Ein Bücherleben

Sein neues Buch handelt von Büchermachern. Klaus Walther ist selbst einer. Am heutigen Samstag wird er 80. Ohne Krimi geht der Erzgebirger fast nie ins Bett.

Zwönitz.

Er hat Christa Wolf schon gelesen, als sie noch nicht die Christa Wolf war, sondern eine junge Schriftstellerin in der DDR, die Unterstützung brauchte. Klaus Walther hat sie ihr gegeben. Und als Lektor, damals für den Mitteldeutschen Verlag in Halle, als Autor, Verleger und als passionierter Krimisammler hat der Mann aus dem Erzgebirge vielen Büchern ein Stück Leben geschenkt. Ein schönes Geschenk hat er sich nun selbst gemacht: Fast pünktlich zu seinem heutigen 80. Geburtstag ist Klaus Walthers neues Buch "Die Büchermacher: Von Verlegern und ihren Verlagen" erschienen. Ein feines, kleines Bändchen über große deutsche Verleger aus Ost und West - von Samuel Fischer über Ernst Rowohlt bis zu Elmar Faber und Konrad Reich. Und natürlich dürfen auch Klaus Walthers "Kleine Verlage" nicht fehlen.

Das Buch ist ein "typischer" Walther: In zahllosen, unterhaltsamen Anekdoten erzählt der in Chemnitz geborene Autor die Geschichte des Büchermachens in Deutschland, die durchaus manchmal etwas von den Unwägbarkeiten des Geschäfts der Buchmacher hat. Damit ist Klaus Walther bestens vertraut. Aufgewachsen in Zwönitz, wo er heute noch lebt, wurde seine Liebe zur Literatur früh geweckt, dem Lesen und Schreiben ist er lebenslang verbunden. Ein Journalistikstudium brach er ab, von 1961 bis 1964 studierte er am Literaturinstitut Leipzig. Danach war er bis 1978 Lektor beim Mitteldeutschen Verlag, betreute unter anderem die Autoren Günter de Bruyn und Erik Neutsch, war an den Kontroversen um das Erscheinen von Erich Loests DDR-kritischen Roman "Es geht seinen Gang" beteiligt. Welche bizarren Formen dies annahm, ist in Loests Buch "Der vierte Zensor" nachzulesen. Der Geist jener Jahre, in denen oft mit harten Bandagen um Bücher gerungen wurde, spiegelt sich auch darin, dass Klaus Walther einerseits Mitglied des DDR-Schriftstellerverbandes und der SED-Bezirksleitung Karl-Marx-Stadt war, andererseits auch vom Ministerium für Staatssicherheit beobachtet wurde.

1991 rief er den Chemnitzer Verlag als Buchprogramm der "Freien Presse" ins Leben, zunächst vor allem, um Autoren der Region wie Rainer Klis und Wolfgang Eckert eine verlegerische Heimat zu geben. Von ihm selbst erschienen im Chemnitzer Verlag unter anderem "Silbernes Erzgebirge" (mit Manfred Blechschmidt) und eine sehr unterhaltsame Karl-May-Biografie. Zudem arbeitete er als Buchhändler und Kritiker. Wobei Kritiker für ihn heißt, ein Bücherbewunderer zu sein.

Das Buch Klaus Walther: "Die Büchermacher. Von Verlegern und ihren Verlagen", Quintus-Verlag; 160 Seiten kosten 20 Euro. ISBN-13: 978-3945256893.

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