Alte Kennzeichen zu Weihnachten

Neue Kfz-Zulassungsverordnung tritt am 1. November in Kraft - Interessenten müssen sich aber noch gedulden

Chemnitz. Der Weg für die Wiedereinführung früherer Kfz-Kennzeichen ist frei, die geänderte Fahrzeug-Zulassungsverordnung tritt am 1. November in Kraft. Im Bundesgesetzblatt wurde sie am Donnerstag veröffentlicht. "Freie Presse"-Redakteurin Gabi Thieme beantwortet die wichtigsten Fragen.

Können Interessenten damit am 1. November zu ihrer Zulassungsstelle gehen, um sich neue Kennzeichen zu holen?
Nein. Sie müssen vielmehr noch immer Geduld aufbringen, wie aus dem sächsischen und dem Bundeswirtschaftsministerium zu erfahren war. Laut der neuen Verordnung, Paragraf 8, Absatz 2, muss erst noch eine Veröffentlichung aller nunmehr möglichen Kennzeichen des jeweiligen Bundeslandes im Bundesanzeiger erfolgen. Der Termin hängt davon ab, wann das Bundesverkehrsministerium endgültig die sächsische Liste bestätigt. Die Veröffentlichung ist dann sozusagen der formale Startschuss.

Liegt die Liste der dann in Sachsen möglichen Kennzeichen in Berlin vor, und um wie viele handelt es im Freistaat?
Sie wurde am 21. September, also an dem Tag, als der Bundesrat die Verordnung bestätigt hat, in Berlin eingereicht. Es geht um zwölf aktuell gültige und 45 alte Kennzeichen, also 57. In Berlin hieß es gestern, dass auf dem Antrag noch die Unterschrift sowohl des sächsischen als auch des Bundesfinanzministers fehle. Das seien keine weltbewegenden Mängel, aber die Unterschriften gehören zu dem Antrag.

Wann ist mit dem formalen Startschuss zu rechnen?
Das Ministerium in Berlin will sich auf keinen konkreten Tag festlegen. Es geht aber davon aus, dass es wahrscheinlich vor Weihnachten sein wird. Am Montag und Dienstag will sich der Bund-Länder-Fachausschuss noch einmal damit befassen, wie das Verfahren, das Ländersache ist, vereinheitlicht werden kann.

Was sind denn noch mögliche Knackpunkte?
Beispielsweise muss noch festgelegt werden, ob die derzeit mögliche Kennzeichenmitnahme auch für die dann wiedereingeführten Kennzeichen gilt. Bei einem Umzug innerhalb des Freistaates Sachsen können die jetzt gültigen Kennzeichen in Sachsen an den neuen Wohnort mitgenommen werden. Zum Beispiel: Wer von Döbeln nach Dresden zieht, kann das Kennzeichen FG in Dresden am Fahrzeug behalten.

Sind die hiesigen Zulassungsstellen zumindest technisch weitgehend vorbereitet?
Nach einer stichprobenartigen Umfrage kann man diese Frage mit Ja beantworten. Sie warten nur noch auf die sächsischen Festlegungen zur praktischen Umsetzung. Im Landkreis Mittelsachsen mit drei Kfz-Zulassungsbehörden soll beispielsweise mit dem Starttermin auch die Online-Wunschkennzeichenreservierung unter www.landkreis-mittelsachsen.de für die wieder auflebenden Alt-Kennzeichen freigeschaltet werden.

Was kostet die Umstellung auf das neue alte Kennzeichen?
Die Kosten für die Umkennzeichnung liegen je nach Stand der Zulassungsbescheinigung inklusive Reservierung und Wunschkennzeichen zwischen 40,20 und 48,40 Euro. Dazu kommen zehn Euro für jedes der beiden Nummernschilder.

Wie setzen sich diese Kosten im Einzelnen zusammen?
10,20 Euro sind für das Wunschkennzeichen fällig, 26,30 Grundgebühr für die Umkennzeichnung, 0,60 Euro für die zwei Klebesiegel, 2,60 Euro für Reservierungsgebühren, 0,50 Euro, wenn auf der Zulassung ein Eindruck möglich ist, oder 3,60 Euro, wenn eine neue Zulassung ausgestellt werden muss. Eventuell kommen noch 5,10 Euro hinzu, wenn ein Umtausch des deutschen Kfz-Briefs in ein EU-Dokument erfolgt, das es seit 2005 gibt.

Ist angesichts dieser Kosten mit einem Ansturm auf die Zulassungsstellen zu rechnen?
Das wird regional sehr unterschiedlich sein. In den Regionen, die sich nach den beiden Kreisreformen in Sachsen sehr schwer taten mit den neuen Buchstaben, wie in Döbeln, Mittweida, Hainichen oder Plauen, wird man die alten Kennzeichen DL, MW, HC und PL wieder vermehrt an Autos sehen. In Regionen wie dem Erzgebirge, wo die Zustimmung für die neue Kombination ERZ schon vorher überwältigend war, bleibt die Reaktion der Autobesitzer abzuwarten. Es gab dort noch vor der Einführung bereits 2500 Voranmeldungen für das neue Kennzeichen.

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