe Bild. Am Freitagabend beobachtete Lothar Kaczmarek erneut, wie sich mehrere Teile, vermutlich wieder Windeln für Erwachsene, in dem Zulauf verfangen hatten. Der Werdauer hatte bereits in der Vorwoche auf den Umweltskandal aufmerksam gemacht. "Beim zweiten Mal war das nicht so eine große Menge, aber wieder das gleiche Material", sagt der Werdauer. Seine Vermutung: Hierbei kann es sich nicht um einen normalen Haushalt mit einer pflegebedürftigen Person handeln. "Da fallen nicht Windeln in derartiger Menge an", sagt Lothar Kaczmarek. Der erneute Fall ist den Wasserwerken, in deren Zuständigkeit der Kanal fällt, bereits bekannt. Nicht nur das Unternehmen war in der Vergangenheit bereits mehrfach aktiv, um Vorfluter und Zulauf zur Pleiße zu säubern, sondern auch der Bauhof der Stadt Werdau. Das sagte Rathaussprecher André Kleber. Er spricht von einer "Sauerei in Größenordnung".

Entsorgt hier möglicherweise eine Pflegeeinrichtung in größeren Mengen Inkontinenz-Material für Erwachsene, um Kosten zu sparen? Das wollen nun die Stadt und die Wasserwerke gemeinsam herausfinden. Für morgen ist ein gemeinsamer Beratungstermin angesetzt. Das sagte gestern die Geschäftsführerin der Wasserwerke Zwickau, Heike Kröber. Ziel sei es, den möglichen Täter zu ermitteln. Erste Vermutungen hätten sich nicht bestätigt. Welche das seien, dazu wollte sich Kröber nicht äußern. (umü)

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