Zwei ganz besondere Konzerte

Ehemalige Zwickauerin Helga von Wangenheim erlebte selbst und beschert anderen schöne Stunden im Schumannhaus.

Zwickau.

Der gebürtigen Zwickauerin und Wahl-Berlinerin Helga von Wangenheim wurde am Wochenende eine ganz besondere Ehre zu teil. Die Professorin für Sprecherziehung an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg durfte Platz im Robert-Schumann-Sessel nehmen - für den literarischen Part zweier Konzerte um Robert-Schumann-Haus. Ihre gute Freundin und Kollegin Raminta Lampsatis, ebenfalls Professorin an der Hamburger Musikhochschule, durfte auf dem berühmten Wiener Hammerflügel, der einst Clara Wieck gehörte, Claras und Roberts Stücke zu Gehör bringen. In einem Raum, der für eine literarisch-musikalische Veranstaltung, in der Claras und Roberts Russlandreise im Mittelpunkt stand, nicht prädestinierter sein könnte, so der Leiter des Robert-Schumann-Hauses Thomas Synofzik. Denn hier konnten die Konzertbesucher in einer Vitrine auch Roberts Kreml-Skizze in Augenschein nehmen, die er bei seiner Russlandreise im Jahre 1844 machte, aber auch russische Originalzeitung, die damals von Claras Konzerten berichtete.

Zusammen mit der New Yorker Sopranistin Darynn Zimmer, Preisträgerin von mehreren Wettbewerben, die in Konzertsälen wie der Carnegie Hall auftritt, gaben die beiden Professorrinnen zwei wunderbare Konzerte, die das Publikum mit großem Applaus zu honorieren wusste.

"Wir wollen nach diesen beiden Programmen nächstes Jahr ein neues nach Zwickau bringen, mit Schaudergeschichten", sagt Helga von Wangenheim, für die die beiden Konzerte im Rahmen des Historischen Markttreibens doch etwas ganz Besonderes waren. Und nicht nur weil sie Schumann schon seit ihrer Jugend so liebt und jetzt sogar in seinem Sessel auch aus seinem und Claras Tagebüchern vorlesen konnte. Die 76-Jährige verbinden ganz viele Erinnerungen mit ihrer Geburtsstadt. "Ich bin hier 1941 zur Welt gekommen, bin ein richtiges Kriegskind. Im Dom wurde ich getauft, gewohnt haben wir in der heutigen Lothar-Streit-Straße. Ich habe hier die Humboldtschule besucht und werde heute meinen Schullehrer Johannes Kolbe besuchen, dem ich bis heute für die wunderbare musikalische Erziehung sehr dankbar bin. Hier habe ich meine Ausbildung zur Bibliotheksassistentin gemacht. Ich freue mich sehr, dass die Stadt sich so positiv entwickelt hat", sagt die ausgebildete Schauspielerin, die Zwickau mit 18 Jahren verlassen und in ihrer Jungend in mehreren Filmen mitgewirkt hatte.

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