Zwangsadoption: Die geraubten Kinder

Wenn Eltern unbequem waren, nahm ihnen das DDR-Regime das Liebste: ihre Kinder. Sie kamen zu linientreuen Adoptiveltern. Andere Kinder wurden für tot erklärt. Doch ihre Gräber gibt es nicht. Noch heute suchen Eltern verzweifelt nach ihren Töchtern und Söhnen.

Chemnitz.

Andreas trägt Hut, Nietenjacke und Jeans, die ihm seine Tante aus dem Westen geschickt hat. Er ist anders als seine Geschwister. Die Mitgliedschaft in der Pionierorganisation und der FDJ verweigert er. Der Leipziger fühlt sich in der DDR eingesperrt. Er will reisen, nach Mallorca, zur West-Verwandtschaft im Ruhrgebiet. Mit 23 steigt er schließlich gemeinsam mit seiner schwangeren Ehefrau in Graal-Müritz in ein Schlauchboot.

Als er auf die Ostsee hinaus paddelt, glaubt er noch, dass ihnen die Flucht aus der DDR gelingen wird. Der Kutter, der sie aufnehmen soll, ist schon in Sichtweite. Da werden sie von einem grellen Lichtschein erfasst. Grenzschutz, Militärstützpunkt, Verhöre. Die Frau und er getrennt. Einer der Beamten verpasst ihm eine. "Damit Du gleich unsere Sprache verstehst, Du Sachsensau!" Laake verliert zwei Backenzähne.

Auch seiner Frau geht es in der Haft dreckig. Um ihr zu helfen, nimmt Laake die komplette Schuld auf sich. Vier Jahre und sieben Monate bekommt er deshalb aufgebrummt - nicht nur wegen versuchter Republikflucht, sondern auch wegen der Entführung seiner Ehefrau. Die kommt mit einer Bewährungsstrafe davon - und kappt alle Verbindungen zu ihm. Ob freiwillig oder dazu gedrängt, das weiß Laake bis heute nicht.

Irgendwann in der Haft erfährt er aber, dass sie ihm einen Sohn geboren hat. Gesund ist er. Irgendwann im Gefängnis sieht er auch einmal ein Foto des Neugeborenen. Für ihn gibt es dieses Bild und einen Namen, den sie sich noch gemeinsam ausgesucht hatten: Marko. Mehr nicht. Schon bald nach der Geburt drängt das Jugendamt Laake aber, den Jungen zur Adoption freizugeben. Mal droht es, mal lockt es mit Hafterleichterungen. Laake lehnt ab. Schließlich leiten die Behörden ein Verfahren gegen ihn ein, um ihm seine Vaterschaftsrechte aberkennen zu lassen. "Der Leipziger Familienrichter fragte mich nur: Welche Rechte wollen Sie denn hier wahren, Herr Laake? Das war alles, mehr wurde nicht verhandelt."

In der Haft gibt ihm der Gedanke Kraft, dass er seinem Sohn irgendwann einmal wird sagen können: Ich habe Dich nicht freiwillig weggegeben. Nach der Wende denkt er, jetzt könne ihm niemand mehr vorenthalten, in welcher Familie sein Sohn jetzt lebt. Doch auch der neue Staat verweigert ihm die Auskunft.

Mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten ist aus Unrecht Recht geworden. Weil im Einigungsvertrag die Zwangsadoptierten schlicht vergessen wurden, gelten auch für Leute wie Andreas Laake bundesdeutsche Datenschutzregeln. Das heißt, er darf zwar als leiblicher Vater beim Jugendamt einen Brief hinterlegen. Ob die Adoptiveltern den dann aber an das Kind weiterreichen, ist ihnen überlassen.

Immerhin ein paar Kinderbilder erhält Laake, aber keine Adresse. Er droht mit Hungerstreik - und geht an die Öffentlichkeit. Im Oktober 2013 berichtet die Sat.1-Sendung "Bitte melde Dich" über seinen Fall. Einen Tag später klingelt um 19.02 Uhr sein Telefon. "Es war gefühlt minutenlang still, aber meine innere Stimme sagte: Leg nicht auf", erzählt Laake. "Irgendwann habe ich dann rausgebracht: Marko, bist Du's?" Eine fremde Männerstimme antwortete: "Ja, Dein Marko."

Als Vater und Sohn sich auf dem Zentralparkplatz vor dem Leipziger Hauptbahnhof endlich das erste Mal nach 29 Jahren begegnen, erkennt Laake seinen Marko schon aus der Ferne. "Der ist mir wie aus dem Gesicht geschnitten, nur anderthalb Köpfe größer", sagt er.

Die Adoptiveltern bringt Marko zum ersten Treffen mit. Seither ist der Kontakt nicht abgebrochen. "Das Verhältnis zu meinem Sohn ist natürlich nicht so, als wäre er in meiner Familie großgeworden", sagt Laake. "Weil die Lebenslinien unterschiedlich verlaufen sind, aber jetzt sind sie zumindest wieder parallel."

Etwa 75.000 Inkognito-Adoptionen gab es zu DDR-Zeiten. In all diesen Fällen erfuhren die leiblichen Eltern nicht, wohin ihre Kinder kamen. Wie oft dabei Zwang im Spiel war, weiß niemand. Dieses düstere Kapitel der DDR-Geschichte ist bis heute so gut wie unerforscht. Laake schätzt aber, dass 10.000 Kinder ihren Eltern geraubt wurden.

Schon in den 60er-Jahren hatte SED-Parteichef Walter Ulbricht klargemacht, dass das Recht und die Justiz "eine Waffe im Klassenkampf" sind. Recht war, was die Partei wollte. Erziehung war in der DDR Staatsziel. Wer nach Einschätzung der Behörden nicht in der Lage war, seine Kinder zu "sozialistischen Persönlichkeiten heranzubilden", dem wurden sie genommen. Unter www.zwangsadoptierte-kinder.de sind allein aus Südwestsachsen rund 40 derartige offenkundige oder mutmaßliche Fälle geschildert.

Die meisten Kindesentzüge erfolgten aufgrund einer Verurteilung nach dem Asozialen-Paragrafen, im Volksmund "Assi-Falle" genannt. In die war leicht hineinzutappen: Wer Fluchtgedanken hegte, gegen den Strom schwamm, wegen seiner Kinder keinen Schichtdienst machen konnte oder aus politischen Gründen Berufsverbot hatte, war gefährdet. Das Perfide: Der Staat konnte einer Mutter aber auch eine schimmelige Wohnung zuweisen, um ihr dann gerade wegen dieser Lebensumstände die Kinder zu nehmen.

"Die Zwangsadoption wurde vom Regime zur Bestrafung eingesetzt", sagt die Leipzigerin Anett Hiermeier. Die 42-Jährige hatte als Kind mit ansehen müssen, wie der Staat ihr die Geschwister entriss - bis sie ebenfalls mit Gewalt von ihrer Mutter getrennt wurde. "Meine Mutter hat Nacht für Nacht in die Kissen geweint", sagt sie. "Der Staat war unheimlich kreativ, um Menschen zu verletzen."

Anett Hiermeier hat inzwischen ihre Schwester Sandra wiedergefunden. Claudia aber, die am 24. Februar 1988 direkt nach ihrer Geburt der Mutter entzogen wurde, sucht sie bis heute vergeblich. "Kaum ein Betroffener kann mit dieser Geschichte abschließen. Das wirkt über Generationen", sagt Anett Hiermeier. "Heilung passiert aber erst, wenn man gefunden hat."

Auch die Dresdnerin Petra Wehnert, 53, hofft noch immer. Frank müsste jetzt 30 Jahre alt geworden sein. Vielleicht hat er runde schwarze Augen wie seine Mutter. Fast zwei Meter könnte er groß sein, genau wie sein Vater. In Dresden könnte er leben. Oder irgendwo sonst. "Nur 184 Tage durfte ich ihn bei mir haben", erzählt Petra Wehnert - bis zu jener verhängnisvollen Nacht.

Der Vater hatte Frank aus dem Bett gehoben am 23. Juni 1988, 22 Uhr. Sie kamen gerade aus dem Kino. "Seit dieser Nacht habe ich mein Kind nie mehr wiedergesehen", sagt Petra Wehnert.

Vor 15 Jahren hat sie das Grab öffnen lassen, auf dem "Unser Sonnenschein Frank" steht. Außer einem Pullover und einem Ohrknöchelchen, der für eine DNA-Analyse nicht zu gebrauchen war, war nichts darin. Aus dem winzigen dunkelblauen Pullover mit feinen weißen Querstreifen, dazu noch völlig glatt und unbeschädigt, schöpft Petra Wehnert nun aber ihre Hoffnung. Denn dem Bestatter hatte sie doch eine blaue Latzhose und ein weißes Hemdchen mitgegeben.

Petra und Franks Vater sind schon lange kein Paar mehr. 1993 haben sie sich scheiden lassen. Als es hieß, dass Frank tot ist, war es vorbei. Petra Wehnert vermisste Trauer bei ihm. "Er verbot mir sogar, an Franks Grab zu gehen - er ist nicht mehr da, Schluss, Aus", sagt sie. "Und meine ehemaligen Schwiegereltern sind direkt im Anschluss an die Beerdigung Schuhe kaufen gegangen." Das alles passt zu ihrem Verdacht.

Einen dicken Aktenorder voller Widersprüche hat Petra Wehnert inzwischen gesammelt - zu allem, was die Notärztin und die Leute in jener Nacht sagten, was sie taten und wie sie mit ihr umgingen. Erst hieß es im Krankenhaus Dresden-Neustadt: Plötzlicher Kindstod, schon zu Hause, im eigenen Bettchen. Warum dann aber die Beatmungsmaske, warum fuhr der Krankenwagen mit Blaulicht? Später im Autopsiebericht ist dann von einem akuten generalisierten Virusinfekt die Rede, von Hirnhaut- und Herzmuskelentzündung. "Frank hätte demnach ja sterbenskrank gewesen sein müssen, aber er war kerngesund", sagt Petra Wehnert.

Und dann all diese anderen widersprüchlichen Angaben in den Papieren. Mal wird Franks Geschlecht mit männlich, mal mit weiblich angegeben, mal als Sterbeort zu Hause, mal das Krankenhaus. Mal stimmt sogar das Geburtsdatum nicht. Totenscheine gibt es zudem nicht. "Und weshalb durfte ich mich nicht von Frank verabschieden?", fragt Petra Wehnert. In der Klinik nicht, auf dem Friedhof nicht. Sie durfte sich ihrem Baby nicht nähern, es nicht anfassen, es nicht in den Armen halten. Ihr Mann, die Nachbarn, die plötzlich auftauchten, die Ärzte, sie alle verboten es ihr. Sie kennt Frank nur lebend. Wie kann er da tot sein?

Petra Wehnert ist überzeugt, dass ihr Frank nur für tot erklärt und geraubt worden ist. Sie nennt sogar Namen von Mittätern an dieser Verschwörung. "Es geht hier nicht um eine Schuldzuweisung", sagt sie. "Die stecken eh alle unter einer Decke und würden ohnehin weiter lügen. Ich will Aufklärung."

Alles ein Hirngespinst einer Mutter, die mit dem Tod ihres Kindes bis heute überfordert ist? Petra Wehnert hat ihre Biografie geschrieben, im Internet Fälle aufgespürt, die dem ihren ähneln. Sie hat sich informiert über Zwangsadoptionen, Stasi und Stasiärzte. Sie hat Franks Geschichte ins Netz gestellt - und teilt ihr Schicksal mit Hunderten anderen Müttern, die zu DDR-Zeiten entbunden haben und nicht wissen, wo ihr Baby geblieben ist.

Diejenigen, die nachgeforscht haben, sind wie sie oft auf Ungereimtheiten gestoßen. Silvia Neuling zum Beispiel bringt im Sommer 1984 in Stendal ein Mädchen per Kaiserschnitt zur Welt. Tags darauf erklären ihr die Ärzte, die Kleine sei bereits im Mutterleib tot gewesen. "Ich habe von Anfang an gefühlt, dass etwas nicht stimmen kann", sagt sie.

Als sie das Grab des Kindes besucht, muss sie feststellen, dass dort schon andere Blumen abgelegt hatten. "Die Friedhofsverwaltung sagte mir daraufhin, da sei wohl an derselben Stelle noch ein zweites Kind beerdigt worden", erinnert sie sich. Als sie nachhakt, findet sie statt einer Krankenakte nur eine Lose-Zettel-Sammlung vor. "Und wenn das Kind schon tot geboren wurde, warum hat es dann noch so viel Sauerstoff erhalten?", fragt sie sich. "Sämtliche Unterlagen zur Geburt und zur Bestattung sind bei mir gefälscht worden." Je mehr sie gesucht hat, desto wütender ist sie geworden. "Denn meine Geschichte ist nur eine von Tausenden, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen. Fast alle Mütter waren jung, fast allen hat sich derselbe Standardsatz der Ärzte eingeprägt: Sie sind ja noch jung, Sie können noch viele Kinder kriegen."

Simone Menzel hat 2014 Strafanzeige erstattet. Auch sie hat ihren Sohn Tommy, den sie 1987 in Freiberg entbunden hatte, niemals zu Gesicht bekommen. Beweise für eine Bestattung gibt es nicht, Totenscheine fehlen. "Egal, ob mein Sohn nun tot ist oder nicht, ich muss wissen, was passiert ist, damit ich damit leben kann", sagt Simone Menzel. Die Staatsanwaltschaft lehnt Ermittlungen aber ab - wegen Verjährung. Eine Beschwerde dagegen beim sächsischen Justizministerium blieb erfolglos. Auch der Petitionsausschuss des Bundestages sieht keinen Handlungsbedarf.

"Strafrechtlich dürfte das alles tatsächlich verjährt sein", sagt der Jurist und sächsische SPD-Landtagsabgeordnete Harald Baumann-Hasske. "Wenn mal etwas verjährt ist, kann man das nachträglich auch nicht mehr rückgängig machen, aber Aufbewahrungsfristen von Akten in Kliniken, Standesämtern und Friedhofsverwaltungen kann der Gesetzgeber ziemlich unproblematisch verlängern." Dadurch könne die Suche wenigstens fortgesetzt werden.

Sachsens Gleichstellungsministerin Petra Köpping verspricht, das mit ins Kabinett zu nehmen. Finanzielle Unterstützung könnten die Eltern vielleicht aus einem Härtefall-Fonds, den die neue Regierung auflegen will, erhalten. "Denn die Suche nach verschwundenen Kindern kostet vor allem auch viel Geld", sagt TV-Moderator Peter Escher, der helfen und die Fälle im Internet publik machen will. "Ich habe sehr gute Detektive und Anwälte in meinem Team, die Opfer sollen nicht allein bleiben", sagt Escher.

In der "Interessengemeinschaft gestohlener Kinder der DDR" haben sich mehr als 1200 Betroffene zusammengeschlossen, deren Kinder zwangsadoptiert, für tot erklärt oder spurlos verschwunden sind. Anfang April will sie ihre Forderungen an den Bundestag übergeben. Mit ganz oben auf dieser Liste steht: Der Staat müsste bei Ungereimtheiten von sich aus ermitteln. "Den Adoptiveltern dürfen wir nicht böse sein", sagt Andreas Laake. "Das waren ja nicht die, die uns unsere Kinder weggenommen haben." Ruhe geben will Laake aber nicht. "Es kann nicht sein, dass Eltern nach über 30 Jahren noch immer nicht wissen, wo ihre Kinder sind." Er weiß aber auch: "Meinen Sohn mit Staatsgewalt wieder aus seiner Adoptivfamilie herausreißen, das hätte ich ihm auch nicht antun können."

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12Kommentare
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  • 0
    0
    aussaugerges
    06.04.2018

    Auf Grund der Hetze werde ich mich persönlich für das Gebiß einsetzen,denn sie hat viele Jahre fleißig in der DDR gearbeitet.

  • 3
    0
    Interessierte
    06.04.2018

    Es ist an sich eigenartig , dass der Beitrag vom RBB nur so kurz zur Verfügung stand und vor allem, dass der nicht im MDR kam , wo die doch sonst solche Sendungen untereinander austauschen , wie wenn es um Glasbläser und Vogelzüchter etc. geht ..
    Nur die Beiträge über Chemnitzer /Wittgensdorfer Störche , die kommen auch ´nur` im RBB

    Übrigens kam dazu gestern im MDRInfo um 8.06 noch ein Beitrag zu diesem Thema Zwangsadoption

  • 2
    1
    aussaugerges
    06.04.2018

    Wir haben auch hier auch eine Frau die eine Magge hat.
    Gut das die Tochter nicht bei der ehemaligen Trinkerin aufgewachsen ist.
    Zu DDR Zeiten hat sie in der Küche gearbeitet.
    Und jetzt ja jetzt hat sie eine ständige Betreuerin,wie Recht die DDR doch hatte.
    Wir kommen mit der Frau gut aus,aber der ,,gute Staat,, bezahlt ihr nicht mal Gebiß. (((Schlimm aber wir kümmern uns.)))
    ABER durch DIE EHEMALIGE SOZIALISTISCHE MORAL HILFT IHR JEDER in der Hausgemeinschaft.

    Ja so ist die Realität.

    Kann alles genau belegt werden.

  • 1
    0
    Interessierte
    05.04.2018

    Das kommt noch ´vor` meinem heutigen Beitrag ..?

    Die gestohlenen Kinder in der DDR ...

    Hier in dem vorangegangenen Beitrag von BBurg waren es 7 Kinder , die offiziell weggenommen wurden , aus welchen Gründen auch immer
    Diese 7 werden wohl jetzt durch die Medien gezogen ???

    Diese Mitteldeutschen Medien hatten sicherlich nichts von dem Beitrag in Brandenburg gehört -
    Gestern im SSpiegel und um 21.45 - sprach man von 100-ten und von 300 und vermutet werden 10.000 bzw. waren es irgendwo auch 20.000

    Und dazu hatte sich ein Frank Schumann aus Wülfrath/ Euskirchen von dem `Verein der Aufarbeitung DDR` geäußert
    https://www.zwangsadoption-saeuglingstod-ddr.com/frank-schuhmann

    Und das ist der Frank Schumann , der die Margot interviewt hat
    https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Schumann_(Verleger)

    ( eigenartig , diese Namensgleichheit mit 2 Perspektiven

  • 3
    1
    aussaugerges
    05.04.2018

    In Rodewisch war so Heim.
    Ich kenne welche die waren froh dort zu sein.
    Bei den behinderten oder versoffenen Eltern.

  • 1
    0
    Interessierte
    05.04.2018

    Und hier ist ein anderer Frank Schumann und das Gegenteil zu dem ´Vorangegangenen` , welcher aber natürlich viel beliebter und glaubwürdiger ist ....

    Im September 2011 sprach Schumann als erster deutscher Publizist mit der im chilenischen Exil lebenden Margot Honecker mehrere Tage ...
    ?Margot Honecker war so wenig Säulenheilige wie Dämon, keine Furie und kein Tyrann.?
    Außerdem stellte er die politischen Gemeinsamkeiten dar.
    ( das sieht man aber bestimmt nicht so sehr gern .....

  • 2
    1
    Interessierte
    23.03.2018

    Hier zu den Zwangsadoptionen in der DDR
    Und keine Anweisungen von Margot gefunden
    Nur bis zum 28.03 verfügbar ??..?.....

    http://mediathek.rbb-online.de/tv/rbb-UM6/Studie-%C3%BCber-Adoptionen-in-der-DDR/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=9597140&documentId=50988890

    Für meine Begriffe werden diese betroffenen Frauen durch diesen Haß gegen das ´DDR-System´ und der damit erfolgten ständigen Hetze nur aufgewühlt und ganz verrückt ( psychisch krank ) gemacht ?

    Anne Drescher , Bürgerrechtlerin ,
    https://de.wikipedia.org/wiki/Anne_Drescher
    .

  • 3
    4
    BlackSheep
    11.02.2018

    @Hankman, hab ich, hab ich. Aber ihr Kommentar besteht nun mal nicht nur aus den ersten Teilen sondern auch aus dem letzten Teil. Mit dem haben Sie , für mich, das Problem halt zerredet.

  • 5
    0
    Hankman
    11.02.2018

    @BlackSheep: Siehe dazu die ersten beiden Absätze meines Kommentars.

  • 3
    5
    BlackSheep
    11.02.2018

    @Hankman, sie haben sicherlich Recht das es so etwas auch in anderen Ländern gab, allerdings wenn das Thema Zwangsadoption in der DDR heist sollte man davon reden und nicht von anderen. Das führt irgendwie immer dazu das das Thema zerredet wird und damit fällt man , für mich, den betroffenen in den Rücken.

  • 11
    0
    Hankman
    11.02.2018

    @Freigeist14: Ich stimme Ihnen zu, dass gerade bei einem so hochsensiblen Thema mehr Trennschärfe nötig wäre. Aber erstens ist es nicht immer möglich, staatliche Eingriffe zum Kindeswohl eindeutig von jenen zu unterscheiden, die politisch motiviert waren - und ich zweifle nicht daran, dass es die politisch motivierten Fälle gab. Zweitens verhindern zuweilen auch politische Motive eine sachliche Aufarbeitung: Man kann die DDR anhand dieses Kapitels wunderbar als abgrundtief böse zeigen. Ein Fest für alle, denen eine kritisch-differenzierte Geschichtsbetrachtung zu kompliziert ist.

    Ich wünsche den Betroffenen und jenen, die vermuten, dass sie zu den Betroffenen gehören, dass sie so weit wie irgend möglich Gewissheit erlangen und erfahren, was mit ihren Kindern wirklich geschehen ist. Und, ja, der Staat sollte sie bei den Recherchen in jedweder Form unterstützen.

    Wir anderen sollten aber auch über den Tellerrand blicken: Zwangsadoptionen und anderweitig brutalen Umgang mit Eltern und Kindern hat es leider auch in vielen anderen Ländern gegeben. Erinnert sei hier an die südamerikanischen (Militär-)Diktaturen, etwa Argentinien, wo zu Zehntausenden Eltern die Kinder weggenommen und zur Adoption in linientreue Familien gegeben wurden. Ähnliches ist in Spanien passiert, zur Zeit der Franco-Diktatur. In Kanada und Australien nahm man über Jahrzehnte Ureinwohnern die Kinder weg, um sie "umzuerziehen". Aus der Schweiz und aus Irland ist zu lesen, wie brutal dort über Jahrzehnte ledige Mütter und ihre Kinder behandelt wurden. In Großbritannien wurden seit dem 17. Jahrhundert armen Eltern oder ledigen Müttern hunderttausendfach (und auch noch im 20. Jahrhundert) die Kinder weggenommen und allein in die Kolonien verschickt, etwa nach Australien, wo sie oft in Heimen drangsaliert wurden. Und die Bundesrepublik reihte sich mit der "schwarzen Pädagogik" der 50er- und 60er-Jahre ein, als man ledigen Müttern auch gern mal die Babys wegnahm und in "Säuglingsheime" steckte. Das ist lange her, aber die ehrliche Aufarbeitung vieler tragischer Geschichten dieser Art hat in aller Welt oft erst vor wenigen Jahren begonnen. Ich will nichts relativieren, aber fakt ist: Das war kein reines DDR-Phänomen. Und das macht es noch bitterer ...

  • 11
    2
    Freigeist14
    10.02.2018

    "Wenn Eltern unbequem waren nahm ihnen das DDR-Regime das Liebste : Ihre Kinder " und weiter : "Wer nach Einschätzung der Behörden nicht in der Lage war ,seine Kinder zu "sozialistischen Persönlichkeiten heranzubilden" dem wurden sie genommen.
    Dieser Beitrag vermischt in unerhörter Weise die tatsächlichen Fälle von Zwangsadoptionen mit der normalen Arbeit des Kinderschutzes der Jugendämter um Kinder vor Verwahrlosung zu schützen.
    Vielleicht hat der Autor zu viel "Die Frau vom Checkpoint Charlie " gesehen,in dem Chefaufklärerin Veronika Ferres dem Leben der realen Frau Gallus neue Facetten verlieh. Zum Beispiel wurden -wie im Film -die Kinder nicht von linientreuen SED-Genossen adoptiert sondern dem leiblichen Vater übergeben.,nachdem Frau Gallus im Interesse ihrer Ausreise aus der DDR auf das Sorgerecht verzichtet hatte. Weiter hatten die Kinder zur Mutter Briefkontakt und wurden nicht über deren Verbleib belogen.
    In einer wissenschaftlichen Dissertation über Zwangsadoptionen von Marie Luise Warnecke heisst es: Zitat :"(..) im 1.Teil der Analyse wurde sich mit den ideologischen Vorgaben im Familiengesetzbuch befasst und sich im 2.Teil der Analyse macht sich deutlich,daß den geografischen und zeitlich nicht zuordenbaren Vorgängen weder einheitliche Verfahrensmuster noch etwaige allgemeinverbindliche Vorgaben des Ministeriums für Volksbildung zugrunde lagen. Nicht zuletzt auch deshalb ist von weitaus geringeren als vielfach medial kolportierten Fallzahlen auszugehen." Zitat Ende.
    Herr Becker gibt Allgemeinplätze über die angebliche inhumane Willkür der Behörden wider und bleibt Quellen und Beweise schuldig.Wir sind gespannt,ob seine Expertise über die westdeutschen Mädchenheime,Internate und das berüchtigte Heim "Freistatt" ebensolche Unterstellungen und Halbwahrheiten aufweisen wird.



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