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Der Spitzenkandidat der AfD in Bayern, Hebner (l-r), der Bundesvorstand der AfD, Meuthen, der AfD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Gauland, und der ehemalige tschechische Staatspräsident Klaus während einer Wahlkampfveranstaltung.

Foto: Daniel Karmann

AfD-Chef Meuthen will Regierung «rückstandsfrei entsorgen»

erschienen am 09.09.2017

Nürnberg (dpa) - Die umstrittenen Äußerungen von AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland über die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), waren nach den Worten des Parteivorsitzenden Jörg Meuthen noch «bescheiden».

«Er wollte ja nur Frau Özoguz entsorgen», sagte Meuthen am Samstag bei einer umstrittenen Wahlkampfveranstaltung in Nürnberg. «Unser Ziel ist es, die ganze Regierung Merkel rückstandsfrei zu entsorgen.» Er sage das «frank und frei und guten Gewissens», wie er es schon vor kurzem beim Abensberger Volksfest Gillamoos getan habe.

Denn es sei «ein Originalzitat von Sigmar Gabriel» aus dem Jahr 2012, sagte Meuthen. Auch der heutige Außenminister habe damals die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rückstandsfrei entsorgen wollen. Meuthen empfahl Özoguz, sich zu überlegen, ob sie überhaupt in Deutschland leben oder nicht lieber auswandern wolle.

Auch Spitzenkandidat Alexander Gauland nahm Bezug auf Özoguz: «Ich habe einfach nur der Dame empfohlen - ganz höflich - dass sie doch vielleicht einen längeren Aufenthalt in einem Land nehmen könnte, in dem sie vielleicht die kulturellen Regeln besser versteht», sagte er.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Thüringen hatte Gauland kürzlich davon gesprochen, Özoguz in Anatolien zu «entsorgen». «Ich weiß, das Wort nehme ich nicht mehr in den Mund», sagte Gauland nun vor nach AfD-Angaben rund 1300 Anhängern in der Meistersingerhalle.

Die Stadt hatte wegen Gaulands Äußerungen über Özoguz versucht, die Veranstaltung zu verhindern, indem sie den Mietvertrag für die Halle kündigte. Dagegen zog die Partei erfolgreich vor Gericht. Die Stadt hatte die Äußerungen als «menschenverachtend» bezeichnet und wollte nicht zulassen, dass es in einer städtischen Einrichtung erneut ähnliche Äußerungen gibt - aus Sorge um den Ruf der Stadt.

 
© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
 
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Kommentare
16
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 13.09.2017
    18:18 Uhr

    SimpleMan: Die Kommentare von Meuthen und Co. sind doch immer die gleichen, aber wie schon mehrmals erwähnt, Provokationen ersetzen keine Inhalte. Wer sich anschauen möchte, wie es aussieht, wenn die Provokationsblase platzt,kann sich gerne mit den AfD-Beiträgen im Landtag in Magdeburg befassen.

    5 4
     
  • 13.09.2017
    12:05 Uhr

    Nixnuzz: Und bei allem Respekt vor Hrn. Lammert: Wenns mal ein bischen hitzig wurde, bremste er oder bat um Abgang an die Frischluft. Siehe auch die letzte Sitzung des Bundestages und der Abgang von Fr.Steinbach.

    0 4
     
  • 11.09.2017
    22:06 Uhr

    Freigeist14: Der feine Unterschied zwischen den Polterern Strauß,Wehner und den heutigen Möchtegern-Schwergewichten ist,das damals im Bundestag aus dem Bauch heraus in der Debatte geschimpft und auch gegeifert wurde . Das würde ich nicht anders machen . Meuthen & Co. dagegen platzieren ihre Entgleisungen so,um in Dauerschleife zu enttabuisieren und bei Gegenwind die Unverstandenen und Benachteiligten mimen zu können.

    5 5
     
  • 11.09.2017
    21:05 Uhr

    1953866: @Freigeist14, BlackSheep stimme ich zu, davon abgesehen, hören/schauen Sie sich mal Reden von F. J. Strauss, H. Wehner oder H. Schmidt, auch Schmidt-Schnauze genannt, an, bevor Sie der AfD eine Verrohung der Sprache vorwerfen.

    3 5
     
  • 11.09.2017
    19:30 Uhr

    Hinterfragt: https://www.youtube.com/watch?v=dd_Ss6Sze2M

    Sollte man sich mal ansehen!

    0 2
     
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