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Kerstin Döhn und ihrem Lebensgefährten Steffen Friedrich verdankt eine Region, dass man noch immer im "Amorsaal" rocken und rollen kann. Das Paar freut sich, wenn die Gäste ihren Spaß haben. Sie sind auch die Bewahrer der Geheimrezepte von Mor-Bef und Mor-Schnitzel.

Foto: Ralph Koehler/propicture

Musikfans bewahren Rock'n'Roll

DA IST MUSIK DRIN Westsachsen, wie es singt und klingt. Heute: die Chefs vom "Amorsaal" Mülsen, Kerstin Döhn und Steffen Friedrich.

Von Uta Pasler
erschienen am 14.05.2018

Mülsen. Generationen haben hier getanzt, gelacht, geschunkelt, sich verliebt, gelegentlich auch mal eine auf die Mütze gegeben: Der legendäre "Amorsaal" hat bis heute überdauert und holt nach wie vor Größen der Rockmusik auf die Bühne in den großen Niclaser Tanzsaal. Am 29. September wird City erwartet, am 17. November spielt die tschechische Rammstein-Coverband RMC, am 1. Weihnachtsfeiertag traditionell Gipsy. Eine Familie hält den Betrieb im mehr als 400 Jahre alten Vierseithof mit Eisdiele, Restaurant und großem Saal am Laufen. "Und es macht immer noch Spaß", versichert Steffen Friedrich, Lebensgefährte von Inhaberin Kerstin Döhn. Die heute 58-Jährige führt seit 2013 die Geschäfte, die Töchter Dominique und Jacqueline sowie eine Angestellte helfen dabei.

Der 56-jährige Friedrich, in Planitz geboren, seit 20 Jahren Niclaser, war selbst jahrelang Stammgast auf dem Parkett des "Amorsaals". Egal, welche Band gespielt hat, der Besuch im "Amorsaal" sei am Samstag Pflichttermin gewesen, erinnert sich der Musikfan.

Die Hartensteiner Fanny und Max Bruno Irmisch kauften den Amorsaal 1935 und wandelten ihn in eine Tanz- und Speisegaststätte um. Schon zuvor, besagen alte Annoncen, wurde dort gelegentlich zum "vornehmen Dielentanz" eingeladen. In der Nachkriegszeit sorgten zahlreiche Kapellen für Schwung im Dorfleben, Filme wurden gezeigt, sogar ein Elefant sei aufgetreten.

In den 1970er-Jahren wurde der Saal zu einem Eldorado für langhaarige Blues- und Folkfans, teils Weitgereiste. Klaus Renft, Stern Meißen, Sputniks, Klosterbrüder und mehr gastierten im mittlerweile von Anneliese und Erich Döhn geführten Haus. Einigen Bonzen war diese Ansammlung von systemkritischen Menschen ein Dorn im Auge. 1976 kam es zur Schließung, doch nur für zwei Monate. Der Jugendklub und die BSG "Traktor" übernahmen die Veranstaltungsleitung, wirklich braver wurden die aber auch nicht.

Viele Tanzsäle haben die Wende nicht überlebt. Der "Amorsaal" schon - dank treuer Stammkundschaft in der Gaststätte, die Weihnachts- und Familienpartys feiern oder zu den Schlachtfesten kommen. Dank aber auch eines Speisenangebotes, das als legendär gilt: Ein Mega-Schnitzel, hauchdünn, aber überaus schmackhaft. Ebenso einmalig: Das "Mor"-Bef, ein Beefsteak, das geradewegs aus der Pfanne und nicht aus der Mikrowelle kommt.

Friedrich zufolge haben die Inhaber in den vergangenen Jahren allerhand getan, damit die Gäste gern wiederkommen: Vereinsraum und Toiletten sind neu, der Hof gepflastert, die Eisdiele renoviert, Türen ausgewechselt, Dächer repariert. In diesem Jahr soll das Damen-WC im Außenbereich drankommen.

Warum Döhn und Friedrich bis heute Konzerte veranstalten, habe einfache Gründe: "Wir kennen es nicht anders, und wir haben nunmal den Saal", sagt Friedrich lachend. Vieles sei Tradition und mache einfach auch Spaß: etwa City. Die Fans reisen meist von weiter her an und kommen nur für diesen einen Abend. Auch das Gipsy-Konzert sei Tradition, das mache sogar "unheimlich viel Spaß". Viele Gäste - teils mit ihren Kindern - trudeln Weihnachten ein, um alte Freunde zu treffen. Und in diesem Jahr soll es etwas Neues geben: Die Siegel-Band aus Lichtenstein will ihr "Forever Young"-Festival anlässlich des Geburtstages von Neil Young erstmals im "Amorsaal" veranstalten. Termin: 3. November.

 
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Fünf Fragen an Steffen Friedrich
 
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