Sachsen: Nächster Austritt aus AfD-Landtagsfraktion

Dresden. Der Abgeordnete Gunter Wild wird die AfD-Fraktion im sächsischen Landtag verlassen. Das kündigte der Politiker aus dem vogtländischen Lengenfeld am Freitag in einer persönlichen Erklärung an. Das Papier liegt der "Freien Presse" vor. Er werde künftig die fraktionslosen Abgeordneten um die ehemalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry unterstützen, schreibt Wild.

Mitglied der Alternativen für Deutschland will Wild bleiben. Einen späteren Parteiaustritt schloss er auf Anfrage der "Freien Presse" nicht aus, sollte er dazu gedrängt werden: "Man wird sehen, was passiert."

Wild begründete sein Ausscheiden aus der Fraktion mit dem Kurs, den die Partei in den vergangenen Monaten eingeschlagen habe. Die AfD aus Gründungszeiten habe nur noch sehr wenig gemeinsam mit der heutigen AfD. Der "sich stetig verfestigende Weg der AfD" bereitete ihm sehr große Sorgen, so Wild. Die AfD ziehe mittlerweile Personen an, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung Deutschland komplett stürzen wollten. Spätestens nach dem Ausscheiden von Frauke Petry hätte der rechte Flügel der Partei freie Fahrt gehabt: "Ab diesem Zeitpunkt wuchs der Druck, man solle sich entscheiden. Entscheiden, ob man Patriot ist und dem gestärkten rechten Flügel der AfD huldigt oder ob man sich in die Reihe der sogenannten ,Volksverräter‘ einreiht!" Er selbst könne nicht einfach so weitermachen.

Wild übt auch Kritik an der Arbeit seiner ehemaligen Fraktion. In der geschrumpften AfD-Fraktion im Landtag wendeten sich Abgeordnete von der parlamentarischen Arbeit ab, "um ihr persönliches Ego zu pflegen, und handeln, um anderen zu schaden, anstatt der Gemeinschaft zu nutzen", heißt es in seiner Erklärung. Auf dieser Basis wolle er nicht mehr arbeiten.

Mit Wilds Austritt haben nun 5 der ehemaligen 14 AfD-Abgeordneten ihrer Austritt aus der Landtagsfraktion erklärt. Zuvor hatten sich Frauke Petry, Kerstin Muster, Uwe Wurlitzer und Andrea Kersten zurückgezogen. (kok)

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