Trabi-Kult in Kopenhagen

Straßen und Botschafter, ungewöhnliche Orte, Persönlichkeiten: Journalist Christian Adler begibt sich auf die Spuren seiner Geburtsstadt. Die "Freie Presse" veröffentlicht eine Auswahl seiner Berichte. Teil 5: eine Zweitakter- Kneipe in Dänemarks Hauptstadt.

Kopenhagen/Zwickau.

Die Dänen gelten als glückliches, zukunftsgewandtes und stilbewusstes Volk. Augenscheinlich stehen sie auch auf verrückte Ideen und haben einen Narren am Zwickauer Zweitakter gefressen, dessen Produktionsende sich am 30. April dieses Jahres zum 25. Mal jährt. In der dänischen Hauptstadt gibt es nämlich tatsächlich eine "Trabibar". Die schummrige, rauchige Kneipe befindet sich in einem gepflegten Klinker-Altbau im Stadtteil Nørrebro an der Straße Griffenfeldsgade 26.

Warum trägt die Bar diesen außergewöhnlichen Namen? "Der Trabant symbolisiert aus unserer Sicht die DDR als alternatives Gesellschaftsmodell", sagt die Bedienung. Dass hier vor allem linksorientiertes Publikum angesprochen wird, bemerkt man sofort: Im Regal hinter dem Bartresen steht ein Trabi-Modell mit "I love Berlin"-Aufdruck neben einer Lenin-Büste, Flaschen mit Bio-Wein und einem Glas voller Anstecknadeln mit Palästina-Flagge.

Die Getränkekarte bietet unter anderem ein "Trabi Vodka Menu", "Trabi Bjesk" (Schnaps) und "Trabis Krydder Vodkaer" (Gewürz-Wodka). In der "Happy Hour" gibt es ein großes Fassbier zum Spezialpreis von 25 Kronen (rund 3,35 Euro). Gut zu erreichen ist die viermal pro Woche geöffnete Trabibar mit den beiden Linien der Kopenhagener Metro. Die nächstgelegene Station heißt "Forum". Im Internet kann man sich auf der Seite trabi-bar.dk sowie auf Facebook (facebook.com/trabibar) über Öffnungszeiten und Aktionen der Lokalität informieren.

Damit noch nicht genug Trabant-Kult in Kopenhagen: In Dänemarks größtem Shopping-Center "Fields" (Metrostation "Ørestad") gibt es sogar Trabi-Schmuck zu entdecken. "Fields Designstore" hatte eine nickelfreie Halskette - bestehend aus weißen Perlen und einem weißen Plastikmodell der Zwickauer Autolegende - im Angebot. Der ausgefallene Modeschmuck stammte aus der Kollektion der dänischen Firma "Jack of All Arts" und kostete 125 Kronen (rund 17 Euro).

www.zwickautopia.de

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