Welttag des Schneemanns: Die Macht eines coolen Typs

Ein Deutscher erfand den Welttag des Schneemannes - deshalb sollte man heute einen bauen

Reutlingen.

Wann der erste Schneemann gebaut wurde? Das kann naturgemäß kein Mensch sagen. Die ältesten literarischen Nachweise für Schneeskulpturen gibt es erst aus dem 16. Jahrhundert, etwa bei Shakespeare. Und populär wurde der Schneemann erst im 18. Jahrhundert. Im Jahr 1770 taucht er in einem Leipziger Kinderliederbuch zum ersten Mal als Begriff auf. Alte Bilder zeigen ihn als personifizierten Winter in recht bedrohlicher Gestalt, übergroß, mit grimmiger Miene und drohend erhobenem Besen.

Sein Image hat sich gewandelt. Er ist ein beliebter Werbebotschafter des Winters, mit 100-jähriger Erfahrung. Dazu arbeitet der coole Typ "für Lau", also ehrenamtlich. Cornelius Grätz aus Reutlingen in Süddeutschland hat das Potenzial des Schneemanns erkannt und ihm deshalb einen Ehrentag verschafft: Der 18. Januar ist "World-Day of Snowman". Heute also: Welttag des Schneemanns. Dank seiner Freundlichkeit gilt der Schneemann selbst in Regionen der Erde, in denen höchst selten Schneeflocken tanzen, als wichtigstes Symbol des Winters. Selbst weder politisch noch religiös, ist er weltweit willkommen. Unvoreingenommen gegenüber jedermann und tolerant bis in die Mohrrübennasenspitze, verbreitet er gute Laune und wunderbare Kindheitserinnerungen. Er besitzt Macht. Eine Macht, die aus Freude, aus Spaß am Spiel und aus Wasser besteht. Eine Macht, die für das Schöne in der Welt steht.

Schnee und Kälte lassen es zu: Bauen Sie einen Schneemann. Mit Kindern, Enkeln, allein. Daran kann nichts falsch sein. Es ist ein gutes Werk. Selbst wenn es vergänglich ist, vergeblich ist es nicht.

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