Frank Haubitz und die Chronik eines Scheiterns

Mit nur acht Wochen im Amt des Kultusministers hat Frank Haubitz seinen Platz in Sachsens Geschichtsbüchern sicher. Ein Rückblick auf seine Kurzzeit-Ära, die Langzeitwirkung entfalten könnte.

Dresden.

Die Landespolitik ist bereits in Aufruhr, als sie von Frank Haubitz noch gar nichts weiß. Am Mittwoch, dem 18. Oktober, kündigt Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) völlig unerwartet seinen Rücktritt für Mitte Dezember an. Als Nachfolger schlägt er CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer vor. Alle sprechen über Tillichs Abgang, aber da war doch noch etwas anderes - der für den nächsten Tag versprochene Nachfolger für die Ende September zurückgetretene Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU).

Donnerstag, 19. Oktober: Mit Turnschuhen und lässigem hellblauen Hemd betritt Frank Haubitz den Landtag. Der Schulleiter vom Gymnasium Dresden-Klotzsche hat eben noch einen Kollegen drei Schulstunden lang vertreten, das Kind des Sportlehrers war krank geworden. Für Haubitz ist das ein Stück Schulalltag. Aber nun ist er nicht mehr als Vertretungslehrer gefragt, sondern als Hoffnungsträger. Tillich hat den Parteilosen ausgesucht und präsentiert ihn zuerst in der Unionsfraktion. Für fast alle eine große Überraschung. Die Zustimmung ist trotzdem einhellig. Auch der designierte Nachfolger Kretschmer begrüßt die Personalie: "Die Entscheidung für den neuen Kultusminister ist eine sehr gute, sehr hoffnungsvolle." Direkt nach Kretschmer geht Haubitz selbst vor die Presse. Er lässt keinen Zweifel, dass "die Wahl meiner Person" von Tillich mit Kretschmer abgesprochen wurde. Haubitz klingt selbstbewusst. Er wolle in den nächsten Jahren die Bildungspolitik gestalten: "Ich weiß, was draußen läuft - und was nicht." Schließlich war er 27 Jahre Schulleiter und 19 Jahre Chef des Philologenverbands. "Ich bringe genügend Erfahrungen mit ins Haus." Die Öffentlichkeit ist begeistert. Für die "Bild"-Zeitung ist Haubitz der neue "Cooltusminister".

Freitag, 20. Oktober: Haubitz verabschiedet sich von seiner Schule. Die Presse ist beim tränenreichen Termin auf dem Schulhof dabei. Schüler und Lehrer geben bereitwillig Interviews. Alle bedauern den Verlust ihres Leiters. An der Schule hängt ein großes Transparent "Rasier' das Kultus, Haubi". Das Foto schafft es in Dresdner Zeitungen und sorgt später auch im Kultusministerium für Diskussionen. Dort ist man gespannt auf den Neuen - aber rasieren lassen will sich keiner.

Montag, 23. Oktober: Haubitz lässt sich von seiner Frau auf den Parkplatz am Kultusministerium fahren, raucht noch schnell zwei Zigaretten und beginnt sein neues Berufsleben. Die Staatskanzlei twittert: "Neuer Kultusminister Haubitz mit langjähriger Erfahrung: Tillich überreicht Berufungsurkunde. Viel Erfolg für Mann der Tat!" Zur Übergabe ist auch Amtsvorgängerin Kurth gekommen. Tillich nennt Haubitz den "idealen Nachfolger" von Kurth, die sich ausgiebig bei den Mitarbeitern im Ministerium bedankt. Von Haubitz bekommt sein neues Haus eine andere Botschaft mit auf den Weg: Es bringe nichts, ihm zu sagen, was alles nicht gehe. Intern führt Haubitz in den Tagen danach viele Gespräche, vor allem zum Lehrermangel. Er erfährt, dass alles noch etwas schlimmer ist als gedacht und "die Zahlen immer größer werden". Daraufhin lässt er eine "Prioritätenbaustellenliste" erstellen.

Freitag, 27. Oktober: Im Landtag läuft Haubitz einem Journalisten über den Weg, der ihn fragt, wie es mit dem Lehrermangel weitergeht. Der Minister sagt, dass zum 1. Februar 2018 gerade mal 14 Referendare fertig werden - er aber mehr als 650 Lehrerstellen zu besetzen habe. Auch die CDU-Fraktion befasst sich intern längst mit der Verbeamtung als Ausweg. In der Fraktionsklausur in Zeulenroda vom 8. bis zum 10. November soll das Thema besprochen werden, wird aber von der Tagesordnung genommen, weil die Regierung keine Daten zuliefern kann.

Samstag, 11. November: Haubitz tritt auf einer Konferenz in Dresden zur Lehrerbildung auf. "Ich bin gerade dabei loszumarschieren. Die Anzahl meiner Gegner wird wachsen", sagt er und zitiert den Schauspieler Armin Mueller-Stahl: "Freunde, die hat man, und Feinde, die muss man sich hart erarbeiten." Seinen Plan verrät er nicht: "Wir suchen und feilen und lassen prüfen - nicht nur vom Finanzministerium, sondern auch von der Rechtsabteilung, ob das, was wir uns da ausgedacht haben, umsetzbar ist."

Montag, 13. November: Nacheinander führt Haubitz mehrere Interviews, die absprachegemäß zwei Tage später erscheinen sollen. Überall fordert er die Einführung der Lehrerverbeamtung. Der "Freien Presse" sagt er: "Schule unter Haubitz wird zur Schule des 21. Jahrhunderts." Wie er gegen die Widerstände in der CDU/SPD-Koalition ankommen wolle? "Mit einem Vergleich: Sie stecken im Moor fest, nur noch die Arme sind draußen. Sie können entweder noch einen Ast am Ufer greifen - oder in die Hände klatschen."
 

Mittwoch, 15. November: Parallel zum Abdruck der Interviews versendet Haubitz eine Mail an die Schulleiter - und verkündet, dass er nicht nur neue Lehrer verbeamten will, sondern auf Wunsch auch diejenigen, die schon in Sachsen unterrichten und noch nicht 47 Jahre alt sind. CDU-Fraktionschef Frank Kupfer hält Haubitz daraufhin vor den versammelten Unionsabgeordneten vor, die Fraktion mit seinem unabgestimmten Vorstoß "hintergangen" zu haben. Der Neu-Minister entschuldigt sich fürs Vorgehen, aber nicht für den Inhalt. Kurz darauf wird er im Landtag vereidigt. Bei seinen Reden im Plenum bleibt der Applaus aus der CDU dürftig. Stattdessen kündigt die Fraktion eine Sondersitzung für den 6. Dezember an. Man werde "eine Entscheidung aufgrund von Fakten treffen", sagt Kupfer. Ein Fingerzeig, dass man sich nicht von einem Neuling vor vollendete Tatsachen stellen lassen will.

Donnerstag, 23. November: Der Vorstand der CDU-Fraktion tagt, es geht um das Streitthema Verbeamtung. Im Beisein von Tillich und Kretschmer prallen die Vorstellungen von Finanzminister Georg Unland und Haubitz aufeinander. Während Haubitz für die Verbeamtung plädiert, rechnet Unland die finanziellen Risiken dieses Schrittes vor und bringt stattdessen eine Anhebung der Lehrergehälter ins Spiel. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Beide Ministerien sollen bis zum 1. Dezember ein gemeinsames Modell vorlegen. Im Nachgang der Sitzung kommt es zu lautstarken Auseinandersetzungen auf den Fluren des Landtags zwischen einzelnen Abgeordneten.

Freitag, 1. Dezember: Die Frist für Haubitz und Unland verstreicht. Beide haben sich nicht auf ein Modell einigen können. Parlamentarier der Union rollen mit den Augen. Es gibt bissige Kommentare.

Mittwoch, 6. Dezember: Die CDU-Fraktion kommt zur Sondersitzung zusammen. Haubitz wie Unland schweigen. So ist es abgesprochen. Die Fraktion handelt einen Kompromiss aus, der allen helfen soll, das Gesicht zu wahren: Die Landesregierung wird aufgefordert, bis Ende Januar die Verbeamtung junger Lehrer und etwaige Alternativen zu prüfen. Fraktionschef Frank Kupfer erweckt dennoch im Anschluss fälschlicherweise den Anschein, als wäre die Verbeamtung quasi beschlossene Sache. Haubitz gibt - offenbar beflügelt von diesem Statement - vor den Medien den Sieger. In einer ersten Pressemitteilung spricht er von einer Entscheidung für die Lehrerverbeamtung. Die CDU-Finanzpolitiker toben, auch als Haubitz sich kurz danach korrigiert. Der Abgeordnete Jens Michel fordert den Minister schriftlich zum Rücktritt auf - und schickt die Mail an alle Fraktionsmitglieder. Haubitz' Umfeld ist alarmiert, der Minister wird um Zurückhaltung gebeten.

Samstag, 9. Dezember: Michael Kretschmer wird zum neuen CDU-Landesvorsitzenden gewählt. In seiner Bewerbungsrede dankt der designierte Ministerpräsident der CDU-Fraktion für das Bemühen, eine Lösung für den Lehrermangel zu finden. Frank Haubitz erwähnt Kretschmer mit keinem Wort.

Dienstag, 12. Dezember: Ministerpräsident Stanislaw Tillich reicht seinen Rücktritt ein, Haubitz ist wie alle anderen Kabinettskollegen nur noch geschäftsführend im Amt.

Mittwoch, 13. Dezember: Der Landtag wählt Michael Kretschmer zum Ministerpräsidenten. Danach kündigt er an, dass er Frauen und Männer in sein Kabinett berufen werde, "die anpacken wollen".

Donnerstag, 14. Dezember: Im Landtag wiegelt Haubitz ab: Er werde erst nach der Präsentation des neuen Kabinetts Fragen beantworten, sagt er einem Journalisten. Zur geplanten Überarbeitung der sächsischen Stundenpläne äußert er sich dann doch. Haubitz formuliert aber ungewohnt defensiv. Er ist augenscheinlich um Vorsicht bemüht.

Montag, 18. Dezember: Kretschmer stellt sein neues Kabinett vor - und Haubitz ist nicht mehr dabei. Neuer Kultusminister wird der bisherige Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Christian Piwarz. Lehrerverbände protestieren. "Die Vorschläge liegen auf dem Tisch", antwortet Kretschmer im MDR einem aufgebrachten Lehrer. "Die Verdienste von Frank Haubitz werden bleiben." Piwarz aber habe nun bessere Möglichkeiten, "die Sache hinzukriegen". Kretschmer ist sich sicher: "Der wird das gut machen."

Donnerstag, 21. Dezember: Der Sächsische Lehrerverband versendet die aktuelle Ausgabe der "Neuen Sächsischen Lehrerzeitung". Das Titelblatt ist da schon veraltet. Es zeigt Frank Haubitz mit einem Boxhandschuh, darunter die Schlagzeile: "Aufbruchstimmung".

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15Kommentare
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  • 2
    2
    Blackadder
    11.01.2018

    @Ralph01: Das betrifft leider nicht nur die Lehrer.

  • 5
    2
    Ralph01
    10.01.2018

    @voigtsberger: Dein HASS auf Lehrer ist unerträglich. Warum bist du so erbärmlich gefrustet?
    @Dislussionbeteiligte: Brecht die Diskussion mit dieser Person an - er ist es nicht wert - die Diskussion ist es nicht wert.

    Von Diskussion auf Augenhöhe kann nicht die Rede sein. Respekt jedem Lehrer, der sich solches Dummgeschwätz anhören muss.

  • 3
    6
    voigtsberger
    01.01.2018

    VaterinSorge: Ihre einzige Sorge ist doch, als verbeamteter Lehre, auch im Alter eine schöne steuerfinanzierte Pension zu erhalten und im Beruf auf ewig unkündbar zu sein. Fakt ist auch das all die Lehrer in meinen Umfeld entweder eine Eigentumswohnung haben oder im Eigenheim wohnen und dreimal im Jahr im Ausland Urlaub machen und dann noch die über Steuergelder finanzierten Studienreisen. Fakt ist auch das dies für ihre Verantwortung und für ihre gesellschaftliche Stellung als angemessen erachtet wird. Warum gab und gibt es denn da so viele Schulverweigerer und Schulabbrecher, am Elternhaus kann es nicht nur liegen.
    Vomdorf: Wer andere als zu "blöd" für den Lehrerberuf bezeichnet, denn kann ich aber anderes berichten. Als Lehrausbilder hatten wir des Öfteren Lehrlinge mit höheren Bildungsgrat, doch damit war es auch, schon bald "warfen diese das Handtuch", hatten eine fehlende Arbeitsmoral(arrogant und faul) und keine Fingerfertigkeiten(zwei linke Hände) und was wurden sie am Ende, Lehrer!
    Auch habe ich keinen Neid, sondern vermisse bei Lehrern, Beschäftigten im öffentlichen Dienst und bei den Beamten meist ein soziales Verständnis, Anteilnahme und Taktgefühl gegenüber unseren sozial Schwächsten und der arbeiteten Bevölkerung, die mit ihrer Hände-Arbeit zur Finanzierung dieser Berufsgruppen viel beitragen. Auch sollten sich viele Lehrer einmal zu Gemüte führen, sind sie wirklich Leistungsträger und Eliten oder haben nur die Möglichkeit mit immer mehr Forderungen in die Kassen des Staates und der Länder zu greifen ohne Mehrleistung, wo jeder Arbeitnehmer für jeden Cent auch mehr leisten muss und da werden in der Pflege, im Gesundheitswesen und vielen anderen Gewerken gern auf externe Arbeitsvermittler zurückgegriffen, um Tarifverträge auszuhebeln und was werden die Lehrer da in 27 verdienen, um sich Häuser immer das neuste Automodell und all die Urlaubsreisen zu leisten, wo die vielen fleißigen Arbeiter gerade einmal so, ihre Familien über die runde bekommen, na so was1

  • 5
    1
    VaterinSorge
    31.12.2017

    Bevor sich hier rumgestritten wird, welches Vergütung nun für wen angemessen ist, sollte man sich jedermanns Verantwortung und gesellschaftlichen Stellung bewusst machen. Fakt ist, wir brauchen 37.000 gute, motivierte und verantwortungsbewusste Pädagogen vor den etwa 450.000 Schülern in Sachsen. Das macht, wenn sie entsprechend wertgeschätzt werden, vielleicht auch 37.000 Einfamilienhäuser, 37.000 glückliche und wertschätzende Ehepartner, bessere Lernergebnisse, effizientere Bildungs- und Erziehungsergebnisse in Kooperation mit respektierenden und wertschätzenden Eltern, wesentlich weniger Bildungsverlierer, höhere Bildungs- und Ausbildungsqualität, mehr Leistungs- und Führungsbereitschaft unserer Kinder, eine höhere Quote arbeits- und ausbildungsfähiger Schulabgänger und somit eine deutlich bessere globale Wettbewerbsfähigkeit, deutlich höherer Arbeitsproduktivität und deutlich höherem, selbst erarbeitetem Wohlstand und weniger Wohlstandsverwahrlosung. Jetzt könnt Ihr Euch alle wieder aufregen und behaupten, dass die Kinder nicht geboren wären, als Retter der Wirtschaft und des Kapitalismus zu dienen.... Aber, alle regen sich über das Billiglohnland Sachsen auf und dass man woanders hin pendeln muss usw. Nutzen wir jetzt die Gelegenheit und sorgen wir gemeinsam für wettbewerbsfähige Beschäftigungsverhältnisse für unserer Lehrer, in der Hoffnung die Besten von Ihnen vor unseren Kindern zu haben, unterstützen diese, um für unsere Kinder beste Zukunftsbedingungen zu schaffen und können so beruhigt den Staffelstab übergeben und gewiss sein, dass sie weder nach unterbezahlten Jobs Ausschau halten müssen, noch wie viele von uns pendeln müssen. Daher können wir den Ministern Kretschmer, Piwarz, Dulig und Heß (inkl. Michel) ruhig etwas mehr Vertrauen schenken, dass sie genau das im Auge haben, unabhängig davon, wie sie die besten Pädagogen halten, oder ins Land holen wollen. Allen mehr Zuversicht und einen guten Rutsch!!

  • 9
    2
    vomdorf
    31.12.2017

    Voigtsberger, Sie haben keine Ahnung.
    Wenn ein Lehrer 27 Stunden vor der Klasse steht ist doch sein Arbeitstag nicht zu Ende. Er muss noch vorbereiten und korrigieren, Unterrichtsmaterialien zusammensuchen....Gymnasiallehrer arbeiten über 50 Stunden in der Woche.....da wird keine als Überstunde bezahlt. Auch als Unterricht gehaltene Überstunden werden erst seit kurzem bezahlt.

    Wenn der Lehrerberuf so toll ist, warum gibt es dann zu wenige? Warum will das kaum einer machen, sondern pendelt lieber als Arbeiter?
    Weil es eben nicht so einfach ist. Und weil man in diesem Beruf vielleicht ebenso wie als Krankenschwester oder in der Altenpflege mit seinem Herzblut dabei sein muss.

    Bei Ihnen hat man immer den Eindruck, dass Sie mit sich und der Welt total unzufrieden sind. Das kann man aber nicht hier ändern, sondern Sie sind für Ihr Leben verantwortlich. Was hat Sie denn gehindert, Lehrer zu werden?

    Da fällt mit ein, was eine Lehrerin erlebte :
    Sie fuhr mit dem Rad vor der Dienstberatung schnell nach Hause zum Umziehen, weil es ein warmer Tag war, und wollte schnell noch bissel Obst holen. Der Gemüsehändler meinte, Lehre müsste man sein, jeden Mittag nach Hause gehen. Sie erwiderte, das hättest du auch werden können, warum hast du es nicht gemacht?
    Er: Dazu bin ich zu blöd. Außerdem hab ich keine Lust, mich ständig mit den Kindern und Eltern rumzuärgern.
    Sie ging mit einem Lächeln....

    Ein Eignheim zu bauen ist doch kein Privileg eines Lehrers. Ich kenne genügend Lehrer, die in einer Mietwohnung leben, weil sie denken, dass das billiger ist. Und es gibt viele, die ein Häuschen haben, weil sie sich sagen, ehe ich jeden Monat so viel Miete bezahle baue ich mir lieber ein Haus.Ich kenne auch viel Arbeiter, die ein Häuschen haben....vielleicht kann man nicht dreimal im Jahr in den Urlaub fahren, wenn man ein Haus hat, aber das ist doch jedem selbst überlassen.

    Und was Herr Haubitz mit der Verbeamtung erreichen wollte hab ich Ihnen schon mal erklärt: verbeamtete Lehrer können dort eingesetzt werden, wo Lehrer fehlen. Das wollen viele natürlich nicht und deshalb wären längst nicht alle dazu bereit. Es gibt in Randgebieten Sachsens Schulen, da sind mehr Seiteneinsteiger am unterrichten, als grundständig ausgebildete Lehrer. Das Problem ist eben, dass ein hohes Fachwissen auf bestimmten Gebieten niemanden befähigt, Lehrer zu sein. Denn das "Wie sag ich's meinem Kinde" ist nicht lernbar, das kommt vom Herzen.

  • 7
    0
    gelöschter Nutzer
    31.12.2017

    @voigtsberger: Immer noch nicht begriffen... Schade!
    Stattdessen Sozialneid auf den Lehrergehalt. Das impliziert natürlich die Frage, warum man's nicht selber macht. Sachsen nimmt derzeit alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Im Feb18 müssen 660 Stellen an den Schulen neu besetzt werden. Derzeit gibt es dafür 17 (nein, kein Druckfehler!) grundständig ausgebildete Bewerber. Die Chance, als Seiteneinsteiger den bestbezahltesten Halbtagesjob zu bekommen, ist also groß!

  • 3
    9
    voigtsberger
    30.12.2017

    ffc19: Wissen sie überhaupt wie viele Arbeitnehmer täglich in andere Bundesländer und da vor allen in die alten Bundesländer pendeln müssen und sich über 2000 Euro freuen würden und wissen sie überhaupt wie mühsam die meisten unserer Arbeitnehmer ihre "Brötchen" verdienen?
    vomdorf: Sie jammern ja wieder auf hohen Niveau und haben vom Arbeitsleben der meisten Arbeitnehmer Null Ahnung, denn da fallen für die Meisten nicht nur die 40 Wochenstunden an und das mit Mindestlohn als Facharbeiter in Akkord und als Meister hat man sich dann auch noch nebenbei um die Ausbildung der Lehrlinge zu kümmern. Da werden Überstunden nicht vergütet, da gibt es kein Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld, aber erst im Rentenalter kommt es dann so richtig dicke. Wenn alle Lehrer oder Beamte wären, wer würde dann die Steuergelder aufbringen um Löhne, Gehälter und Pensionen zu zahlen und das Erste was in den Medien über Hr. Haubitz berichtet wurde und sich einprägte, das war die Forderung einer Verbeamtung der Lehrer und das hatte einen "bitteren Nachgeschmack" bei den Lohngefüge und der Lohnendwicklung in der Wirtschaft und da besonders beim produzierenden Gewerbe! Was denken sie wie viele Widrigkeiten und zusätzliche Belastung in der Wirtschaft und in der Produktion, Arbeitnehmer täglich ausgesetzt sind und das nicht nur 27 h in der Woche und das nicht nur im Prüfungsstress! Bei der Discussion zu diesen Thema sieht man einmal wieder die Intoleranz der so Toleranten im Land, wenn es um die Verteidigung ihrer Pfründe geht!

  • 10
    1
    BlackSheep
    30.12.2017

    Ich finde trotzdem Haubitz ist nicht gescheitert, eher hat die CDU wiederholt ihr Desinteresse an der verbesserung der Zustände im Land gezeigt.

  • 1
    11
    voigtsberger
    30.12.2017

    @vomdorf und @ffc19: Genau so ist es da wird auf hohen Niveau gejammert und moniert , bei 27 Wochenstunden nur mit 3000 Euro mit Nachhause zu bringen. Wissen sie überhaupt, das es jede Menge Bürger gibt, die für 40 Stunden in der Woche in Akkord, als Facharbeiter nicht einmal 2000 Euro brutto haben und dabei noch Wöchentlich 10 Überstunden unbezahlt leisten müssen und als Meister hat man zwar ca. 1000 Euro, aber auch noch die Verantwortung für die Ausbildung der Lehrlinge und da wollen sie mir erzählen was Arbeit bedeutet und wenn alle Lehrer und Beamte wären, wer würde dann das Geld des Staates und der Länder, mit ihrer Hände Arbeit erwirtschaften, um ihre Gehälter und die gewünschten Pensionen aus den Steuermitteln zu realisieren. All die Lehrer aus meinen Wohnumfeld haben sich nach der schnell in ihre neuen Eigenheime verdrückt, nur das diese wie die meisten Beamten, nicht das Geld bestehend aus Steuermitteln mit Fleiß erarbeitet haben, sondern vom Staat und den Ländern "hinten rein geschoben bekommen" und das sollten sich diese berufsgruppen einmal zu Gemüte führen und den "Ball schön flach halten"!

  • 11
    2
    gelöschter Nutzer
    30.12.2017

    @voigtberger: Mal unabhängig davon, ob Deiner Ansicht nach das Gehalt, was sich ein Lehrer hier in Sachsen verdient hat, als ungerechtfertigt oder als zu hoch einschätzt, gibt es einen gesellschaftlichen Zusammenhang, der auch Dir inzwischen klar sein sollte!
    Wenn ein junger zukünftiger Lehrer hier in SN auf der Suche nach einem Job 2000Eu angeboten bekommt, in einem der anderen Bundesländer aber 3000Eu, dann kann man doch wohl keinem dieser jungen Leute einen Vorwurf machen, dorthin zu gehen, wo das höhere Gehalt gezahlt wird.

    Schuld an dieser Misere ist vor allem das unsägliche förderale Bildungssystem hier in D. Gäbe es ein einheitliches Bildungssystem, gäbe es auch einheitliche Gehälter! Wenn Du also etwas kritisieren willst, dann lass Deinen Unmut an den Bundes- und Landespolitikern aus und hilf, diesen Missstand zu ändern. Die Lehrer hier in SN sind dazu die falsche Zielgruppe!!!

  • 8
    1
    vomdorf
    30.12.2017

    @voigtberger: Herr Haubitz hat die sinnlose Schreiberei der Bildungsempfehlung abgeschafft. Das ist durchaus ein Erfolg, denn wenn ein Kind nach den Zensuren nicht für das Gymnasium geeignet ist können die Eltern klagen...und bekommen meist sogar Recht. Die Lehrer wurden hier also spürbar entlastet.

    So viel ich weiß, wollen viele Lehrer und Lehramtsstudenten gar nicht verbeamtete werden, weil sie dann nämlich in Hinterhupfingen eingesetzt werden können. Das wollen viele nicht. Wenn man aber auch Lehrer in die Randegbiete des Freistaates locken will muss man sich was einfallen lassen. Und wer in 5km Entfernung von seinem "Randgebiet- Wohnort" in einem anderen Bundesland bedeutend mehr, auch als Angestellter, verdient, geht dorthin. Oder würden Sie dann in Sachsen bleiben?

    Sie meckern über die ach so gute Bezahlung der Lehrer, ohne zu wissen, was einer alles leistet. Sie sehen den einen oder anderen mittags nach Hause gehen und sagen sich, klasse, vormittags hat der oder die Recht und nachmittags frei. Sie sehen nicht, wenn vorbereitet und korrigiert wird, sie sehen nicht, wenn der Lehrer abends zu einem Elterngespräch in die Schule fährt und zum xten Mal ein eigentlich sinnloses Elterngespräch führt, weil die Elten sowieso alles besser wissen und die Lehrer an allem Schuld sind. Oft muss ein zweiter Lehrer mit zu denGesprächen genommen werden, um einen Zeugen zu haben.
    Sie haben keine Ahnung, was Oberschullehrer und die am Gymnasium in Prüfungszeiten leisten.

    Warum so viele Schulen geschlossen wurden müssen Sie die in Dresden fragen. Keinem Lehrer hat es gefallen, dass seine Schule geschlossen wurde und er woanders hin musste.

    Warum sind Sie bloß so neidisch auf die Bezahlung der Lehrer? Wissen Sie, wieviel Geld ein Lehrer für seine Klasse ausgiebt und Dinge kauft, die er für den Unterricht braucht und die der Schulträger nicht bezahlt?
    Es steht jedem frei, diesen Breuf zu erlangen. Heute mehr denn je. Allerdings ist es schon manchmal lustig zu sehen, wenn ein Seiteneinsteiger nach drei Wochen wieder gehen will, weil er es sich doch nicht so anstrengend vorgestellt hat.
    Stehen Sie erst einmal siebenundzwanzig Stunden vor einer Klasse, korrigieren, vorbereiten, Elterngespräche, Fächerverbindenen Unterricht organisieren, inkludieren und integrieren, Pausenaufsicht, Klasse aufteilen, Vertretung machen,.....dann können Sie mitreden.

  • 3
    12
    voigtsberger
    29.12.2017

    Was hat der Hr. Haupitz so alles geleistet, da erinnere ich mich nur an den Wunsch, Lehrer zu verbeamten und das hätte den Steuerzahler bis zum Lebensende der Lehre jede Menge an Steuergeldern gekostet mit all den üppigen Pensionen und dem Lehrermangel wäre damit auch nicht geholfen. Da muss man sich fragen, warum wurden bis 2015 so viele Schulen auf dem Lande geschlossen und jetzt können sogar mehrere Lehrer eine Klasse betreuen und das alles zum wohle der Integration, da hätte man sich lieber mit genügend Personal in der Vergangenheit, um die vielen Schulabbrecher und Schulverweigerer mit Konsequenz gekümmert und nicht nur um immer mehr Vergütung, den Mindestlohn war auch als nicht verbeamteter Lehrer nie das Thema und jammern auf hohen Niveau ist schon lächerlich. Es getrauen sich nur die Endscheidungsträger im Land, dies nicht offen anzusprechen, da diese auch einer der soo toleranten Kasten entstammen!

  • 8
    2
    Olbernhauer
    29.12.2017

    Ich hoffe nur das sich zur Landtagswahl noch jemand daran erinnert.

  • 14
    2
    Zeitungss
    29.12.2017

    @vomdorf: Sie haben in Ihrem Beitrag vollkommen recht. Der Mann mit Fachkompetenz war nur leider nicht SCHWARZ genug, denn wir leben bekanntlich in Sachsen. Mal sehen, was der fachliche Quereinsteiger in die Reihe bringt, ich könnte eine Voraussage machen, damit gingen aber diese Zeilen verloren und deshalb verkneife ich es mir.

  • 13
    2
    vomdorf
    29.12.2017

    Es ist eine Sauerei, wie mit Herrn Haubitz umgegangen wurde. Endlich mal einer, der Ahnung hat und den Mut, das Dilemma anzugehen. Wäre aber wohl zu schön gewesen... Nun sitzt ein Freund unseres neuen Ministerpräsidenten auf diesem Stuhl. Und was ist passiert? Nichts. Na gut, er hat einen Brief geschrieben, in dem außer bla-bla nichts steht.
    Sachsen braucht Lehrer, viele Lehrer! Zum Halbjahr fehlen weit über 600, zu Beginn des neuen Schuljahres werden es noch viel mehr sein. Das liegt nicht nur an den Altersjahrgängen, sondern daran, dass es mehr Kinder gibt, die eingeschult werden. Und es fehlen nicht nur Lehrer, auch mit den Zimmern wird es in einigen Schulen eng.

    Ja, früher waren über 30 Kinder in einer Klasse und es ging auch. Damals war der Lehrer auch eine geachtete Persönlichkeit, deren Wort galt, und der sich nicht für jede Maßnahme vor den Helikoptereltern rechtfertigen musste. ADHS gab es selten, Teilleistungsstörungen gab es nicht...nur einfach Kinder, denen das Lernen eben schwerfiel. Damals konnte man große Klassen unterrichten.
    Und all die vielschichtigen Probleme, die es heute neben dem bisschen Unterricht zu bewältigen gilt, sollen Seiteneinsteiger regeln, angelernt von den paar Alten, die das neben ihrem Unterricht für lau machen?
    Es ist nicht fünf vor 12, sondern nach 12!
    Die Wirtschaft beschwert sich ständig, dass die Jugend nicht mehr rechnen und schreiben kann. Es wird aber nicht besser, wenn sich jeder vor Kinder stellen darf, der denkt, dass er es kann.

    Ein dummes Volk lässt sich aber natürlich leichter manipulieren...oder regieren.
    Ein Schelm, der Arges dabei denkt.
    Christlich ist das alles in meinen Augen auf keinen Fall.



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