Spahn: Nicht alle AfD-Wähler sind «verlorene Nazis»

Berlin (dpa) - Der designierte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Hunderttausende AfD-Wähler zurückgewinnen. «Eine Million Wähler, die mal CDU gewählt haben und jetzt AfD, sind doch keine verlorenen Nazis», sagte Spahn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag).

«Sie will ich wieder von der Union überzeugen.» Bei der Bundestagswahl 2017 hat die Union rund 980 000 Wähler an die AfD verloren.

Die Auseinandersetzung mit der Partei will Spahn politisch gewinnen. AfD-Politiker wie Björn Höcke «äußern sich rassistisch, antidemokratisch und antisemitisch, sie hetzen und spalten», sagte er. «Jeder, der diese Partei wählt, muss wissen, wen er damit unterstützt.» Eine vereinbarte Zusammenarbeit mit der AfD in deutschen Parlamenten schloss das CDU-Präsidiumsmitglied aus. Allerdings räumte er ein: «Dass die AfD im Bundestag oder in Landtagen mal mit der Union stimmt, wird sich nicht vermeiden lassen.»

Mit Blick auf seine Partei forderte Spahn ein erkennbares Profil, das sich deutlich von der SPD unterscheide. Je schneller die Welt sich drehe, desto größer werde das Bedürfnis der Menschen nach Verbundenheit, Zusammenhalt und Familie. «Es geht auch darum, kulturelle Sicherheit zu erhalten: Bräuche, Traditionen, der freie Sonntag.»

Die nächste große Koalition müsse Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates zurückgewinnen, betonte Spahn. Besonders das Thema Migration sei wichtig - in den vergangenen zweieinhalb Jahren seien bestehende Probleme offenkundig geworden, etwa «kriminelle Clans, die halbe Stadtteile kontrollieren».

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6Kommentare
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  • 2
    0
    Interessierte
    11.03.2018

    Ich habe mich schon manchmal gefragt , ob denn das nicht auch strafbar ist , ´deutsche` Menschen als Pack und Mischpoke und als rassistisch und sogar wie neuerlich als faschistisch und als Nazis zu beschimpfen ...
    Ausgenommen solche Leute vom III.Weg etc. vielleicht , aber das kann ich nicht so einschätzen ......

  • 0
    0
    tbaukhage
    11.03.2018

    @Zeitungss & all: Ganz interessant --> tinyurl.com/nadb3er

  • 7
    1
    Zeitungss
    11.03.2018

    @voigtsberger: Es wird Sie immer grauen, gleich welche Fliege auf dem Haufen sitzt, es wird sich nichts ändern mit der Ausnahme, WENIGER Leistung für MEHR Geld.
    Das Haus in Berlin beherbergt inzwischen mehr Lobbyisten als Abgeordnete, was bekannt sein dürfte. Gegen eine Veröffentlichung ist mit großer Mehrheit die "Volkspartei" CDU. Die Wähler haben es nur noch nicht begriffen, was auch bekannt sein dürfte. Die AfD , auch wenn nicht meine Richtung, wird sicherlich Sand ins Getriebe bringen was die Lobbyisten betrifft, man hat ja noch Ehrgeiz etwas Unruhe zu stiften. Von den anderen Mitbewohnern des Hauses ist NICHTS zu diesem Thema zu erwarten, wer legt sich schon gerne mit Freunden an.

  • 7
    1
    voigtsberger
    11.03.2018

    Das ist doch klar, als Lobbyistenfreund der Pharmaindustrie, der privaten Versicherungen und von Sozialabbau, will Hr. Spahn natürlich die Wähler von CDU und FDP zurück holen, denen die CDU zu weit nach links gerückt ist, denn nur mit diesen Stimmen im Hintergrund kann er die Mannschaft von Fr. Merkel "hinters Licht führen"! Es graut mir, was da noch alles auf die Meisten der gesetzlich versicherten Bürger zukommt!!!

  • 9
    2
    Tauchsieder
    10.03.2018

    Obwohl noch relativ jung und trotzdem nichts gelernt. Allüren wie die Altpolitiker aber, man hat auch nichts anderes erwartet. Somit
    geht es weiter wie gehabt, es haben sich lediglich die Namen geändert.

  • 11
    2
    BlackSheep
    10.03.2018

    Solche Äußerungen zeigen doch wieder das unsere Politiker in keinster Weise Lernfähig sind. AfD wähler "verlorene Nazis", solchen Käse erzählt mann nur wenn man sich von billiger Polemik gegen die AfD nicht verabschieden kann.



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