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Ellen Fricke von der TU Chemnitz betrachtet im Museum Gipshände.

Foto: Hendrik Schmidt

Gestenausstellung geht zu Ende: Forschung geht weiter

Gestenforscher der TU Chemnitz wollten wissen, ob und wie der Umgang mit Technologie auf die zwischenmenschliche Kommunikation zurückwirkt und eventuell sogar neue «digitalisierte» Gesten hervorbringt. Die Ausstellung zum Forschungsprojekt ist nur noch bis Sonntag zu sehen.

Von Claudia Drescher, dpa
erschienen am 02.03.2018

Chemnitz (dpa/sn) - Mit Händen sprechen: Rund 15 000 Besucher kamen seit Mitte November in die Sonderausstellung «Gesten - gestern, heute, übermorgen» des Chemnitzer Industriemuseums. Damit gehöre die Schau zu den am besten besuchten des Hauses, sagte Museumssprecherin Claudia Wasner der Nachrichtenagentur dpa. Die besondere Verbindung aus Wissenschaft, Kunst und Technologie habe überzeugt, lautet das Fazit von Initiatorin und Gestenforscherin Ellen Fricke.

Die Professorin der TU Chemnitz steht federführend hinter einem Forschungsprojekt, das mit der Ausstellung erste Erkenntnisse aus drei Jahren wissenschaftlicher Arbeit im Wortsinne begreiflich machen wollte. Noch bis Sonntag können sich Museumsbesucher die interaktiv veranschaulichten Forschungsergebnisse ansehen.

«Unser Objektgebrauch unterliegt einem epochalen Wandel - das wollten wir erfahrbar machen», erläuterte Fricke. Demnach würden Gesten zunehmend als Ausgangspunkt für die Interaktion von Mensch und Maschine eingesetzt. Das schüre auch Zukunftsängste, gerade bei älteren Menschen. «Dem konnte die Ausstellung mit konkreten eigenen Erfahrungen etwas entgegensetzen.» Denn die Besucher konnten interaktiv selbst Hand anlegen und zum Beispiel einen virtuellen Globus mit Gesten steuern oder auf einer virtuellen Töpferscheibe Ton formen, den es nur auf dem Monitor gibt.

Mit dem Projekt «Hands and Objects in Language, Culture and Technology» (Hände und Objekte in Sprache, Kultur und Technologie), kurz «Manuact», erforschte Fricke mit ihrem Team Gesten aus Sicht der Sprach- und Arbeitswissenschaft sowie aus dem Blickwinkel der Kulturgeschichte. Es wurde mit 1,2 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium gefördert und läuft nun aus.

Die Gestenforschung an der TU Chemnitz geht aber weiter, betont Fricke. Gemeinsam mit weiteren wissenschaftlichen Kooperationspartnern seien bereits Folgeprojekte im Bereich der Grundlagenforschung, aber auch mit Anwendungsbezug in Planung. Zudem soll zum Wintersemester der Master-Studiengang «Semiotik und Multimodale Kommunikation» an der Chemnitzer Uni starten, der auch die Gestenforschung in den Fokus rückt. Ziel sei es, technologisch kompetente Geisteswissenschaftler auszubilden, die den digitalen Wandel aktiv mitgestalten könnten.

Darüber hinaus könnte die Chemnitzer Ausstellung bald auch anderenorts zu sehen sein. Der Projektleiterin zufolge haben bundesweit mehrere Museen ihr Interesse bekundet.

 
© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
 
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