WM-Eröffnung: Ein bisschen Sachsen ist dabei

Russlands Trainer Stanislaw Tschertschessow hütete in der Bundesliga einst das Tor von Dynamo Dresden

Chemnitz.

Da muss einer Sachsen lieben, wenn er sich einen Monat vor den WM-Vorbereitungen in den Flieger setzt und mit der Aeroflot-Maschine nach Elbflorenz düst. Russlands Nationaltrainer Stanislaw Tschertschessow war einer Einladung der Fans von Dynamo Dresden zum 65. Vereinsjubiläum gefolgt. Sein guter Kontakt nach Dresden beruht nicht nur auf seiner Zeit als Dynamo-Profi. An der Elbe wurde 1994 auch sein Sohn Stanislaw junior geboren.

"Stani", wie der populäre Ex-Keeper liebevoll genannt wurde, kam 1993 als russischer Nationaltorhüter nach Dresden. Mit einem fetten Schnauzer und einer markanten Nase. In der Folge duellierte sich der aus Nordossetien stammende Russe mit Ex-DDR-Auswahlkeeper René Müller. Tschertschessow, der zwischen 1993 und 1995 das Dynamo-Trikot trug, betonte: "René und ich waren trotz aller sportlichen Rivalität sehr gut befreundet." Der Leipziger bestätigt ohne Wenn und Aber: "Stani war ein Pfundskerl!"

Seiner ersten Herausforderung im Ausland folgte eine längere Periode mit dem FC Tirol, wo Joachim Löw eine Zeit lang sein Trainer war. Danach nahm der einstige Torhüter von Spartak Moskau Trainerjobs an. Das eine Jahr in Polen mit dem Double für Legia Warschau im letzten Sommer genügte den russischen Bossen, um ihn als Nachfolger von Fabio Capello in das heiß diskutierte Amt bei der "Sbornaja" zu hieven.

Tschertschessow, der selbst zwei WM-Endrunden für sein Land spielte, erlebte 1994 in einem Spiel gleich zwei historische Momente: Beim 6:1 gegen Kamerun 1994 überlistete ihn der bis heute älteste WM-Torjäger Roger Milla. Aus der Ferne konnte "Stani" dann im selben Spiel einen weiteren WM-Rekord beobachten: Oleg Salenko traf fünfmal in einer Partie.

Salenko - gut und schön. Aber das ist Geschichte. Ein Journalist vom österreichischen "Standard" fragte dieser Tage: "Welches Mittel werden Sie gegen Salah einsetzen, Ägyptens Superstar?" Der russische Coach antwortete lächelnd: "Da hilft nur die Kalaschnikow." (kw)

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