Vater hilft Töchterchen selbst auf die Welt

Weil es die kleine Heda schrecklich eilig hatte, musste in Königswalde ein junger Mann Geburtshilfe leisten.

Königswalde.

13 Minuten können eine lange Zeit sein, wenn man zum Beispiel im Wartezimmer eines Zahnarztes sitzt. 13 Minuten bei einer Geburt - das ist rekordverdächtig. "Ich bin gegen 4 Uhr in der Frühe wach geworden", weiß Tina Uhlig noch jedes Detail über diesen 13. September. "Irgendwie war es mir komisch, anders als sonst. Dann bin ich erst mal in die Dusche gegangen." Der Wecker ihres Mannes Michael Uhlig klingelte exakt 4.15 Uhr. Der 35-Jährige wollte zur Schicht nach Crimmitschau.

Eigentlich sollte Töchterchen Heda in Greiz das Licht der Welt erblicken und eigentlich auch erst am 17. September. "Das schaffen wir nicht mehr. Du brauchst gar nicht erst loszufahren", war sich die werdende Mutter nach wenigen Augenblicken klar. Dann platzte die Fruchtblase. Michael Uhlig dachte nicht lange nach. "Ich habe meine Frau da auf dem Fußboden liegen sehen. Logisch, dass ich ihr helfe", sagt der Mechaniker. Dass er bei der Geburt von Söhnchen Emil - heute viereinhalb Jahre alt - die ganzen acht Stunden über seiner Frau zur Seite stand, habe ihm bei seiner Tochter sehr geholfen. "Irgendwie habe ich mir wohl was von den Hebammen abgeguckt und es auch behalten. Man handelt instinktiv in solchen Momenten." Zwei Presswehen, und dann war Heda da. Gesund, 46 Zentimeter groß und 2720 Gramm schwer. Das Geschehen in der oberen Etage des Hauses hatte Oma Angela Richter auf den Plan gerufen. Der Notarzt wurde alarmiert. Und schnell wurden noch ein paar Bilder und ein kurzes Video gemacht. "Das wird sich unsere Tochter bei jedem Geburtstag anschauen müssen", meint das Paar lachend, das seit 15 Jahren durch dick und dünn geht und sich vor drei Jahren auch das Jawort gegeben hat.

Für Mutter und Kind ging es, noch mit der Nabelschnur verbunden, in die Werdauer Pleißentalklinik. Dort erholten sich beide sehr schnell. Die kleine Heda musste für einige Zeit in den Wärmekasten, aber es war alles gut. "Es geht uns klasse", sagt die 31-jährige Mutter. Die aufregende Geschichte um die blitzschnelle Hausgeburt am Feldwiesenweg machte im Dorf die Runde. "Viele haben uns darauf angesprochen und uns alles Gute gewünscht." Für die Uhligs ist die Familienplanung jetzt definitiv abgeschlossen. "Wir sind glücklich und zufrieden. Und unser Emil freut sich über seine kleine Schwester."

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