Schneeberg/Chemnitz: Protest gegen Asylbewerberunterkünfte

Schneeberg/Chemnitz.

Bei einem weiteren sogenannten Lichtellauf gegen die Unterbringung von Asylbewerbern in Schneeberg haben am Samstagabend nach Polizeiangaben rund 250 Menschen in der Stadt demonstriert. Es war die vierte derartige Veranstaltung, die Schneeberg in den vergangenen Monaten in die Schlagzeilen gebracht hatte, nachdem im Sommer vorwiegend Familien in der früheren Jägerkaserne untergebracht worden waren. Dem voraus gingen seinerzeit Auseinandersetzungen zwischen Tschetschenen und Nordafrikanern in der Chemnitzer Erstaufnahmestelle im Stadtteil Ebersdorf.

Gut ein Dutzend Gegendemonstranten versuchten, den von der NPD organisierten Protestzug aufzuhalten. Insgesamt blieb es jedoch friedlich. Das Bündnis "Schneeberg für Menschlichkeit" hatte sich zuletzt gegen eine Aktion entschieden. "Die meisten unserer Bürger wollen überhaupt keine Demos", sagte Bürgermeister Frieder Stimpel. Die Probleme, die es im Zusammenhang mit der Situation um die Außenstelle gebe, wolle man friedlich und vernünftig klären. Stimpel verwies auf ein für März geplantes Gespräch mit dem Staatssekretär im sächsischen Innenministerium, Michael Wilhelm. Da solle es Antworten auf Fragen zur weiteren Nutzung der einstigen Jägerkaserne geben. Derzeit sind dort 207 Asylbewerber untergebracht.

Bereits am Samstagnachmittag hatte es in Chemnitz einen von der Initiative "Raus in die Zukunft" organisierten Aufmarsch gegeben, der von der Frankenberger Straße bis zum Thomas-Mann-Platz führte. Nach Polizeiangaben nahmen daran rund 150 Menschen teil. Rund 350 Menschen versuchten zeitgleich, bei einer Kundgebung des Bündnisses Chemnitz Nazifrei sowie einer Menschenkette der "Chemnitzer Brücke" ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Die Kundgebungen in Chemnitz wurden von 200 Polizisten abgesichert, der Aufmarsch in Schneeberg von 140 Beamten. (fp/msdu)

 

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