Sparkasse Zwickau schließt zwölf Geschäftsstellen

Das Kreditinstitut reagiert auf den Trend zum Onlinebanking. Der Ab- und Umbau ist einschneidend.

Zwickau.

Die Sparkasse Zwickau will Geschäftsstellen schließen. Von den 32 Filialen bleiben nur 13 in der bisherigen Form übrig, sieben weitere werden zu Beratungscentern umgebaut, in Zwickaus Innenstadt und in Reinsdorf entstehen zudem zwei neue Beratungscenter. Darüber informierte gestern Sparkassenvorsitzender Felix Angermann.

Von der Schließung betroffen sind Ebersbrunn, Steinpleis, Zwickau-Auerbach, die Geschäftsstellen in der Mühlgasse in Crimmitschau, im Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau und am Sandberg in Wilkau-Haßlau. Perspektivisch sollen 2020 auch die in Vielau, Oberhohndorf, Wildenfels und Reinsdorf sowie die am Zwickauer Hauptmarkt und in der Crimmitschauer Straße geschlossen werden. Am Hauptmarkt werden die Selbstbedienungsautomaten allerdings bleiben.

Angermann begründete die Umstrukturierung mit einem geänderten Kundenverhalten. "Die Digitalisierung hält Einzug in unser Leben. Jüngere Kunden und jene mittleren Alters kommen immer seltener in die Geschäftsstellen." Schon jetzt nutzten 50 Prozent der Kunden die Online-Angebote des Hauses. Aus diesem Grund und auch, um neuen Kunden das Onlinebanking gleich zeigen zu können, soll es ab Januar in allen Filialen kostenfreies, sicheres W-Lan geben. Zusätzlich wird bis Jahresmitte eine Direktfiliale eingerichtet, in der Kunden bei Änderungswünschen anrufen und sich perspektivisch per Video mit einem Berater unterhalten können. Der Beratungsbedarf ist gestiegen, sagt Angermann. Bank- und Versicherungsprodukte seien deutlich komplexer geworden.

Für die 486 Beschäftigten ändern sich die Wege zur Arbeit. Kündigungen sind aber keine geplant. "Wir haben ja deswegen nicht weniger Kunden", sagt Angermann. Es werde versucht, dass die Betreuer mit ihren Kunden umziehen.

Die verbliebenen Geschäftsstellen in Eckersbach, Mülsen, Crimmitschau, Kirchberg, Wilkau-Haßlau werden schrittweise zu Beratungscentern umgebaut. Zudem ist die Sparkasse auf der Suche nach Grundstücken in Zwickaus Innenstadt und in Reinsdorf, die für Fußgänger gut erreichbar sind und an denen Autofahrer die nötigen Parkplätze finden. Dort soll neu gebaut werden. Investitionen von 1,6 Millionen Euro seien für Neu- und Umbauten nötig. Angermann zufolge sind das 1,4 Millionen Euro weniger, als die Erhaltung der 32 Filialen gekostet hätte.

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1Kommentare
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  • 4
    2
    Freigeist14
    09.11.2017

    "Trend zum Online-Banking"? Faule Ausreden. Hier wird sich WEITER aus der Fläche zurück gezogen,obwohl man als Öffentlich-rechtliches Unternehmen eine Verantwortung der Gemeinnützigkeit hat. Den alten Sparern werden die für die Sparkasse unrentablen Verträge gekündigt und weniger frequentierte Filialen rigoros geschlossen. In der Niedrigzins-Phase Rendite um jeden Preis.



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