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Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU).

Foto: Monika Skolimowska/dpa

Stanislaw Tillich verkauft sein Elternhaus

Sachsens Regierungschef gibt ein Stück Heimat in der Lausitz auf und setzt ganz auf Dresden. Doch ist es nur ein Ortswechsel?

Von Uwe Kuhr
erschienen am 14.09.2017

Dresden. Es war ein Abschied auf Raten aus der heimatlichen Lausitz. Ministerpräsident Stanislaw Tillich verkauft gerade sein Haus in Panschwitz-Kuckau bei Kamenz und wird endgültig zum Dresdner. Das prominente Immobilienangebot, über das gestern die "Sächsische Zeitung" berichtete, betrifft das 1958 gebaute Haus seiner Eltern. Etwa 25 Minuten von der Stadtgrenze Dresdens entfernt, wie es im Exposé des mit dem Verkauf beauftragten Dresdner Immobilienmaklers heißt.

In dem heute geräumigen und mit drei Bädern, Solarthermie-Anlage und "besonders einbruchsicheren" Fenstern komfortabel ausgestatteten Haus ist Stanislaw Tillich, Jahrgang 1959, groß geworden und dort wuchsen auch seine eigenen Kinder in dörflicher Idylle auf. Die sind inzwischen aus dem Haus und die "alten" Tillichs offenbar des Dauerpendelns müde.

Nachdem sich Familie Tillich 2015 in Dresden ein neues Domizil suchte, stand das gepflegte und kernsanierte Erbstück seit einiger Zeit unbewohnt. Lebte Deutschlands dienstältester Landeschef vorher auf dem Land, wohnt er jetzt in einem edlen Penthouse auf dem Weißen Hirsch, Dresdens genauso vornehme wie piefige Wohngegend.

Das knallig-orangefarbene Haus im Herzen der Lausitz wird gerade leer geräumt und sucht seinen Käufer. 217.000 Euro, Einbauküche und Doppelgarage inklusive, sind als Kaufpreis aufgerufen. Medien berichten, es gebe einige Interessenten, ein Verkauf sei aber noch nicht aktenkundig.

Für den Sorben Tillich, der sich im Wahlkampf als "Der Sachse" plakatieren ließ, zeichnete sich der allmähliche Rückzug aus der Abgeschiedenheit in die Metropole schon länger ab. Ab 2009 gab es immer wieder Nachrichten über ein Fehlen Tillichs beim traditionsreichen Osterreiten der Sorben, bei dem er zuvor hoch zu Ross fast schon zum Inventar zu zählen schien. Etwa 20 Mal hat er bei diesem bedeutenden Ritual im Sattel gesessen.

Warum er sich jetzt gänzlich von dem Haus trennt - es bleibt Sache der Tillichs. Die Staatskanzlei - Dienstort des Ministerpräsidenten - erklärt sich für nicht zuständig: Privatangelegenheit, heißt es von dort. Einige Parteifreunde wollen darin das erhoffte Signal für eine weitere Spitzenkandidatur zur Landtagswahl 2019 sehen. Ob es dessen überhaupt bedurfte, bleibt offen. Es wäre für den CDU-Landeschef die dritte.

Tillich kam durch Kurt Biedenkopf 1999 ins erste Ministeramt, dem eins aufs andere folgte. Seit 2008 ist er Regierungschef. Er hatte Georg Milbradt beerbt, den der Absturz der Landesbank zu Fall brachte. Tillich werde wohl auch seinem Wahlkreis 54 nahe Kamenz die Treue halten, hieß es aus der Landesgeschäftsstelle der Partei. Panschwitz-Kuckau liegt nicht darin.

 
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