Werbung/Ads
Menü

Themen:

Weil Chlorgas auch durch die Kleidung dringt, mussten die Einsatzkräfte, die bis in den Maschinenraum des Freibades vordrangen, in spezielle Schutzanzüge schlüpfen.

Foto: Ralph Koehler/propictureBild 1 / 3

Einsatzkräfte proben Ernstfall

Eine Chlorgaswolke und schreiende Verletzte am Samstag im Hartensteiner Freibad - das schlimme Szenario war zum Glück nur gestellt.

Von Viola Martin
erschienen am 09.04.2018

Hartenstein. Feuerwehren, Kranken- und Notarztwagen sind am Samstag mit Blaulicht und Sirene durch die Schlossstadt gedüst. Viele am Straßenrand fragten sich da, was wohl Schlimmes passiert ist. Zum Glück nichts. Die freiwilligen Feuerwehren Hartenstein und Thierfeld, Kräfte des Gefahrengutzuges Süd des Landkreises Zwickau aus Reinsdorf und Culitzsch sowie die Johanniter aus Kirchberg waren um 9.17Uhr zu einer Übung in das Freibad am Rande von Hartenstein gerufen worden. Das Szenario stellte einen Chlorgasaustritt dar, bei dem mehrere Personen verletzt wurden.

Der Hartensteiner Stadtwehrleiter Mario Oelsner, der als Einsatzleiter fungierte, berichtete, dass insgesamt 80 Leute im Einsatz waren. "Unsere Wehren haben erstmals das Zusammenspiel mit den anderen Partnern im Gefahrengutzug geprobt. Wir hoffen zwar, dass so ein Fall niemals eintritt, aber wenn es doch passiert, müssen wir gut gerüstet sein." Oelsner verwies darauf, dass auch bei Unfällen mit Gefahrenguttransporten dieses Zusammenwirken klappen muss.

Die Übung wirkte wie eine echte Katastrophe. David Domschke von der Hartensteiner Wehr hatte Jugendlichen aus der evangelischen Kirchgemeinde der Stadt blutende Kopf- und Armverletzungen täuschend echt angeschminkt. Die jungen Männer lagen schreiend im Badgelände. Notfallsanitäter Markus Scharte von den Johannitern sagte, dass es selbst bei solch einer Übung schwer sei, nicht sofort zu den Verletzten eilen und helfen zu dürfen. "Die eigene Sicherheit geht vor. Erst einmal muss das Chlorgas mit Wasser niedergeschlagen werden, kümmern sich mit Druckluftatemgeräten ausgerüstete Feuerwehrleute um die Verletzten", erläuterte Mario Oelsner. Für genügend Wasser sorgte die Thierfelder Wehr, die eine Leitung vom Hechtteich ins Bad legte. Kristin Junghans von den Thierfeldern sagte: "Ich habe heute viel gelernt. Es war alles sehr realitätsnah." Die schmalen Zufahrtswege und das stark abfallende Gelände sorgten für zusätzliche Hürden.

Für die Männer in den speziellen Schutzanzügen mit Druckluftatemgeräten war es Schwerstarbeit, zu Schwimmmeister Robert Müller in den Maschinenraum vorzudringen. Er hatte wie im Ernstfall täuschend echt aussehende, stark verätzte Hände, klagte über Schmerzen im Bein und Übelkeit, gab aber tapfer Auskünfte darüber, was mit dem Chlorgranulat passiert ist. Auf einer Trage wurde Müller dann den steilen Hang hinauf in die auf dem Weg aufgebaute Dekontaminationskabine gebracht.

Am Ende zeigte sich Mario Oelsner zufrieden mit der Übung. "Es ging nicht zuerst um Schnelligkeit, sondern vorrangig um das gute Zusammenspiel aller Beteiligten. Die Führungskräfte werden sich nächste Woche zusammensetzen, alles auswerten und Schwachstellen analysieren", sagte er.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)

Lesen Sie auch

Bildergalerien
  • 18.04.2018
Harry Härtel
Großrazzia: Auch Bordelle in Chemnitz und Zwickau durchsucht

Bei einer bundesweiten Großrazzia der Bundespolizei sind am Mittwochvormittag auch zwei Bordelle in Chemnitz und Zwickau durchsucht worden. ... Galerie anschauen

 
  • 11.04.2018
Uwe Mann
Wiesenburg: Alte Lok wird in stillgelegtem Bahnhof zur Herberge

Wiesenburg. Kurz vor Mitternacht war es geschafft: Zwei Autodrehkrane haben in der Nacht zum Mittwoch gemeinsam eine ausrangierte Diesellok, Baujahr 1969, vom Gleis der Strecke Zwickau - Schwarzenberg gehoben und auf ein extra verlegtes Abstellgleis auf den ehemaligen Bahnhof Wiesenburg (Landkreis Zwickau) gestellt. ... Galerie anschauen

 
  • 07.04.2018
Ralph Köhler
Rettungskräfte rücken zu Übung im Hartensteiner Freibad aus

Wegen einer Einsatzübung sind am Samstagvormittag Feuerwehren, Kranken - und Notarztwagen mit Sirene durch Hartenstein gedüst. ... Galerie anschauen

 
  • 24.03.2018
Niko Mutschmann
Großübung im Eisenbahntunnel Bad Schlema

Der Eisenbahntunnel Bad Schlema ist am Samstagvormittag Schauplatz einer Großübung für Feuerwehr, Johanniter, DRK, Bundespolizei und Notfallmanager der Bahn geworden. ... Galerie anschauen


 
 
 
Wetteraussichten für Zwickau
Di

19 °C
Mi

20 °C
Do

14 °C
Fr

17 °C
Sa

18 °C
 
Unsere Youtube-Videos

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freie Presse Immobilien
Immobilienangebote für Zwickau und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Zwickau

Immobilienportal

Mietangebote

Kaufangebote

 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse vor Ort

08056 Zwickau
Hauptstraße 13
Telefon: 0375 5490
Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 9.00 - 17.30 Uhr, Sa. 9.00 - 11.00 Uhr

weiterlesen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm