Verband der Strafvollzugsbediensteten lehnt Großgefängnis in Zwickau ab

Zwickau/Straubing (dpa) - Die Kritik am neuen Großgefängnis für Thüringen und Sachsen reißt nicht ab. Nach den Rechnungshöfen beider Länder hat nun auch der Bund der Strafvollzugsbediensteten empfohlen, die Pläne für das Millionenprojekt zu begraben. Vielmehr sollten die bestehenden Anstalten ausgebaut und - falls nötig - jedes Land für sich eigene Neubauten prüfen, teilte der Verband mit Sitz in Straubing am Dienstag mit. Er vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von rund 25 000 Beschäftigten im Strafvollzug bundesweit.

Der Verband sieht vor allem große Probleme für die neue Anstalt, deren Personal je zur Hälfte aus Thüringen und Sachsen kommen soll, durch Unterschiede im Besoldungs- und Dienstrecht beider Länder. Es sei nicht zumutbar, dass zwei Beamte im selben Gefängnis die gleiche Leistung erbringen und dafür unterschiedlich bezahlt werden. Zudem hätten beide Länder unterschiedliche Beförderungszeiten. Verbandschef Andreas Bachl sprach daher von einem «absehbaren Tohuwabohu».

Das neue Gefängnis soll in Zwickau entstehen und rund 740 Haftplätze bieten. Geplant sind Investitionen von rund 112 Millionen Euro. Die Rechnungshöfe beider Länder hatten jüngst vor Überkapazitäten in den Gefängnissen Thüringens und Sachsens gewarnt und den Neubau damit infrage gestellt.

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1Kommentare
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  • 1
    0
    vomdorf
    29.01.2013

    nur weil zwei die gleiche arbeit machen und dafür unterschiedlichen lohn erhalten soll es tohuwabohu geben?
    liebe vollzugebeamte, nehmt euch ein beispiele an den sächsischen lehrern! die sind gar nicht verbeamtet und bekommen sehr unterschiedliche löhne bei gleicher arbeit.
    geht alles!



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