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Das Schreiben suggeriert, sogar noch Glück zu haben: Auf die ursprüngliche Forderung in Höhe von 406,83 Euro gibt es noch Nachlass.

Foto: Sven FrommholdBild 1 / 2

Spiel mit der Angst

Ein vermeintliches Inkassobüro verschickt Briefe mit Geldforderungen von mehr als 200 Euro. Das Schreiben ist gespickt mit Drohungen.

Von Uta Pasler
erschienen am 14.02.2018

Zwickau. Erst wollte die Lichten-steinerin gar nicht reagieren. Das Schreiben des Inkassobüros "Power Forderungsservice", das bei ihr am 31. Januar in den Briefkasten flatterte, musste ein Versehen sein. Sie sollte 249,46 Euro bezahlen. Wofür stand nicht drin. Sie hatte weder "zahlreiche Mahnungen" erhalten, von denen in dem Brief die Rede war. "Noch war ich mir einer Schuld bewusst, irgendetwas nicht bezahlt zu haben", erklärte die 63-Jährige. Als sie dann allerdings einen Anruf von diesem Büro bekam, eine Frauenstimme sie darauf hinwies, dass das die letzte Zahlungsaufforderung sei ("Ansonsten wird es für Sie unangenehm!"), reichte es ihr. Am 6. Februar erstattete die Lichtensteinerin Anzeige bei der Polizei und schaltete die Verbraucherzentrale ein.

"Es ist jetzt nicht so, dass ich deswegen schlaflose Nächte hatte. Aber nach der Anzeige war ich beruhigter", sagte die 63-Jährige. Die Polizei bestätigte, dass Anzeigen vorliegen. Es seien aber eher Einzelfälle, keine Schwemme. Die Ermittlungen wegen Betrugs laufen, sagt Polizeisprecher Christian Schünemann.

"Bloß nicht zahlen", sagt Sigrid Woitha, Leiterin der Zwickauer Verbraucherzentrale, die dazu etliche Anfragen hatte und fürchtet, dass viele solcher Briefe im Umlauf sind. Sie empfiehlt, das Konto im Auge zu behalten und Anzeige zu erstatten.

Das hat auch eine Familie aus dem Zwickauer Stadtteil Weißenborn gemacht. "Das Schreiben hat uns nicht wirklich beunruhigt. Wir hatten ja nie eine Mahnung bekommen. Aber solchen Leuten muss das Handwerk gelegt werden", sagte der Weißenborner, der in dem Brief gleich mehrere Merkwürdigkeiten ausgemacht hatte. Die Adresse ist ein Berliner Büro, die Vorwahl die von Großbritannien, die Kontonummer auf dem Überweisungsschein eine belgische. Laut Verbraucherschützerin Woitha findet sich auch nirgends der Name des Auftraggebers, was zwingend erforderlich sei. Aufgeführt sind auch kein Vertragsgegenstand und Datum des Vertragsabschlusses.

"Das Schreiben, das gespickt ist mit Drohungen, spielt mit der Angst der Menschen", sagt sie. Da ist von einem gerichtlichen Mahnbescheid die Rede, von Arrest, Zahlungsbefehl, Vorpfändung, Kontosperrung. Auf eine Anlage wird verwiesen, die einen Vollstreckungsbescheid beinhalte. Die Anlage fehlt allerdings. Inkassobüros müssen zudem im Rechtsdienstleistungsregister registriert sein. Ein Power Forderungsservice gehört nicht dazu, so Woitha.

Wer die angegebene Nummer anruft, bekommt zur Antwort: "Ihr Anruf kann nicht wie gewählt ausgeführt werden. Bitte überprüfen Sie die Nummer und wählen Sie erneut." Wie die "Saarbrücker Zeitung" berichtet, sind im Saarland identische Schreiben aufgetaucht.

 
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