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Das Clara-Wieck-Gymnasium weist einen besonders hohen Radon-Messwert auf.

Foto: Ralph Koehler/propicture

Radon-Werte: Auch Zwickau betroffen

13 Schulen im Kreis weisen eine zu hohe Konzentra- tion des radioaktiven Edelgases auf. Aber was sagen die Daten überhaupt aus?

Von Michael Stellner
erschienen am 13.06.2018

Zwickau/Hartenstein. Zu den Schulen, in denen bei Messungen zuletzt erhöhte Radonwerte festgestellt wurden, gehören 13 Einrichtungen aus dem Landkreis Zwickau. Das geht aus einer Antwort der sächsischen Staatsregierung auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Petra Zais hervor. Konkret betroffen sind acht Schulen in der Stadt Zwickau, jeweils zwei in Hartenstein und in Crimmitschau sowie eine in Meerane. Die größte gemessene Überschreitung im Freistaat Sachsen verzeichnet das Zwickauer Clara-Wieck-Gymnasium mit einem Jahresmittelwert von 2200 Becquerel pro Kubikmeter der Innenraumluft. Der ab 2019 geltende Referenzwert liegt bei 300 Becquerel, aktuell gilt noch der Wert 1000.

Wie bedenklich ist das? Die Stadt Zwickau, die sich 2016 freiwillig an den Messungen beteiligte, betont, dass die veröffentlichten Zahlen nur bedingt etwas über die Radon-Belastung der Schulhäuser aussagen. Im Detail hätten die Messungen dagegen gezeigt, dass nur in 23 von 148 untersuchten Innenräumen an Zwickauer Schulen der Referenzwert von 300 Becquerel überschritten wurde. Dabei handle es sich fast ausschließlich um Kellerräume. Was nicht überraschend ist: Das Edelgas Radon, das laut der Weltgesundheitsorganisation WHO Lungenkrebs verursachen kann, dringt oft aus dem Erdreich in undichte Keller ein und sammelt sich dort.

So wie im Zwickauer Käthe-Kollwitz-Gymnasium. Dort wurde ein Jahresmittelwert von 710 Becquerel ermittelt. Tatsächlich aber ist das nicht die Belastung des gesamten Schulhauses, sondern nur der Maximalwert, der in einem Kellerraum gemessen wurde. "In den neun Räumen im Erdgeschoss lagen diese Konzentrationen zwischen 80 und 300, im ersten Obergeschoss zwischen 75 und 150 Becquerel", so das sächsische Umweltministerium.

Das ist auch die Krux an den Zahlen: Sie beschreiben zwar einen Durchschnittswert, jeweils aber nur für einzelne Räume. Wie stark diese jeweils genutzt werden, muss für jedes Schulhaus separat betrachtet werden. Und laut Stadtverwaltung fehlt noch eine zweite Komponente: Durch die Langzeitmessung sei nicht abgebildet, dass die Radon-Konzentration im Tagesverlauf teils stark schwankt. Deshalb hat die Stadt 2017 und '18 weitere Kurzzeitmessungen angestrengt. Noch liegen nicht alle Ergebnisse vor.

Am Clara-Wieck-Gymnasium, dem landesweiten Spitzenreiter bei der Radonbelastung, ist noch nicht bekannt, welche Räume betroffen sind. Schulleiter Lars Flemming sagt: "Wir müssen dem nun gemeinsam mit dem Schulträger nachgehen und Einordnung, Bewertung, Informationswege und geeignete Maßnahmen abstimmen. Die Gesundheit steht über allem."

Die Stadt Zwickau will ab der kommenden Woche mit Schulleitern das weitere Vorgehen abstimmen. "Als erste Maßnahme wird eine verstärkte Lüftung der Räume vorgeschlagen", sagt Stadtsprecher Mathias Merz. Weitere Maßnahmen hält man sich offen.

In Hartenstein, wo an der Grund- und Oberschule ebenfalls zu hohe Werte gemessen wurden, verweist Bürgermeister Andreas Steiner (parteilos) ebenfalls auf zusätzliche Kurzzeitmessungen. "Wir liegen darin ganz gut, ich bin fast positiv überrascht", sagt er. Betroffen seien immer nur einzelne Räume. So lange es seitens der Staatsregierung keine Handlungsempfehlung gibt, könne man nicht anders reagieren als zu lüften. Und man dürfe nicht vergessen, dass es sich bei besagten 300Becquerel lediglich um einen Referenzwert und nicht um einen Grenzwert handle. Andreas Becher, Leiter der Hartensteiner Oberschule, kennt die Ergebnisse im Detail noch nicht. Wenn es Grund zur Besorgnis geben würde, "wäre ich sicher rechtzeitig informiert worden", sagt er.

Elternvertretern ist das Thema weitgehend neu. Der Kreiselternrat will sich auf einer der nächsten Sitzungen damit beschäftigen. Die Vorsitzende Doreen Urban-Kern sagt: "Wir hoffen, dass eine gute und schnelle Lösung gefunden wird, damit nicht die Gesundheit von Schülern oder Lehrern beeinträchtigt wird." (mit gt, jwa)

 
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Radon-Werte: Auch Zwickau betroffen
Wo erhöhte Werte auftraten
 
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Kommentare
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  • 13.06.2018
    10:38 Uhr

    arguswolfer: Schön und gut, dass an Schulen Messungen durchgeführt werden.
    .....aber, was ist mit den Wohnhäusern die in der Umgebung stehen und bewohnt sind ? Dort würden Messungen in etwa einen gleichen Wert ergeben. Aber dort halten sich die Menschen viel länger auf.
    Kinder die im Umfeld wohnen haben vormittags die Belastung in der Schule und anschließend zu Hause. Was ist mit Menschen die den ganzen Tag zu Hause sind. Müsste das Problem nicht allgemein bekannt gegeben werden und Verhaltensrichtlinien empfohlen werden. Oder wird es nicht bekannt gegeben weil man sonst eine Panik befürchtet?

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