Ernüchternde Bilanz: Kaum ein Fahrrad ist verkehrstauglich

Bei einer Polizeikontrolle in Chemnitz wurden fast im Minutentakt Verstöße erfasst. Sogar neue Bikes vom Fachhändler erfüllten nicht die Vorschriften.

Chemnitz.

Maik Müller ist mit seinem Mountainbike auf dem Weg nach Hause, als er am Dienstagmorgen von Polizisten auf dem Radweg Kappelbachgasse in Chemnitz gestoppt wird. Der 29-Jährige kommt gerade aus dem Straßenbahnmuseum, wo er ehrenamtlich arbeitet. An die 2000 Kilometer absolviert er im Sommer mit seinem Bike. Nun nehmen es Beamte der Chemnitzer Polizei unter die Lupe: ob es möglicherweise als gestohlen gemeldet und ob es in einem technisch einwandfreien Zustand ist. Zur Fahndung ausgeschrieben sind weder Fahrer noch Rad, ergibt eine Überprüfung der Personalausweisdaten und der Rahmennummer. In Ordnung ist das Rad trotzdem nicht.

Die Beleuchtung ist nicht komplett. 20 Euro Verwarngeld sind fällig. Maik Müller akzeptiert das, macht aber seinem Unmut Luft: "Ich sehe hier ein Aufgebot von sechs Polizisten mit Fahrzeugen. Da frage ich mich nach der Verhältnismäßigkeit, und ob die nicht lieber in der City unterwegs sein sollten?" Er werde "wegen einer Lampe angepisst", während in der Innenstadt, vor seiner Haustür, Schlimmeres passiert. "Da wird mit Drogen gedealt. Ich wurde im Dunkeln schon überfallen. Da sehe ich keine Polizei." Der Mann ringt um Worte und mit den Tränen. Er muss trotzdem zahlen. Eine Anzeige wegen der Vorfälle in der Innenstadt will er dann doch nicht erstatten.

Müller bekommt noch den Hinweis, die fehlenden Teile unbedingt nachzurüsten: "Wir kontrollieren in vier Wochen wieder. Für Wiederholungstäter wird es da hart: Dann können wir das Rad bis zu sechs Monate beschlagnahmen", belehrt Polizeihauptmeister Heiko Rusch. Der Beamte sagt: "Wir erleben es oft, dass jemand, der angehalten wird, auf ein anderes Thema umschwenkt, um abzulenken."

Zur gleichen Zeit kommt ein junger Mann in Arbeitsmontur. Er schiebt sein Rad. Für die Beamten gibt es deshalb keinen Grund, ihn anzuhalten. Fünf Minuten später kommt er in Gegenrichtung erneut vorbei. Er schiebt noch immer: "Ich habe die Polizei gesehen und wusste, dass ich ohne Klingel und Beleuchtung fällig bin, auch wenn ich mir nur in der Frühstückspause einen Kaffee geholt habe." Die Polizisten können den Verkehrssünder tatsächlich nicht belangen: "Er ist ja nicht gefahren", sagt Rusch. Die Beamten, die etwa alle vier Wochen stationäre Überprüfungen an viel befahrenen Radwegen durchführen, wissen, dass sie mehr Kontrolldruck ausüben müssten, personell aber nicht in der Lage sind.

Anlass gibt die Verkehrsunfallbilanz. Im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz ereigneten sich 2015 24.600 Verkehrsunfälle. An 617 waren Fahrradfahrer beteiligt. Bei 469 wurden Radler verletzt, bei etwa der Hälfte waren sie auch die Unfallverursacher. Viele würden unterschätzen, dass auch der technische Zustand Grund für Unfälle sein kann, sagt Polizeiobermeister Ringo Schneider. "Schon wer in der Dämmerung ohne Licht fährt, kann von einem Autofahrer schnell übersehen werden." Schneider ist mit einem Motorrad an der Kontrollstelle, um eventuell flüchtenden Übeltätern zu folgen. Dienstagmorgen war das nur einmal der Fall. Dann schaut er sich das Fixie-Rad eines Mannes an. "Solche Räder kommen aus dem Bahnradsport, haben deshalb oft keine Bremsen. In dem Fall wären 130 Euro fällig. Der Fahrer hat aber nachgerüstet."

Polizeihauptmeister André Bochmann setzt sich derweil mit einem Mann auseinander, an dessen Pedalen die Reflektoren fehlen. Der Fahrer gibt an, sie so beim Fachhändler gekauft zu haben. Auch Speichenreflektoren fehlen, ebenso die Rückstrahler und Reflektoren vorn und hinten am Rad. Die Ausrede, dass Händler die Räder so anbieten, zählt nicht. "Das ist schlecht, aber dann sind Sie verpflichtet nachzurüsten", sagt Bochmann. Obwohl hier gleich mehrere Verstöße vorliegen, werden sie "in Tateinheit" geahndet. Nur 20 Euro sind deshalb fällig.

Dann kommt Justin Meyer angedüst - mit Kopfhörern im Ohr. Er ist in Eile, hat einen Termin bei der Arbeitsagentur. Doch das erspart ihm die Zwangspause nicht, zumal bei ihm auch Klingel und Beleuchtung fehlen. Die Kopfhörer werden mit einem Verwarngeld geahndet. Er fahre tagsüber immer ohne Licht, habe aber die Beleuchtung im Rucksack. Das rettet ihn. Von Reflektoren hält er nichts: Die setze der Dreck doch dauernd zu. Aber: "Solche Kontrollen sind okay. Es ist genug Schrott unterwegs."

Das kann die Polizei so nicht bestätigen, auch nicht die Aussage einer Boulevardzeitung, die kürzlich schrieb, jedes zweite Rad in Chemnitz sei Schrott. Trotzdem war die Bilanz am Dienstag ernüchternd: Bei 50 kontrollierten Rädern stellten die Beamten 45 Ordnungswidrigkeiten fest. 39 davon betrafen die Beleuchtung. Zwei Radfahrer überfuhren das Rotlicht einer Ampel. Passiert das an einer Fußgängerampel, sind 60 Euro fällig. An einer Straßenampel, wo das Rot länger als eine Sekunde leuchtet, sind 100 Euro und zwei Punkte in Flensburg die Folgen. Drei Fahrer benutzten am Dienstag auf dem Rad ihr Handy, wofür 25 Euro Verwarngeld kassiert wurden. An einem der kontrollierten Räder war nur eine Bremse vorhanden.

Das ist vorgeschrieben

Ein Fahrrad muss laut Straßenverkehrszulassungsordnung zwingend ausgestattet sein mit:

- Scheinwerfer vorn (weiß)

- Rückstrahler vorn (weiß), der mitunter im Scheinwerfer integriert ist

- Rücklicht hinten (rot)

- Rückstrahler hinten (rot) sowie mit dem Buchstaben Z gekennzeichneter Großflächen-Reflektor (rot)

- Rückstrahler (gelb) in den Pedalen

- Speichenrückstrahler (gelb) oder alternativ reflektierende Speichen, Felgen oder auch Räder

- Klingel oder Glocke

- zwei Bremsen, die unabhängig voneinander wirken. (gt)

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18Kommentare
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    0
    Pixelghost
    15.09.2016

    Ich bin Autofahrer, Motorradfahrer, LKW-Fahrer (C1E), Fahrradfahrer und Fußgänger. Die Lizenz zur Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr mit motorisierten Fahrzeugen habe ich seit 1975. Damals machte ich die Fahrerlaubnis für Motorräder.
    Der Rest wurde 1980 erledigt. Und ich habe, als meine Frau vor wenigen Jahren die Fahrprüfung machte (sie durfte bis dahin Motorrad fahren), eine "Nachschulung" bekommen.

    Daher weiß zum Beispiel - im Gegensatz zu offensichtlich vielen Fahrradfahrern - dass auch für Radfahrer die Farbe ROT HALT bedeutet, dass eine beschilderter Radweg benutzt werden muss, man als Fahrradfahrer auf dem Fußgängerüberweg sein Rad schieben muss und dass man auf der Bahnhofstraße in Chemnitz nicht mit dem Fahrrad fahren darf.

    Mein Fahrrad hat eine permanent montierte Beleuchtung, Klingel, Strahler hinten und in den Speichen. Einmal im Jahr wird es vom Händler gecheckt.

    Kopfhörer benutze ich aus Prinzip nicht.

    Und beim Kauf des Fahrrades meines Sohnes mahnte der Verkäufer, dass das Fahrrad in dieser Ausstattung nicht den Vorschriften entsprechen würde. Es würden zum Beispiel die Klingel, Licht und ein paar andere Dinge fehlen. Wie gesagt, der Verkäufer wusste das. Manche Fahrradfahrer negieren dies geflissentlich.

    Ist es nicht eher so, dass man Ausflüchte sucht und rumlaviert, nur um sich nicht eingestehen zu müssen, dass man Unrecht tut?

  • 1
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    Auerbach
    14.09.2016

    @Pixelghost: Ich bin kein Anwalt. Sind Sie Fahrradfahrer?

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    gelöschter Nutzer
    14.09.2016

    Also die Lösung ist doch einfach: Helmpflicht und eine LED-Rundumleuchte in Signalorange auf dem Helm sowie ein Signalhorn am Lenker. Alle wären zufrieden. Wie ist das eigentlich mit einer Alkoholsperre, wie sie im PKW kommen soll? Springt da die Kette runter oder wie kann man sowas realisieren? Sicherheit geht alle an!

  • 6
    0
    Pixelghost
    14.09.2016

    Ich weiß gar nicht, wie ich es als Kind zehn Jahre lang mit dem Fahrrad zur Schule und zum Sport geschafft habe.

    Wir hatten Unmengen von Kabeln am Fahrrad, Licht vorne und hinten, einen Dynamo für den man richtig in die Pedale musste und ne Klingel.

    Die Straßenbeleuchtung war von schlechter Qualität, die Beleuchtung der Autos war von schlechter Qualität, aber die Autos fuhren die gleiche Geschwindigkeit wie heute.

    Wurde man von der Polizei kontrolliert gab es kein runde wurde man von der Polizei kontrolliert gab es kein Rumgesülze von wegen Urteile und Anwalt. Wir haben die Arschbacken zusammengekniffen und geschwitzt bis die Kontrolle vorbei war. Wie haben wir das nur durchgehalten.

  • 6
    1
    Einspruch
    14.09.2016

    Unsinnig zu diskutieren, ob Licht erforderlich ist, weil es Gewicht mitbringt oder zu demontieren ist. Es ist vorgeschrieben und gut. Als Autofahrer muss ich auch einen Verbandskasten -mit schleppen, obwohl ich damit nicht viel anfangen kann oder ein Warndreieck, was ich in fast 30 Jahren Fahrerei nie gebraucht habe. Eine Hupe muss ich auch haben, obwohl ich die nie nutze. Wer 200 km mit dem Rad fahren kann, dürfte so fit sein, das die paar Gramm für die Beleuchtung unbedeutend sind.
    Ärgerlicher und in letzter Zeit in der Innenstadt häufig zu beobachten, ist, das viele Radfahrer offenbar Farben blind sind und bei Rot über die Kreuzung brettern, manchmal auch noch vollkommen ohne Unrechtsbewusstsein. Oder links an allen vorbei und dann vor dem ersten rechts abbiegen, wenn man gerade anfahren will. Vollkommen lebensmüde.

  • 6
    0
    Pixelghost
    14.09.2016

    @Auerbach, die Klingel ist gefordert. Schluss aus. Ob sie der Ansicht sind, dass sie für Sicherheit nicht nötig ist, ist ohne Belang. Wen man lange nur weit genug entfernt von den Leuten klingelt passiert gar nichts.

    Sind Sie Anwalt?

  • 3
    3
    Auerbach
    14.09.2016

    @Pixelghost: Gefordert ist eine Klingel - für die Sicherheit aber nicht nötig, wenn sich der Radfahrer sinnvoll verhält. Es passiert nicht selten, dass durch das Klingen erschrockene Fußgänger zur Seite springen und dadurch erst eine gefährliche Situation entsteht.

    Wie bereits von NemesisMF ausgeführt, ist eine wirkungsvolle Beleuchtung nicht mit 2 kleinen Lämpchen gemacht. Ordentliches Licht hat auch ein höheres Gewicht. Fahre ich tagsüber mit dem Rad 200km oder mehr, will ich nicht sinnlos unnötiges Gewicht mitführen.

    Ordentliches Licht kostet. Schließe ich mein Rad an, muss ich es jedesmal abnehmen und danach wieder anbringen, will ich nicht ständig neukaufen müssen.

    Die Realität ist für viele Radfahrer eine andere, als die der StVZO zugrunde liegende. Leider lässt sich das nach deutschem Verständnis schwer in Regeln fassen. Jedoch sollte eigentlich jeder Radfahrer ein besonderes Eigeninteresse haben, sicher unterwegs zu sein. Schließlich ist man meist der Schwächere.

  • 3
    3
    Pixelghost
    14.09.2016

    Dem Verkehrsrecht fehlt es in diesem Land an klaren und eindeutigen Regelungen.

    Polizisten sind nämlich keine Anwälte und ziehen auch keinen Urteilecontainer hinter sich her.

    Welche Schmerzen verursacht es, Licht an das Fahrrad zu montieren egal welche Tageszeit es ist, oder eine Klingel?

    Oder sind das wieder nur Mätzchen von Leuten, die eben immer an allem etwas rumzumäkeln haben, nur damit sie Recht behalten?

  • 2
    0
    Pixelghost
    14.09.2016

    @Auerbach, "Eine Klingel ist ebenfalls nicht zwingend nötig."

    Ich weiß ja nicht wo Sie das her haben, aber:

    StVZO § 64a Einrichtungen fu?r Schallzeichen
    Fahrra?der und Schlitten mu?ssen mit mindestens einer hellto?nenden Glocke ausgeru?stet sein; ausgenommen sind Handschlitten. Andere Einrichtungen fu?r Schallzeichen du?rfen an diesen Fahrzeugen nicht angebracht sein. An Fahrra?dern sind auch Radlaufglocken nicht zula?ssig.

  • 4
    0
    Pixelghost
    14.09.2016

    @Nemisis, auch im als Autofahrer empfinde die Amplenschaltungen in der Stadt als Zumutung. Und trotzdem darf ich nicht bei ROT fahren, so wie es leider viele Fahrradfahrer tun.

  • 4
    1
    Auerbach
    14.09.2016

    Die StVZO regelt offensichtlich an der Realität vorbei. Licht ist wichtig, wenn es dunkel ist. Bin ich tagsüber unterwegs, benötige ich schlichtweg keine Beleuchtung und das unnütze Mitführen ist sinnlos. Eine Klingel ist ebenfalls nicht zwingend nötig. Ich fahre nie in 10cm Entfernung an einem Fußgänger vorbei, egal ob ich zuvor geklingelt habe oder nicht. Entweder es ist genug Platz oder ich fahre langsam heran und frage dann höflich ob ich vorbeifahren kann. Wichtig sind gute Bremsen, leider ist dies nicht gefordert - akzeptiert wird hier jede Bremsanlage unabhängig von der Wirksamkeit. Die allermeisten von Radfahrern verursachten Unfälle sind nicht auf die Technik sondern das falsche Verhalten zurückzuführen - hier wäre Aufklärung schon in der Schule sinnvoll.
    Als Radfahrer kann ich es nicht nachvollziehen, wenn ich wegen einer fehlenden Klingel belangt werde, aber mich tägliche mehrere Autofahrer gefährden, indem sie in minimalen Abstand an mir vorbeifahren, dies aber keiner kontrolliert. Hier könnt an der Unfallstatistik wirkungsvoll etwas geändert werden.

  • 1
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    NemesisMF
    14.09.2016

    @MuellerF: Falsch. die StVZO in ihrer aktuellen Novelle regelt eben nichts mehr eindeutig. Das Problem wurde 2014, nachdem die Politik es verpennt hatte, ohne Sachverstand überarbeitet. Heraus kam, das z.B. Licht prinzipiell mit 6V zu betreiben ist sonst ist es nicht zugelassen (hier drückt die Polizei ein Auge zu)
    Und wissenschaftlich fundiert sollten die neuerungen schon sein, sonst haben wir innerhalb kürzester Zeit auch eine Helmpflicht in der StVZO. Und wie hervorragend die funktioniert zeigen Länder wie Australie, Neuseeland oder USA (typische Fahrradnationen).
    Meiner Erfahrung nach (als Ganzjahresradler) bringen weder Reflektoren noch Westen einen echten Schutz, da diese, wie der Name schon sagt, reflektieren und nur funktionieren wenn sie gut und ausreichend angeleuchtet werden. Viel sinnvoller wäre es Licht vorzuschreiben, welches den Radler aus allen Positionen heraus gut sichtbar macht indem es auch zur Seite leuchtet.

  • 5
    1
    Stonep
    14.09.2016

    Ich würde es begrüßen , wenn in der Herbstzeit früh die Fahrräder der Schüler kontrolliert werden. Viele von Ihnen sind früh ohne Licht unterwegs und riskieren damit sehr viel, denn auch ich als Autofahrer möchte zügig auf Arbeit.

  • 5
    0
    MuellerF
    14.09.2016

    @NemesisMF: die StVZO regelt doch eindeutig, was ein verkehrssicheres Fahrrad ausmacht. Dass Reflektoren die Sichtbarkeit des Radlers für andere Verkehrsteilnehmer erhöhen, bedarf auch keiner wissenschaftlichen Untersuchung, das ist schlicht logisch. Neben Lichtern & Reflektoren fehlt meiner Erfahrung nach an vielen Rädern die KLINGEL, mit der man sich bemerkbar machen kann, um dann nicht 10cm am Fußgänger vorbeizischen zu müssen & bei diesem einen halben Herzinfarkt zu verursachen.

  • 0
    4
    Ballfreund
    14.09.2016

    Echt Klasse. Die Chemnitzer Radfahrer. Ein echtes Problem, was die Lebensqualität der ganzen Stadt seit Monaten mindert und wo endlich massiv vorgegangen werden sollte. Die spinnen doch, die Römer!

  • 7
    3
    NemesisMF
    14.09.2016

    Zu kontrollieren ist richtig, denn die wenigsten Räder sind wirklich verkehrssicher. Ich fahre täglich mit dem Rad zur Arbeit und erlebe viele Räder, die nicht wirklich verkehrssicher sind.
    Nach wie vor gelten aber für Radfahrer keine transparenten und wissenschaftlich gesicherten Vorschriften wie man in der Novelle von 2014 klar erkennen konnte.
    Die angesprochenen Pedalreflektoren wurden in Nazideutschland eingeführt, um einer NS Firma ein gutes Einkommen zu ermöglichen. Wissenschaftliche Beweisführung, dass diese Reflektoren etwas bringen, gibt es keine.
    Zur Statistik: Ja liebe Freie Presse super recherchiert. Wenn von 24.600 Verkehrsunfällen 617 mit Radler Beteiligung waren bedeutet das phänomenale 2,51%! ungefähr die Hälfte wurde von den Radlern verursacht. Also sage und schreibe 1,25% ALLER Chemnitzer Verkehrsunfälle wurden von Radlern verursacht. Wie sieht es denn mit den restlichen Verursachern aus? Ich tippe auf 50%+ der Verursacher waren PKW Fahrer. Sollte man die Verkehrsart Radfahren bei solch grandiosen Zahlen nicht besser fördern?
    Die Sache mit den Kopfhörern ist in meinen Augen echt peinlich: Es ist schlicht nicht verboten mit Kopfhörern zu fahren. Ein Verwarngeld darf die Polizei nur aussprechen, wenn der Fahrer den Verkehr nicht mehr wahrnehmen kann. D.h. nach dem Artikel war hier Willkür am Werke, oder ihr habt wichtige Argumente unter den Tisch fallen lassen.
    Liebe Polizei: Es ist wichtig und richtig ALLE Verkehrsteilnehmer zu kontrollieren. Dennoch solltet ihr Augenmaß halten. Die Chemnitzer Ampeln sind eine Zumutung für Fußgänger und Radfahrer. Den ÖPNV nutzt man in Chemnitz nur, wenn man kein Auto als Alternative besitzt. Daher solltet ihr besser bei den wirklichen Unfallverursachern prüfen und nicht eine Minderheit drangsalieren.
    @ Freie Presse: eine ausgewogene Berichterstattung wäre wünschenswert. Das beginnt bei einer korrekten Wiedergabe der Normen und Vorschriften.
    Ich erlebe täglich viele Verkehrsteilnehmer die sich einen Dreck um Verkehrsregeln kümmern. Leider ist diese überwiegend im Auto unterwegs und macht sich gern ihre eigenen Vorschriften. Sei es aus Ahnungslosigkeit oder Vorsatz.

  • 6
    3
    Hinterfragt
    14.09.2016

    "... mit Kopfhörern im Ohr....Die Kopfhörer werden mit einem Verwarngeld geahndet..."

    Prima, und wo steht geschrieben, dass dies verboten ist?
    Ist es nämlich nicht.
    Herrn Justin Meyer kann ich nur raten Einspruch gegen dieses Verwarngeld einzulegen.
    Oder hat der kontrollierende Polizist etwa die Musik schon vom weiten gehört?
    Und das Aufgebot an Personal ist irgendwie etwas übertrieben.
    2 hätten da sicher auch gereicht.

  • 8
    1
    524989
    13.09.2016

    "Wiederholungstäter". - Wow. Scharfe Worte. Wenn die Polizei schon der richtigen Kriminalität nicht Herr wird (wieviele Wohnungseinbrüche werden nochmal aufgeklärt?), steigert es offensichtlicheren deren Selbstwertgefühl Bagatellen zu kriminalisieren...



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