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Der Besitzer der Tuchfabrik (rechts das Haus C mit der musealen Sammlung) hat nach Auffassung der Stadt nur unzureichend modernisiert. Foto: T. Michel

Foto: Thomas Michel

Umbau der Tuchfabrik droht zu scheitern

Weil ein Investor nach Auffassung der Stadt Werdau seine Verpflichtungen nicht eingehalten hat, stellt ihm die Kommune auch keine Gelder mehr zur Verfügung. Damit steht die Umsetzung des Vorhabens auf der Kippe.

Von Uwe Mühlhausen
erschienen am 12.06.2018

Werdau. Uwe Reinhold aus Werdau hatte große Pläne. 2007 kaufte er die ehemalige Tuchfabrik Otto Ullrich an der August-Bebel-Straße in Werdau und versucht seitdem, den Komplex zu revitalisieren. Aus eigener finanzieller Kraft kann der Inhaber eines Ingenieurbüros das Vorhaben nicht umsetzen und baut deshalb auf die Unterstützung der Stadt. Uwe Reinholds Vorhaben: Er will in einem Teil des Komplexes, im Haus C, eine Art Museum etablieren. Die Exponate dafür übernahm er zum Teil aus dem Bestand des Werdauer Museums, dem für die Präsentation der Platz fehlt. Dazu gehört beispielsweise eine alte Dampfmaschine, die einst in der Werdauer Feldschlösschen-Brauerei jahrzehntelang ihre Dienste verrichtete. Nach umfänglicher Restaurierung wurde der Koloss aus Stahl im HausC der alten Tuchfabrik wieder aufgebaut und zu besonderen Anlässen, wie dem Tag des offenen Denkmals oder dem Dampftag im Museum, auch der Bevölkerung in Aktion vorgeführt. Zu den Exponaten gehört unter anderem auch eine historische Werkstatt, deren Maschinen noch mit Transmission angetrieben werden. Auch die wurde nahezu originalgetreu wieder im ehemaligen Speisesaal aufgebaut. Ergänzt wurde die Sammlung durch mehrere Exponate aus dem stillgelegten Kraftwerk Hirschfelde in der Lausitz. Dazu gehört zum Beispiel eine alte AEG-Dampfturbine, Baujahr 1908.

Vollendet hat Uwe Reinhold sein Projekt bis heute nicht. Im Rathaus ist man seit Längeren skeptisch, ob die Pläne des Werdauers überhaupt aufgehen. Mehrere Gespräche zwischen dem Investor und der Kommune endeten fast immer mit unterschiedlichen Auffassungen.

Im Oktober des Vorjahres befasste sich der Stadtrat mit einem Fördermittelantrag des Werdauers und lehnte diesen ab, weil das Gremium das Projekt als "wirtschaftlich nicht tragfähig und risikobehaftet" bewertete. Hätte die Kommune den Antrag über das Gebiet "Südliche Innenstadt", in dem sich die Fabrik befindet, bestätigt, hätte die Stadt gemäß den festgelegten Fördersätzen rund 146.000 Euro Eigenanteil erbringen müssen. "Unmöglich", sagte damals Oberbürgermeister Stefan Czarnecki und begründet dies mit dem Satz: "Die Revitalisierung ist kein Projekt der Stadt." Hinzu komme, dass die Sächsische Aufbaubank (SAB) bereits 2014 dem Eigentümer Fördermittel bewilligte habe. Allerdings mit der Auflage von konkreten Sanierungszielen für die Fabrik.

Jetzt befasste sich erneut der Stadtrat mit der Thematik, und wieder musste Uwe Reinhold eine Schlappe hinnehmen. Der Werdauer hatte sich mit einer Petition an den Oberbürgermeister und Stadtrat gewandt, mit der Bitte, die noch zur Verfügung stehenden Gelder der SAB für das Sanierungsgebiet für die Modernisierung der Tuchfabrik bereitzustellen. Sollte dies nicht geschehen, würde es "zum Verlust eines wertvollen Bau- und technischen Denkmales für die Stadt kommen", so seine Begründung. Seine Petition wurde mit zwei Enthaltungen abgelehnt. Stefan Czarnecki (CDU) legte zuvor den Standpunkt der Kommune dar. Nach Auffassung der Stadt habe Uwe Reinhold die Modernisierung des Hauses B nicht und die des Hauses C nur in unzureichendem Umfang realisiert. Die Stadt sei deshalb mit Rückzahlungsforderungen der SAB konfrontiert. Die Bank fordere mit Bescheiden vom 28. März von der Kommune insgesamt 257.272 Euro zurück und drohte zugleich mit der Geltendmachung von Zinsforderungen. Um dies zu vermeiden, zog die Stadt jetzt die Notbremse und kommt der Zahlungsforderung der SAB nach. Das Geld wurde im Haushalt eingestellt.

Uwe Reinhold zeigt sich von der Entscheidung der Stadt enttäuscht, will aber weiterhin an der Umsetzung seiner Vorhabens festhalten. Er will nun versuchen, über die Kulturraumförderung Gelder für die Umsetzung seines Vorhabens zu bekommen. "Notfalls werde ich das Haus B verkaufen. Erste Gespräche dazu gab es bereits", sagt Uwe Reinhold. Er will damit einer Empfehlung der Kommune nachkommen. "Der neue Eigentümer könnte einen Antrag bei der Stadt auf Bewilligung von Fördergeldern stellen, weil es sich dann um eine andere Person handelt." Er selbst will sich auf das Projekt museale Sammlung konzentrieren. (mit rdl)

 
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