Klinikum kann Problembau beziehen

Vor einem Jahr hat das Heinrich-Braun-Klinikum Haus 6 als sein neues Herzstück eingeweiht, aber Mängel verzögerten den vollständigen Einzug. Jetzt ist es so weit.

Zwickau.

In der Pressemitteilung, die das Heinrich-Braun-Klinikum (HBK) am Montag an Medien verschickt hat, kommen mehrere Chefärzte zu Wort, die sich ausführlichüber die Vorzüge ihres neuen Domizils äußern. Mit keinem Wort erwähnt sind dagegen die Gründe, weshalb zwischen der Einweihung des Gebäudes und dem vollständigen Einzug ein Jahr vergangen ist. Und welche finanziellen Auswirkungen das mit sich gebracht hat.

Der Tenor lautet stattdessen: Haus 6, der als neues Herzstück des Klinikums gepriesene, 44 Millionen Euro teure Bau, wird bis Ende der Woche vollständig bezogen und wohl auch in Betrieb genommen. Heute und am Mittwoch ziehen die Frauenheilkunde und Geburtshilfe ein, am Mittwoch die Neonatologie und Kinderintensivmedizin, am Freitag die Gefäßchirurgie, Samstag die Cafeteria. Besucher und Patienten werden folglich Haus 6 künftig ziemlich oft zu Gesicht bekommen.

Wieso das nicht schon wie bei der Eröffnung geplant im Spätsommer 2017 geschehen ist, liegt offenbar an Mängeln beim Brandschutz. So jedenfalls äußerte sich das HBK erst im November auf eine Presseanfrage. Damals sagte eine Sprecherin, dass unmittelbar vor der Eröffnung eine Panne beim Brandschutz festgestellt worden war. So seien bei Planung, Einbau und Bauüberwachung Fehler unterlaufen. Wieso man das bei der feierlichen Einweihung mitsamt Ministerbesuch nicht angesprochen hatte, blieb dabei ebenso offen wie die Frage nach den Mehrkosten. Welcher Betrag durch den Verzug aufgelaufen ist und wer dafür gerade zu stehen hat, ließ das HBK auch am Montag offen. Darauf könne man kurzfristig keine Antwort geben, hieß es. Dabei muss sich das Krankenhaus schon geraume Zeit mit Kosten beschäftigen. Nicht nur, dass offenbar nachgearbeitet werden musste, auch schlug ein Sicherheitsdienst zu Buche, den man zeitweise beschäftigte, um das Haus vor Vandalismus zu schützen. Immerhin: Anfang März 2018 konnten die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie bereits in ihre neuen Räume im Haus 6 ziehen.

Was das Gebäude für das Klinikum so wertvoll macht, sind seine zentrale Lage und Funktionalität. Die bisher teils langen Wege zwischen den einzelnen Gebäuden, in denen die Abteilungen untergebracht sind, und den Operationssälen entfallen künftig. Mit vier Kreißsälen stehe künftig einer mehr zur Verfügung als bisher, zudem erhöhe sich der Komfort in den Patientenzimmern, heißt es vonseiten des HBK. Die neue räumliche Nähe zwischen Geburts- und Kinderintensivstation sei ebenfalls von Vorteil, da so Mütter im Notfall ganz nah bei ihren Kindern bleiben können. Andere Bereiche des Kinderzentrums bleiben noch bis Ende 2019 in ihrem jetzigen Domizil, Haus 1. Danach sollen sie in ein weiteres Nebengebäude von Haus 6 verlegt werden, an dem derzeit noch gebaut wird, nämlich Haus 8.

Besichtigung Wer die neuen Räume der Geburtshilfe besichtigen will, ist am 27. Juni zwischen 16 und 19 Uhr im ersten Obergeschoss von Haus 6 willkommen.

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