Wissenschaftler sieht Kulturgüter in Ägypten gefährdet

Leipzig (dpa/sn) - Der Leipziger Ägyptologe Dietrich Raue sieht angesichts der schweren Unruhen in Ägypten den Erhalt von Kulturgütern gefährdet. Er befürchte weitere Plünderungen und Diebstähle. Raue ist seit Oktober 2010 Kustos des Ägyptischen Museums der Universität Leipzig. Zuvor war er zehn Jahre am Deutschen Archäologischen Institut in der ägyptischen Hauptstadt Kairo.

«Wir Ägyptologen haben unser internes Info-System und stehen untereinander in Kontakt», sagte Raue. Kollegen hätten gemeldet, dass auf das Mallawi Museum in der Provinz Minia 220 Kilometer südlich von Kairo der Brand einer Polizeistation übergegriffen habe. Es seien 1040 von 1089 Objekten gestohlen worden. Nur die Objekte, die zu schwer waren, seien stehen geblieben. Schon seit der ersten Revolution 2011 sei die Sicherheitslage in dem Land schwierig.

Das hätten sich Plünderer zunutze gemacht und Magazine des ägyptischen Antikendienstes im Land ausgeräumt. «Kollegen berichten, dass einige dieser Stücke mittlerweile auf dem europäischen Kunstmarkt auftauchen», sagte Raue. Auch die eigene Arbeit sei gefährdet. Mitte September hätte für ein deutsches Team eine Grabungskampagne beginnen sollen. «Das ist jetzt sehr fraglich geworden», sagte Raue.

Museum

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