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55 Standorte für Windkraftanlagen haben die Planer aufgelistet. Von den Anwohnern gibt es mächtig Gegenwind.

Foto: Patrick Pleul/dpa

14 neue Standorte für Windräder in Südwestsachsen geplant

Einem Entwurf zufolge sollen sich künftig weitere 186 Windräder auf neu dafür ausgewiesenen Flächen in der Region drehen. Bürger und Naturschützer wollen dagegen vorgehen.

55 Gebiete in Südwestsachsen sollen künftig für den Bau von Windkraftanlagen als "vorrangig geeignet" gelten. Auf den meisten davon stehen bereits seit Jahren Windräder. 14 Flächen sind allerdings neu hinzugekommen: jeweils vier im Vogtland und im Erzgebirge, fünf im Landkreis Mittelsachsen und eine in Chemnitz. Das geht aus dem Entwurf eines Windenergiekonzeptes des Planungsverbandes Chemnitz hervor, der im März und April öffentlich zur Anhörung ausgelegt werden soll. Dem hat gestern der Planungsausschuss des Verbandes einstimmig zugestimmt. Darüber entscheiden muss aber die Verbandsversammlung im Dezember.

Im Entwurf enthalten ist auch eine Regelung zum Abstand von Windanlagen zur Wohnbebauung. Windräder, die näher als 750 Meter an Wohnsiedlungen stehen, sollen künftig maximal 100 Meter hoch sein dürfen. Bei 750 bis 1000 Meter Abstand sollen sie künftig nur noch errichtet werden dürfen, wenn ihr Abstand mindestens das Zehnfache der Nabenhöhe beträgt.

Bürgerinitiativen und Naturschützer halten diese Abstände aber für zu gering. Sie fordern genau wie die Kreistage Vogtland, Erzgebirge und Zwickau für neue Anlagen eine sogenannte 10-H-Regelung. also einen Abstand, der generell das Zehnfache der Nabenhöhe beträgt. Der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Jörg Vieweg, kündigte gestern aber an, dass die Regierungskoalition kein entsprechendes Gesetz dazu auf den Weg bringen werde. "Die Planungsverbände und Kommunen sollen gemeinsam mit den Bürgern flexibel entscheiden, wie mit der Windenergie umgegangen wird", sagte er. Bei einer grundsätzlichen 10-H-Regelung sei die Vorgabe des Freistaats, rund 780 Gigawatt die Stunde pro Jahr an Windeenergieertrag in Südwestsachsen zu sichern, nicht erfüllbar. Dadurch wäre der Windenergieplan gerichtlich angreifbar.

Am Rande der gestrigen Sitzung protestierten Bürger gegen das Konzept. Michael Eilenberger, Chef des Landesverbands Landschaftsschutz, sagte, dass Bürgerinitiativen und Naturschützer voraussichtlich gerichtlich gegen diese "menschenverachtenden Abstände" und gegen diesen "artenschutzrechtlich äußerst bedenklichen" Plan vorgehen werden.

 
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Bürger protestieren gegen Windkraftplan
14 neue Standorte für Windräder in Südwestsachsen geplant
 
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