Dieser Maler erzählt Geschichten

Auf die Frage, welches Bild ihm besonders gefällt, meinte Hermann Hesse, er liebe Albrecht Altdorfers "Alexanderschlacht" , das in der Alten Pinakothek in München hängt. Auf verblüffende Weise wird man an ein jüngeres Gemälde erinnert: Werner Tübkes Bauernkriegspanorama, das seit 1987 im Rundbau in Bad Frankenhausen zu sehen ist. Wimmelbilder nannte man gelegentlich diese Sujets. Und tatsächlich, es wimmelt auf diesen Bildern von Figuren, Vorgängen, Details. Und erst die Gesamtheit der Einzelheiten konstruiert das Bild: Der Maler erzählt Geschichten aus der Geschichte in vielfältigen Motiven.

Und ein Künstler, der so sein malerisches Genie zeigt, sein Füllhorn in Formen und Farben auf die Leinwand wirft, ist der flämische Maler Peter Bruegel der Ältere, dessen Todestag sich zum 450. Mal jährt. Geboren 1526 in Breda ist wenig über ihn bekannt. Er arbeitete in Antwerpen und in Brüssel, wo er am 9. September 1569 starb. 40 Gemälde sind von ihm überliefert, dabei die "Kinderspiele", "Die Bauernhochzeit", "Der große Turmbau zu Babel", die Jahreszeitenbilder und "Die niederländischen Sprichwörter", alles Bilder, die Geschichten erzählen und in einer "subtilen, anspielungsreichen Bildsprache hintergründige Botschaften in den scheinbar harmlosen Alltagsszenen entdecken". Nun haben die Kunsthistoriker Jürgen Müller (Dresden) und Thomas Schauerte (München) in einem opulenten Band sein Gesamtwerk versammelt: großflächige Abbildungen in hervorragender Druckqualität, lesbare Texte. Eine verlegerische Leistung des Taschen Verlages Köln, der zu den bedeutendsten Kunstverlagen der Welt gehört. Wer also nicht in Wien die große Ausstellung des Pieter Bruegel sehen konnte, wird in dieser "XXL-Monografie" alle 40 Gemälde, seine 65 Zeichnungen und 89 Kupferstiche als unvergessliches Kunsterlebnis erfahren. kw

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