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Eine beschmierte Parkbank - für die Bürgermeisterin Vandalismus, aber auch ein Hilferuf.

Foto: Stadtverwaltung kirchbergBild 1 / 2

Parkbänke beschmiert: Für Bürgermeisterin ein Hilferuf

Kirchberg hofft auf eine baldige Neubesetzung der freien Streetworkerstellen. Der Zwickauer Verein hat hingeschmissen.

Von Uta Pasler
erschienen am 13.10.2017

Kirchberg. Der Stadt Kirchberg sind die Streetworker weggelaufen. Und das schon vor Monaten. Allmählich wirds brenzlig in den Augen von Bürgermeisterin Dorothee Obst (Freie Wähler). "Gerade jetzt, wo der Jugendklub wegen Bauarbeiten geschlossen werden musste, fehlen die Sozialarbeiter", sagte sie. Diverse Spuren in der Stadt zeigen das: Im Lutherpark wurden Parkbänke beschmiert, auch ein Parkschein- automat ist bekritzelt worden. "KBG SICKS" steht an der Tür der öffentlichen Toilette am Gaswerk. Obst: "Natürlich haben wir Anzeige erstattet. Für mich sind diese Zeichen aber Blitzableiter." Verantwortlich für die Streetworker ist der Landkreis.

Jens Juraschka, Geschäftsführer des Zwickauer Vereins "Gemeinsam Ziele erreichen", bestätigte: "Wir haben die Stellen an den Landkreis zurückgegeben. Das war aber schon im August." Juraschka zufolge hat sich der Verein diese Entscheidung nicht leicht gemacht. "Das hat uns richtig weh getan, die Streetworker waren unsere Antennen in Crimmitschau, Kirchberg, Wilkau-Haßlau und Mülsen, aber auch die des Landkreises." Beide Mitarbeiter haben im Verein allerdings neue Aufgaben übernommen. Und neue Leute zu den seiner Ansicht nach überholten Konditionen zu finden, ist in seinen Augen kaum machbar.

Bereits im Mai hatte Juraschka im Landratsamt angekündigt, dass er Probleme bei der Neubesetzung sehe. Wegen der Arbeitszeiten, die meist in den Abendstunden liegen, wegen des Verdiensts. Beide Mitarbeiter waren nur 30 Wochenstunden beschäftigt. Sie hatten sich vor Jahren, als der Kreis das Geld für die mobile Jugendsozialarbeit kürzte, solidarisch geeinigt, sich die anderthalbe Stelle zu teilen. Juraschka bat im Landratsamt darum, aus den zwei Teilzeitjobs zwei Vollzeitstellen zu machen, allerdings vergeblich. Im August informierte er das Landratsamt, dass der Verein nach fast 20 Jahren Arbeit in dieser Ecke des Landkreises die Aufgabe nicht mehr übernehmen werde.

Warum der Landkreis für diese Sozialarbeiter keine Vollzeitstellen ausweist - die Antwort darauf blieb das Landratsamt der "Freien Presse" schuldig. Immerhin sieht der aktuelle Jugendhilfeplan durchaus Defizite in den betreffenden Sozialräumen - weniger in Kirchberg, wohl aber in Crimmitschau, einem Sozialraum mit dringendem Handlungsbedarf. "Der Mobilen Sozialarbeit kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Aufgabe und Verantwortung zu", heißt es sogar für Crimmitschau in dem erst im September vom Kreistag verabschiedeten Konzept.

In Mülsen sind derartige Probleme laut Bürgermeister Hendric Freund (parteilos) seit dem Weggang der Streetworker nicht hochgekocht. "Die Aussage der Beiden war uns gegenüber aber auch immer: In Mülsen ist es recht ruhig."

Das Jugendamt arbeitet offenbar noch mit dem Jugendhilfeplan bis 2015. Auf diesen bezieht es sich in seinen Erklärungen: Insgesamt sind darin sechs Vollzeitstellen für Mobile Sozialarbeit im Landkreis festgeschrieben. Diese wurden territorial zugeordnet und an vier Träger übergeben, so Landkreissprecherin Ilona Schilk. Aufgrund der Wichtigkeit dieses Leistungsangebotes sei allerdings "umgehend" ein Verfahren zur Neuvergabe in Gang gesetzt worden mit dem Ziel, die Stelle schnellstmöglich wieder zu besetzen. Vereine, die ein solches Angebot bereits vorweisen, wurden aufgefordert, sich zu bewerben. Bisher habe sich aber nur einer gemeldet, so Schilk.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
1
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 14.10.2017
    10:46 Uhr

    Pixelghost: Besondere Aufgaben und Verantwortung, aber kein Geld dafür zahlen wollen. Geht klar.

    0 0
     
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