Design-Studenten lernen bald in gläserner Bibliothek

Millionenzusage aus Dresden für die Angewandte Kunst Schneeberg: Die Fakultät erhält eine neue Bücherei und Cafeteria. Davon sollen nicht nur die Hochschüler profitieren.

Schneeberg/Dresden.

Die Entwürfe des Architektenbüros sind gewagt und modern zugleich: Die Schneeberger Fakultät Angewandte Kunst, eine Außenstelle der Westsächsischen Hochschule Zwickau, soll einen gläsernen Anbau erhalten. Und der wird nicht etwa neben dem alten Hochschulgebäude an der Goethestraße errichtet sondern mitten hindurch.

Wie eine Art überdimensionaler Riegel schiebt sich der Neubau, der eine Bibliothek und eine Cafeteria beheimaten soll, durch das Erdgeschoss und lugt aus den alten Mauern hervor. Der Dekan Thomas Pöpper ist von Plänen, die bisher in einer ersten Studie vorliegen, begeistert: "Von vorn sieht es aus wie ein Schaufenster, es ist ein Hingucker. Wir öffnen uns visuell."

In den Erweiterungsbau will der Freistaat Sachsen eine Million Euro investieren. Dafür wird der Altbau im unteren Bereich durchbrochen und Teile der Parkflächen auf der Rückseite bebaut. Die Modewerkstätten, die bisher im Erdgeschoss angesiedelt waren, ziehen in die oberen Etagen. Zugleich ist vorgesehen, das Gebäude mit einem Aufzug barrierefrei zu erschließen. Baubeginn könnte laut Staatsbetrieb für Immobilien und Baumanagement im kommenden Jahr sein. "Gegenwärtig laufen noch die Planungen und es erfolgt die Aufstellung der Bauunterlagen", sagt eine Sprecherin.

Für den Hochschulstandort - unter Kreativen bekannt als "Kraftwerk des Designs" - ist es die erste größere Investition seit Jahrzehnten. Und das, obwohl noch vor wenigen Monaten hinter den Kulissen über eine möglichen Verlegung der Fakultät nach Zwickau spekuliert wurde. Grund waren Probleme bei den Neueinschreibungen; deren Anzahl stagnierte seit Jahren.

Als Ursache hatte Dekan Pöpper eine "fehlende Lebensqualität" ausgemacht und gefordert, den Standort zu stärken mit einer neuen Bibliothek, einer Mensa und mehr Budget. Dieser Wunsch geht nun in Teilen in Erfüllung. "Es ist eine gute Nachricht für die Hochschule und ganz Schneeberg", sagt Pöpper. Nicht nur, dass der Hochschul-Standort erhalten bleibt, "jetzt finden wir für diese Fakultät, diesen Edelstein, auch noch eine gescheite Fassung." Ähnlich äußert sich der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Colditz, der sich gemeinsam mit anderen Politikern aus der Region für den Erhalt der Einrichtung eingesetzt hatte: "Ich bin beruhigt, dass durch die Baumaßnahme die Zukunft langfristig gesichert ist."

Die Bibliothek war bisher eins der größten Sorgenkinder der Fakultät. Bücher lagerten auf wenigen Quadratmetern unter dem Dach. Mit dem Anbau soll sich das ändern. "Wir stellen Weltanschluss her", sagt Pöpper. Im Gespräch sei derzeit, ob und wie man die städtische Bücherei mit der der Hochschule enger verzahnen kann. Seit längerem gibt es Bestrebungen, Stadt und Fakultät einander näherzubringen. "Wir wollen uns von der kunstvollen Insellage befreien", so der Dekan.

Für die rund 170 Studenten, die in Schneeberg in den Fächern Holzgestaltung, Textilkunst oder Modedesign lernen, gibt es zudem einige weitere Verbesserungen. So ist laut Pöpper ab kommenden Semester geplant, mehr Sport- und Fremdsprachenkurse anzubieten. In der Diskussion sei ebenfalls die Wiedereröffnung des Studentenclubs, der im vergangenen Jahr geschlossen hatte.

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