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Nato schickt Soldaten aus Sachsen an die russische Grenze

450 Panzergrenadiere aus Marienberg sollen die Nato-Ostflanke in Litauen stärken. Das konkrete Ziel der Truppenverlegung ist Abschreckung.

Von Oliver Hach
erschienen am 15.06.2017

Chemnitz. Die Nato verstärkt ihre Präsenz in Osteuropa erstmals mit Beteiligung sächsischer Soldaten. Am kommenden Mittwoch werden in Marienberg die ersten von 450 Soldaten des Panzergrenadierbataillons 371 auf dem Marktplatz zu einem siebenmonatigen Einsatz nach Litauen verabschiedet. Die Truppe ist Kern eines multinationalen Gefechtsverbandes, der das baltische Land vor einem möglichen russischen Angriff schützen soll.

Der Bundeswehreinsatz ist Ergebnis eines Nato-Gipfels im Juli 2016 in Warschau. Dort wurde das Programm "Enhanced Forward Presence" ("Verstärkte Vorwärtspräsenz") beschlossen, das die Anwesenheit von rotierenden, jeweils rund 1000 Mann starken Kampftruppen in Estland, Lettland, Litauen und Polen zum Schutz der Ostflanke des Bündnisses vorsieht. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums bezeichnete dies gestern als präventive Abschreckung.

Anlass der Aufrüstung im Osten waren die Krim-Annexion und die Ukrainekrise; die osteuropäischen Nato-Mitglieder fühlen sich vom Nachbarn Russland bedroht. Man wolle klar machen, "dass ein Angriff gegen einen Verbündeten ein Angriff auf das gesamte Bündnis ist", hatte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg gesagt. Die nordatlantische Allianz spricht vom massivsten Ausbau der gemeinsamen Verteidigung seit einer Generation.

Der Aufbau der "Battlegroup" hatte im Januar begonnen. Die Bundeswehr verlegte Panzergrenadiere aus dem bayerischen Oberviechtach in die litauische Kleinstadt Rukla. Dort errichteten die Deutschen auf einem Gelände der litauischen Armee ein eigenes Camp, in dem die Soldaten aus Bayern nun von den Marienbergern abgelöst werden. Sie sollen bis Februar 2018 bleiben.

"Es entsteht eine Infrastruktur mit Wohn- und Arbeitscontainern", sagte der Presseoffizier der Erzgebirgskaserne, Oberleutnant Sebastian Grünberg. Verlegt würden zudem zwölf Marder-Schützenpanzer und acht Leopard-Kampfpanzer.

Der Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 371, Thorsten Gensler, wird die Kampfgruppe in Litauen anführen, zu der auch Soldaten aus den Niederlanden, Norwegen, Belgien und Luxemburg gehören. In einem Interview mit der "Freien Presse" hatte Gensler im Januar erklärt, Russland habe die europäische Friedensordnung infrage gestellt "und deutlich gemacht, dass es wieder bereit ist, Krieg als Mittel zur Durchsetzung seiner politischen Interessen anzuwenden". Das vermeintliche Schutzbedürfnis russischer Minderheiten im Baltikum könne Russland als Vorwand für ein militärisches Eingreifen dienen.

Die Linke im Bundestag lehnt den Bundeswehreinsatz im Baltikum ab. Der Abgeordnete Jan van Aken sagte: "Bei aller berechtigten Kritik an Russland, die ich auch teile: Jetzt auf militärische Stärke und Provokation zu setzen, führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Sicherheit für ganz Europa."

 
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Kommentare
34
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 24.06.2017
    17:56 Uhr

    Zeitungss: Mein gestriger Beitrag zu diesem Thema ist der Zensur zum Opfer gefallen, weil er so nicht in die Landschaft passt. Der Vorschlag war, dass die Initiatoren dieser Aktion ihren Hauptwohnsitz an die russische Grenze verlegen, an der Gastfreundschaft der Marienberger wird es nicht scheitern.
    Napoleon hatte damit keine Probleme, die heutige Generation der Initiatoren schon, nur an dem Hochglanzlack sollte niemand kratzen, zumindest nicht in der Öffentlichkeit.

    0 0
     
  • 22.06.2017
    14:30 Uhr

    kartracer: Wer hier den Blödsinn mit Litauen einbringt,
    hat ein riesiges Realitätsproblem.
    Glauben Sie allen Ernstes die Russen würden ein NATO LAND angreifen, wie schräg ist das denn, das wäre der Beginn des
    3. Weltkrieges.
    Die ganzen von den Amis entfachten Kriege, die langsam einen
    Flächenbrand entfacht haben, sind wohl legitim??
    Wartet mal ab was mit Trump noch alles so passiert, ach ja,
    das sind ja unsere Freunde und Mitstreiter, deshalb halten
    deutsche Soldaten, in immer mehr Kriegsgebieten, ihren A... hin!
    Das ganze hat nichts mit Russenverstehern zu tun, sondern
    mit realem Denken, ich mag Putin auch nicht sonderlich, aber das
    ist eine ganz andere Geschichte.
    Also B... und B... keine Scheu mit den roten Daumen!

    1 6
     
  • 22.06.2017
    11:54 Uhr

    Blackadder: @Freigeist: Und wenn Litauen als NATO Mitglied (was sie freiwillig geworden sind), NATO Unterstützung für sein Land fordert, weil sie nicht das Krim-Schicksal erleiden wollen (sicher wohnen auch noch viele Russen in Litauen, nicht wahr?) ? Ist das nicht legitim, vom litauischen Standpunkt aus?

    3 2
     
  • 22.06.2017
    10:24 Uhr

    Freigeist14: Selbsverständlich.

    1 0
     
  • 22.06.2017
    10:20 Uhr

    Mabel: Hier sind mal wieder die Roten unter sich. Russland ist ein Aggressor! Russland ist das einzige Land, welches nach dem 2. WK Gebiete annektiert hat. Russland hat 1936 die Baltischen Staaten annektiert und hat es 1939 mit Finnland versucht. Sachalin, Afghanistan, Krim. Wenn es nicht die NATO gäbe, dann wäre der großmachtsüchtige Präsident mit Sicherheit übergriffig geworden. Wacht auf, ihr Russlandversteher.

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