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Helene Fischer im Kati-Witt-Olympia-Gedächtnis-Kleid inmitten ihrer Tänzerinnen und Tänzer auf der Bühne in Leipzig. Die Sängerin tritt bis zum Sonntag an fünf Abenden in der Stadt auf, fotografiert werden darf sie dabei nur aus sicherer Entfernung.

Foto: Georg Dostmann

Steh' auf, wenn du Helene bist

Mit einer Bühnenshow der Superlative hat Schlager- und Popmusikstar Helene Fischer am Dienstagabend die Fans in der Arena Leipzig von den Sitzen geholt. Und sie tut es wieder. Und wieder und wieder und wieder.

Von Thomas Reibetanz
erschienen am 11.10.2017

Leipzig. Es soll ja Leute geben, die haben Karten für alle fünf Konzerte. Hardchore-Fans heißen die heutzutage. Viel Neues werden sie aber nicht gesehen haben oder noch sehen, wenn sie nach Dienstag auch am Mittwoch, am Freitag, am Samstag und dann auch noch am Sonntag zur Live-Show von Helene Fischer in Leipzig gehen. Zu durchgetaktet, zu perfekt ist das, was da oben auf der Bühne passiert. Kaum Spielraum für spontane Einlagen, kein Spielraum für eine Programmänderung.

Und es soll Leute geben, die wollen erst noch hin. Zu Helene Fischer. Live in der Arena Leipzig. Für die gilt beim Lesen des folgenden Textes erhöhter Spoiler-Alarm. Was neben Hardchore-Fans ein weiteres Wort im gewöhnungsbedürftigen Neudeutschen ist und so viel bedeutet wie: Achtung, wir könnten Ihnen jetzt die Vorfreude verderben, weil wir schon verraten, was passiert.

Wobei - was bei Helene Fischers Bühnenshows passiert, wurde im Vorfeld ja zur Genüge verraten. Die 33-Jährige hat trainiert wie noch nie zuvor, war zu lesen. Sie sei fit wie nie zuvor, war zu lesen. Sie mache Dinge auf der Bühne, die sehr gefährlich sind, war zu lesen. Und sie sei schwanger. War auch zu lesen. Wäre Letzteres wahr, würde ihr Konzertveranstalter wohl vom Hocker kippen. Immerhin muss die Fischer bis Ende Oktober noch jeweils fünf Mal in Mannheim und Zürich auf die Bühne. Von Januar bis März geht die Hallen-Tournee dann weiter, ehe im Juni eine einmonatige Stadiontour beginnt - mit Start in Leipzig.

Mit Baby im Bauch wäre das wohl nicht wirklich gesundheitsfördernd, auch wenn die Blondine selbst auf der Bühne mit dem Gerücht kokettiert. "Man weiß ja nie", sagt sie und lacht derart schön, dass die sehr zahlreich erschienenen Männer in der Arena nur einen Gedanken haben: "Wenn es noch nicht soweit ist, ich würde dir gern dabei helfen." Trotz sechsfachen Kostümwechsels an diesem Abend keimt dieser Gedanke übrigens sehr oft auf. Denn Helene Fischer kann nicht nur singen, und das ist unbestritten, sie ist auch einfach eine schöne Frau, die ihre Kurven in Szene zu setzen weiß.

Das beginnt mit Kostüm Nummer eins. Nennen wir es einen Badeanzug mit langen Ärmeln, dazu Stacheln auf den Schultern. Klingt komisch, Frau Fischer kann es tragen. "Nur mit Dir", schallt es durch die Arena. Noch vor dem ersten Ton fragen sich diejenigen Gäste, die es gern bequem haben, warum man überhaupt Stühle in die Halle gestellt hat. Steh" auf, wenn du Helene bist, scheint das Motto zu sein. Wer sitzen bleibt, wird zum Stimmungskiller. Und sieht einfach mal nichts mehr. Mit "Phänomen" geht es weiter. Sechs Jahre alt, Schlager pur. Die ersten tanzen Discofox. Im Gang. Gegen die Anweisungen der Ordner. Die Hemmungen fallen.

Und auf der Bühne fliegen Menschen durch die Luft. Akrobaten der Gruppe "45 Degrees", einer Abteilung des weltberühmten "Cirque du Soleil", bieten ein durchchoreografiertes Schauspiel, an welchem sich der Star des Abends selbst beteiligt. In ihren Weihnachts-TV-Shows hat Helene Fischer ja schon des Öfteren bewiesen, dass sie auch Akrobatik in luftigen Höhen kann. In ihrer Live-Show beweist sie es erneut.

Der weitere Abend wird in Abschnitte unterteilt. Nach kurzer Umziehpause erscheint die gebürtige Russin im knappen Goldenen. In drei Metern Höhe singt und räkelt sie sich in einer beleuchteten Kiste, aus der sie schließlich Richtung Hallenboden springt. "Das hat Überwindung gekostet", sagt sie. "Ich hätte dich gefangen", denkt er im Publikum. "Wie authentisch sie doch ist", denkt sie im Publikum.

Die Bühnenshow nimmt nun Fahrt auf. Helene Fischer steht in einem Kleid auf der Bühne, dessen Rock aus Wasser besteht. Klingt komisch, Frau Fischer kann es tragen. Während sich viele weibliche Fans fragen, wo es das zu kaufen gibt und wie man sich damit setzen soll, grübelt der technisch versierte Gatte, wie das geht. Denn mit Wasser-Rock fährt die Sängerin auch noch auf einem Podest in die Höhe. Eine Wasserleitung aber ist nicht zu sehen. Großes Kino.

Und es wird noch größer. Als das singende Model, das 1988 mit ihren Eltern aus der damaligen Sowjetunion nach Rheinland-Pfalz übersiedelte, den zweiten Teil der Show beginnt, wird es gigantisch. Aus dem Laufsteg, der ins kreischende Publikum ragt, wird plötzlich eine Art Hebebühne mit riesigen Ausmaßen. Oben drauf steht Frau Fischer, die sich über die Fans fahren lässt - ja, die Hebebühne kann sich auch noch drehen. Als Höhepunkt dient der Riesenapparat noch als Brücke, über welche die Sängerin eine schwebende Plattform inmitten der Arena betritt. Dort werden mit "Lieb mich dann", "Du hast mich stark gemacht" und "Mit jedem Herzschlag" drei Balladen geschmachtet, ehe es (wie auch immer) zurück auf die Bühne geht, wo Helene in neuem Gewand auf einer großen Kugel sitzend "Herzbeben" schmettert.

Jetzt kommt der Disco-Teil, welcher in "Achterbahn" gipfelt. Das ältere Semester, welches zwei Stunden zuvor noch zu volksmusikartigen Klängen bei "Und morgen früh küss ich Dich wach" getanzt hat, hält sich die Ohren zu. Bässe wummern, Lichter flackern. Nach drei Stunden ist Zugabe, "Atemlos" darf natürlich nicht fehlen. Helene Fischer winkt noch einmal jedem im Publikum, sagt artig Danke und verabschiedet sich. Bis Donnerstag. Und Freitag. Und ...

 
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