Westsachsens blitzschneller Botschafter

Straßen und Botschafter, ungewöhnliche Orte, Promis: Der Journalist Christian Adler begibt sich auf die Spuren seiner Geburtsstadt. "Freie Presse" veröffentlicht einen Teil seiner Berichte. Teil 8: der ICE "Zwickau"

Zwickau.

Im Hochgeschwindigkeitsnetz der Deutschen Bahn flitzt seit fast zwölf Jahren der ICE "Zwickau" durch die Lande. Seinen Namen bekam der bis zu 280 Stundenkilometer flotte Schnellzug am 31. Juli 2004 im Hauptbahnhof: Zwickaus damaliger OB Dietmar Vettermann und Sachsens damaliger Bahnchef Hans-Jürgen Lücking, der das Eisenbahner-Einmaleins in Zwickau erlernte, tauften den ICE mit Bier aus der Mauritius-Brauerei. Der Spielmannszug Zwickau begleitete das Ereignis musikalisch.

Seitdem dürfte der ICE "Zwickau" keinen Stopp mehr in Westsachsen eingelegt haben. Abgesehen davon, dass der Fernverkehr der Bahn ohnehin einen Bogen um die Region macht, rollt der Botschafter vorrangig auf den Achsen Hannover - München und Köln - Berlin. Offizielle Informationen über die aktuellen Einsatzorte erhält man nicht. Deshalb habe ich mich einen Abend lang im Berliner Hauptbahnhof auf die Lauer gelegt. Mit etwas Geduld und Glück fuhr der weiß-rote Blitz dort tatsächlich vor meine Kamera. Er war auf dem Weg zum Flughafen Köln/Bonn.

Der ICE "Zwickau" ist auch an der Triebzugnummer "Tz 205" zu erkennen. Er gehört zur zweiten Baugeneration. Insgesamt 44 dieser Triebzüge vom Typ "ICE 2" sind für die Deutsche Bahn im Dienst, der Tz 205 seit 1997. Im Laufe der Zeit wurden sie mit Städtenamen versehen. Eine Einheit besteht aus je einem Triebkopf, sechs Mittelwagen und einem Steuerwagen. Die 205 Meter langen Züge bieten 381 Fahrgästen Platz. Zwei gekoppelte ICE 2 sind also fast fünfmal so lang wie der Zwickauer Dom (87 Meter) hoch.

2011 gehörte Zwickaus blitzschneller Deutschland-Botschafter zu den ersten ICE 2, die grundlegend modernisiert worden sind. Beim sogenannten Redesign wurde jeder Zug im Innenraum komplett zerlegt, entkernt, repariert und wieder aufgebaut. Dabei nahm die Bahn auch zahlreiche technische Umbauten vor, um den Reisekomfort zu verbessern (z. B. zusätzliche Sitzplätze, Einbau von Steckdosen). Die in Berlin-Rummelsburg beheimateten ICE 2 sollen noch bis etwa 2027 fahren. www.zwickautopia.de

www.freiepresse.de/spuren

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