Treffpunkt mitten in der Stadt

So viele Menschen wie gestern waren lange nicht im ehemaligen Rentamt in Wildenfels. In dem über Jahre leer stehende Gebäude ist das Mehrgene- rationenhaus eingezogen.

Wildenfels.

Vom Krabbelkind bis zum Rentner waren alle Generationen vertreten, als gestern Nach- mittag das Mehrgenerationenhaus feierlich im Rentamt, der früheren Finanzverwaltung, neben dem Schloss Wildenfels eröffnet wurde. Die weiteste Anreise hatte Hildegard Schooß aus Salzgitter. Die Frau, die vor fast 40Jahren das erste Mütterzentrum in Europa eröffnet hat und später das Konzept für die Mehrgenerationenhäuser entwarf, zeigte sich beeindruckt von den neuen Räumlichkeiten und dem Engagement des Vereins "Kinderidylle", der das Haus betreibt. "Einfach großartig, was Sie hier geschaffen haben", sagte sie.

Projektleiterin Daniela Joram sieht das Mehrgenerationenhaus nicht als Gebäude. "Es ist gelebte Gemeinschaft zwischen jung und alt, arm und reich, krank und gesund", sagte sie und bezeichnete dieses Modell des Miteinanders als "eine der besten Antworten auf die gesellschaftlichen Problemlagen dieser Zeit". Sie wertet es als ein Zeichen, dass das Haus vom Ortsteil Härtensdorf ins Zentrum der Kommune rückte. "Es ist wohltuend mitzuerleben, wenn Worten tatsächlich Taten folgen. Hier wird nicht nur gesagt: Ihr seid uns wichtig. Hier wurde es quasi ganz praktisch, sichtbar gebaut. Das ist in der Politik nicht selbstverständlich." Mit dem Dank an die Kommune verband Daniela Joram das Versprechen ihres Teams, weiter mit Herz und Engagement für die Wildenfelser da zu sein.

Bürgermeister Tino Kögler (parteilos) machte keinen Hehl daraus, dass die denkmalgerechte Sanierung und der behindertengerechte Ausbau des etwa 250 Jahre alten Hauses, das lange leer stand, eine "riesige Herausforderung für die Stadt" war. Beim Entkernen im Oktober 2016 hatte sich herausgestellt, das der Zustand des Holzes in den Decken viel schlechter als erwartet war. Später stießen die Bauleute auf Hausschwamm. Er berichtete, dass 19 regionale Firmen, zwei Planungsbüros und ein Restaurator an dem Projekt mitgewirkt haben. Am Ende hat es 1,1 Millionen, statt der geplanten 499.000 Euro gekostet, davon flossen etwa 80 Prozent als Fördermittel. "Das Geld ist gut angelegt", versicherte der Bürgermeister. Davon konnten sich nach der Feierstunde im Festsaal des Schlosses und dem Durchschneiden des Bandes die Gäste selbst überzeugen. Vorher hatte Ortspfarrer Stephan Richter noch Segensworte gesprochen.

Beim Gang durch die Räume erkannten viele Wildenfelser das Haus kaum wieder. Es lädt künftig zum Familienfrühstück und Seniorenkaffee, zur Krabbelgruppe und zum Handarbeitsstammtisch ein. Aufgewartet wird außerdem mit vielen Beratungsangeboten, Keramikkursen, Malschule, Elternakademie, Kindersport, Ferien-Workshops und vielem mehr. Nach der Eröffnung des Brunnenfestes um 17Uhr gleich nebenan im Schlossgarten stellten Mitarbeiter und Ehrenamtler vielen Neugierigen bei Rundgängen das Mehrgenerationenhaus und seine Angebote vor.

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