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Besucher legen bei einer Gedenkveranstaltung am Erinnerungsort für die Opfer des Amoklaufs in München Blumen nieder.

Foto: Tobias Hase

Gutachter: Münchner Amoklauf rechtsextremes Hassverbrechen

Was trieb den Münchner Amokläufer David S. dazu, neun Menschen zu töten? Drei Gutachter stufen die Tat als rechtsextremes Hassverbrechen ein.

erschienen am 06.10.2017

München (dpa) - Der Amoklauf in München war nach Ansicht von drei Gutachtern ein rechtsextremes Hassverbrechen. Der Täter David S. sei ein sogenannter «einsamer Wolf» gewesen, der einen Terroranschlag verübt habe, sagte der Politikwissenschaftler Florian Hartleb in München.

Dass sich S. vorrangig für Mobbing in der Schule habe rächen wollen, reiche als Erklärung nicht aus. Der 18-jährige Täter hatte am 22. Juli 2016 neun Menschen erschossen, die meisten waren Jugendliche mit südosteuropäischen Wurzeln. Im Auftrag der Stadt München untersuchten die drei Gutachter die Hintergründe des Gewaltakts.

Das Geschehen könne «als Akt eines allein handelnden Terroristen» bezeichnet werden, heißt es im Gutachten des Direktors des Jenaer Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft, Matthias Quent. Dabei seien allerdings persönliche und politische Faktoren «untrennbar miteinander verschmolzen». Im Ergebnis müsse die Tat zwingend als «politisch motivierte Kriminalität» eingeordnet werden.

Der Berliner Professor für Politikwissenschaft und Soziologie Christoph Kopke sagte, zwar hätten bei der Tat und Tatentscheidung auch psychische Probleme eine Rolle gespielt. Der Schüler habe aber Ausländer dafür verantwortlich gemacht, dass ihm Unrecht widerfuhr - und die Auswahl seiner Opfer sei nach rassistischen Kriterien erfolgt. Somit sei die Tat als rechtsextremes Hassverbrechen einzustufen; sie müsse deshalb auch entsprechend in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst werden.

Die Münchner Staatsanwaltschaft bleibt bei ihrer abweichenden Einschätzung. «Wir sehen nach wie vor das vom Täter erlittene Mobbing im Vordergrund», sagte die Oberstaatsanwältin Gabriele Tilmann. Der Täter sei einer rechtsextremen Einstellung gefolgt, doch seien die Kränkungen «tatauslösend» gewesen. Auch der Leiter der Sonderkommission des Bayerischen Landeskriminalamts, Jürgen Miller, sagte, der Mehrfachmord sei «von Rache und Wut geleitet» gewesen.

Vor einem Zugriff der Polizei hatte sich der Amokläufer selbst getötet. Auf seinem Computer fanden Ermittler Dokumente, in denen er sowohl Fremdenfeindlichkeit als auch Rache als Gründe aufführte.

 
© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
 
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Kommentare
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Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 08.10.2017
    17:46 Uhr

    SimpleMan: @1953866 Dann habe ich natürlich auch das Recht auf einen Schlußsatz ... Ich habe die Dokumente natürlich auch nicht gelesen, denn sie sind nur den Experten zugänglich. Das ist doch aber wesentlich für die Einschätzung der Tat, denn sie geben Hinweise auf die Motivation des Täters. Was ich aber gelesen habe, ist ihr Link. Die Auffassungen zu dem Täter sind widersprüchlich. Und das ist genau das, was ich sagen wollte, man kann nichts ausschließen, weder eine rassistisch motivierte Tat noch eine Tat aus Rache.

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  • 08.10.2017
    16:56 Uhr

    1953866: @SimpleMan, ich habe mich zu diesem Thema mehr als genug geäußert. Haben Sie überhaupt meine Links z. B. Wikipedia Abschnitt "Debatte über Einstufung des Tatmotivs", oder die Einschätzung der Staatsanwaltschaft und der Ermittler hier im Artikel vom 06.10. 2017 gelesen? Darauf gehen Sie mit keinem Wort ein, werfen mir aber "Nebelkerzen und Artikel unmittelbar nach der Tat " vor. Übrigens, die Frage ob Sie die Dokumente gelesen haben und deshalb von Rassismus ausgehen, haben Sie nicht beantwortet. Sie müssen nicht meine Meinung teilen, ich muss aber auch nicht zum x-mal Ihre ständig gleichen Fragen beantworten. Und damit Ende der Diskussion mit Ihnen zu diesem Thema.

    2 5
     
  • 08.10.2017
    15:35 Uhr

    SimpleMan: @1953866 Setzen Sie doch nicht schon wieder irgendwelche Nebelkerzen, sondern antworten Sie einfach auf meine simple Frage: "Deswegen frage ich mich, wieso Sie ein rassistisches Motiv ausschießen können, obwohl Sie nicht die gleichen Informationen haben, wie die Fachleute ...? "
    Zu Ihren Links, das sind Artikel unmittelbar nach der Tat geschrieben (Juli 2016). Man darf wohl davon ausgehen, dass die Gutachter ein Jahr später mehr Informationen ausgewertet haben, als damals bekannt waren.
    Zu Rassismuss meine ich, es ist nicht wichtig wer eine Tat begeht, sondern welche Motivation der Tag zu Grunde liegt. Wenn die Motivation ist, dass man sich einer Gruppe von Menschen überlegen fühlt, weil man zum Beispiel eine andere Hautfarbe hat, dann ist es Rassismus.

    6 2
     
  • 08.10.2017
    14:50 Uhr

    1953866: @SimpleMan, "Im Übrigen haben die Gutachter diese Dokumente gelesen und Sie nicht." Haben Sie die Dokumente gelesen, waren Sie einer der Gutachter oder was soll das jetzt? Staatsanwaltschaft und Ermittler, das schrieb ich ja schon, sehen das anders! Und was ist an meiner Aussage (nicht weil sie Ausländer, sondern durch sie [Jugendliche] gemobbt wurde) falsch?
    Übrigens hat kürzlich ein Kommentator, ich glaube es war SimpleMan am 28.09.2017 um 16:02 Uhr, mir vorgeworfen, ich würde zu viel verlinken. Leider muss ich es schon wieder tun:
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/mutmasslicher-taeter-von-muenchen-was-ueber-den-schuetzen-bekannt-ist-1.3091964
    ?Wegen euch bin ich gemobbt worden sieben Jahre lang.?
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-07/taeter-muenchen-amoklauf-attentat-oez-schuesse
    "Die meisten seiner Opfer waren keine 18 Jahre alt...Nichts deutet daraufhin, dass S. eine politische Motivation gehabt haben oder gar im Auftrag oder Namen der Terrororganisation "Islamischer Staat"gehandelt haben könnte." "Ein klassischer Amoktäter ohne politische Motivation"
    Lesen Sie einfach die Darstellung bei Wikipedia, auch über die Staatsangehörigkeit der Opfer und die Einschätzung der Behörden:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_in_M%C3%BCnchen

    Meine Meinung wie man mit vermeintlichen rassistischen, rechtsextremen Hassverbrechen gewisse Statistiken beeinflussen will ist bekannt:
    Beim G20 wurde auch das Auto eines Ausländers angezündet? Alles klar, eine rassistische, rechtsextreme Straftat. Ein Syrer zündet ein Flüchtlingsheim an, in dem nicht nur Syrer, sondern Leute anderer Nationen wohnen und sprüht ein Hakenkr? an die Wand:
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article154185175/Syrer-gesteht-Brandlegung-mit-Hakenkreuz-Schmiererei.html
    Und wieder eine rassistische, rechtsextreme Straftat!
    Linke, oder linksextreme Straftaten gibt es ja nicht, da:
    https://www.welt.de/regionales/hamburg/article166550578/Auch-die-Flora-muss-sich-einer-Aufarbeitung-stellen.html
    "Nicht zugänglich seien die Randalierer gewesen. Mit denen habe die Linke nichts gemein"

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hey,_Pippi_Langstrumpf
    "widewidewitt ?mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt."
    Entschuldigung, dass ich mich erdreistet habe schon wieder Webseiten zu verlinken.

    3 6
     
  • 08.10.2017
    12:29 Uhr

    SimpleMan: @1953866 "Die Jugendlichen wurden nicht getötet, weil sie Ausländer waren (Rasse Ausländer?) sondern weil der Täter durch sie gemobbt wurde." Er hat aber nicht die "Ausländer" angegriffen, die ihm gemobbt haben, sondern die Ausländer im Allgemeinen, da er die Opfer nicht kannte. Dass auf seinem Computer Dokumente mit fremdenfeindlichem Inhalt gefunden wurden, finde ich dann nicht mehr unwesentlich. Die drei Gutachter haben es aus diesem Grund, anderen Beweisen und Indizien als eine rassistische Tat bewertet. Im Übrigen haben die Gutachter diese Dokumente gelesen und Sie nicht. Deswegen frage ich mich, wieso Sie ein rassistisches Motiv ausschießen können, obwohl Sie nicht die gleichen Informationen haben, wie die Fachleute ...?
    Zu ihrer Frage: "Wäre es rassistisch, der Jugendliche mit iranischem Wurzeln hätte Deutsche ermordet?" Wenn er es aus einem Überlegenheitsgefühl der eigene Ethnie gemacht hätte ja, sonst nicht. Das trifft auch auf das Beispiel mit dem Libyer und den Albaner zu.

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