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Amtsgerichtsdirektorin Eva-Maria Ast (links, stehend) bat darum, dass an der Pöhlauer Straße zeitnah etwas passiert, damit nichts mehr passiert.

Foto: Ralph Koehler/propicture

Fast ganz Pöhlau fordert Fußweg

Nach dem tragischen Tod eines Mannes aus ihrer Mitte haben die Bewohner Unterschriften gesammelt. An die 700 wurden jetzt der OB übergeben.

Von Uta Pasler
erschienen am 09.02.2018

Zwickau. Fast 700 Unterschriften hat Eva-Maria Ast, Amtsgerichtsdirektorin und Pöhlauerin, am Mittwochabend an Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) übergeben. Die Unterzeichner wünschen sich einen Fußweg an der Pöhlauer Straße zwischen dem Abzweig nach Reinsdorf und der Einmündung Colombstraße. Angesichts der aktuellen Einwohnerzahl von Pöhlau, die bei 746 liegt, hat beinahe das gesamte Dorf unterschrieben - in der Hoffnung, dass nicht noch so ein tragisches Unglück passiert, wie es der Familie Meier widerfahren war.

Am 10. November 2017 war Metallbaumeister Bernd Meier in diesem Abschnitt von einem Fahrzeug erfasst und so schwer verletzt worden, dass er wenige Tage später an den Unfallfolgen starb. Dabei war es genau seine Familie, die sich seit Jahren für einen Fußweg an dieser viel befahrenen Straße stark macht.

Pia Findeiß bedauerte, die Tragödie nicht rückgängig machen zu können. Nach ihren Worten wurden bisher neun Varianten geprüft. Ergebnis: An der Talseite soll ein Fußweg genau an der Straße gebaut werden. "Die Planungen werden 2018 beginnen." Da der Bach verlegt werden soll, bedarf es Genehmigungen überörtlicher Behörden. Daher sei unklar, wann es wirklich losgeht. Pöhlauer hakten immer wieder nach, wollten wissen, warum der Bach verlegt werden muss und mit welchem Nachdruck die Stadt das Vorhaben vorantreibt. Immerhin: Varianten und Kosten waren schon im September 2017 bekannt. "Der Tod ist nicht nur tragisch für die Familie, er hat uns alle erschüttert, weil dort Jung und Alt, Mütter mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer entlang müssen", sagte eine Frau. Ein Unfall auf der Äußeren Dresdner Straße genüge, und aller Verkehr führe durch Pöhlau, sagte ein Anwohner. Eine Frau berichtete, dass sie sich auf der Straße nicht nur als Fußgängerin und Radfahrerin fürchte: "Selbst als Autofahrerin habe ich Angst, dass mir das gleiche passiert."

Tiefbauamtsleiter Thomas Pühn zufolge wird der Bach auf die Wiese verlegt, um eine ordentliche Böschung herzustellen. Die rutsche nämlich immer weiter ab und müsse eh gebaut werden. So kann die Verwaltung zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Den Bach zu überbauen, davon sei man weggekommen, weil das wesentlich teurer wäre. Bei dem bis zu 1,2 Millionen Euro teuren Projekt - Planungs- und Grunderwerbskosten nicht inbegriffen - rechnet die Stadt mit bis zu 80 Prozent Fördermitteln. Beide Eigentümer seien sehr aufgeschlossen, Land dafür herzugeben. Das beschleunige vielleicht das Verfahren. Dennoch werde sogar die Landesdirektion zustimmen müssen.

Die Anregung, dort einen kombinierten Fuß- und Radweg anzulegen, nahm die Oberbürgermeisterin auf. "Sie haben Recht: Wenn wir einmal anfangen, sollten wir das berücksichtigen", sagte sie. Und auch die Schilder "Achtung Fußgänger", die dort kürzlich aufgestellt wurden, will die Verwaltung prüfen. Meiers Tochter Daniela Pinkert kritisierte, dass die kaum einsehbar sind.

"Wir werden immer wieder nachfragen, in der Hoffnung, dass wirklich zeitnah etwas passiert und dass in der Zwischenzeit nichts mehr passiert", sagte Eva-Maria Ast bei der Übergabe der Unterschriften. Findeiß versprach, den Stadtrat davon in Kenntnis zu setzen.

 
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