Umweltminister weist Kritik an Endlager-Sondervotum zurück

Dresden (dpa/sn) - Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) hat die Kritik aus Baden-Württemberg an seinem Sondervotum zum Abschlussbericht der Atomendlagerkommission zurückgewiesen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) habe zwar recht, wenn er sage, dass es bei der Standortsuche nach Geologie und nicht nach Geografie gehen müsse, sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. «Mit den Empfehlungen, schwächere Anforderungen an Kristallingestein zu stellen, hat die Endlagerkommission das Prinzip der streng wissenschaftlichen Kriterien aber verlassen.»

Sachsen wolle keine bessere Behandlung von Kristallingestein. «Wir wollen die gleichen Kriterien für alle Gesteinsarten. Darum geht es in meinem Sondervotum», sagte Schmidt. Darin hatte er sich dagegen gewandt, dass in dem Abschlussbericht der Endlagerkommission die Mindestanforderungen an die Größe der Gesteinsfromationen, die als Endlagerstätten für den hoch radioaktiven Atommüll in Betracht kommen, bei Kristallingestein wie Granit geringer sind als bei Ton- oder Salzformationen. In Sachsen gibt es mehrere Granitfelsvorkommen, die so als Standort infrage kämen.

«Im Vorhinein mit eigenen Gutachten das eigene Land rauszunehmen, ist nicht hilfreich», hatte Kretschmann gesagt. Sein Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) warf Sachsen und Bayern vor, Einzelinteressen über das Gesamtinteresse zu stellen und «die mühsam erzielte Einigung über das Suchverfahren» zu gefährden.

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, Thomas Colditz, hält die sächsischen Granitvorkommen ebenfalls für nicht geeignet. «Damit wir auf der Liste stehen, wurden von der Expertenkommission die Sicherheitsanforderungen für Granit runtergestuft.» Er sieht vor allem die westdeutschen Bundesländer in der Pflicht: «Wir hatten in Sachsen kein Atomkraftwerk, die standen in den alten Bundesländern, warum sollten wir den Wohlstandsmüll aus dem Westen übernehmen?»

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
2Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 5
    0
    aussaugerges
    05.07.2016

    Wir haben durch den Uran Bergbau genug Opfer gebracht und der Bahnhof Stuttgart macht die Täler im Erzgebirge zu.

  • 2
    2
    berndischulzi
    05.07.2016

    Der gute Grüne sollte mal etwas differenzieren. Bayern hat sehr viel Atomkraft gehabt, Sachsen einen Forschungsreaktor. Auf der anderen Seite, das Erzgebirge ist eh einmal versaut durch die Wismut, was soll´ s.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...